Politik

Russland könnte ausländische Fabriken verstaatlichen, die Produktion eingestellt haben

Ein ranghohes Mitglied der russischen Regierungspartei will ausländische Fabriken verstaatlichen, die ihre Produktion im Rahmen der Sanktionen eingestellt haben.
09.03.2022 15:00
Lesezeit: 1 min
Russland könnte ausländische Fabriken verstaatlichen, die Produktion eingestellt haben
Auch die Käsefabrik von Valio nahe Moskau hat die Produktion eingestellt. (Foto: dpa) Foto: Sergei Ilnitsky

Mehrere ausländische Unternehmen, darunter Ford und Nike, haben die vorübergehende Schließung von Geschäften und Fabriken in Russland angekündigt. Die Stilllegungen sind Teil der westlichen Bemühungen, im Ukraine-Krieg Druck auf den Kreml auszuüben, aber auch die unterbrochenen Lieferketten spielen offenbar eine Rolle.

In einer Erklärung, die am Montagabend auf der Website der Regierungspartei "Einiges Russland" veröffentlicht wurde, bezeichnete der Sekretär des Generalrats der Partei, Andrej Turtschak, die Schließung von Betrieben als "Krieg" gegen die Bürger Russlands. In der Erklärung werden die finnischen Lebensmittelunternehmen Fazer, Valio und Paulig als die letzten genannt, die Schließungen in Russland angekündigt haben.

"Einiges Russland schlägt vor, die Produktionsstätten der Unternehmen zu verstaatlichen, die ihren Rückzug und die Schließung der Produktion in Russland während der Sonderoperation in der Ukraine ankündigen", so Turchak. "Das ist eine extreme Maßnahme, aber wir werden nicht zulassen, dass man uns in den Rücken fällt, und wir werden unser Volk schützen."

"Wir werden harte Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und im Einklang mit den Gesetzen des Krieges handeln", sagte Turchak. Der Geschäftsführer des finnischen Getränkeunternehmens Paulig teilte Reuters in einer E-Mail mit, dass dies nichts an seinen Plänen ändern würde, sich aus Russland zurückzuziehen.

Fazer, das Schokolade, Brot und Gebäck herstellt, hat drei Bäckereien in St. Petersburg und eine in Moskau und beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter. Valio hat eine Käsefabrik und beschäftigt 400 Mitarbeiter in Russland, und Paulig hat eine Kaffeerösterei und beschäftigt 200 Mitarbeiter in dem Land.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktüberblick: Wall-Street-Rallye hält an, da Arbeitsmarktbericht Zeichen von Widerstandsfähigkeit zeigt
02.06.2026

Überraschende Entwicklungen und starke Unternehmenszahlen sorgen für Bewegung – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Bedeutung des Euro an den weltweiten Finanzmärkten wächst
02.06.2026

Die Notenbank will die globale Rolle des Euro stärken, nicht zuletzt als Antwort auf Trump. Sie sieht mehr Potenzial für Europas Währung...

DWN
Politik
Politik Begeht Amerika gerade wirtschaftlichen Selbstmord?
02.06.2026

Die USA galten über Jahrzehnte als Motor der Weltwirtschaft, doch unter Trump geraten genau jene Kräfte unter Druck, die ihren Aufstieg...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent
02.06.2026

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges treibt die Verbraucherpreise im Euroraum weiter nach oben. Damit wächst der Druck auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
02.06.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit schnappt sich offenbar mehr als 30 Prozent von Commerzbank
02.06.2026

Unicredit kommt ihrem Ziel bei der Commerzbank einen entscheidenden Schritt näher. Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke stärkt die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
02.06.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...

DWN
Politik
Politik Nukleare Abschreckung wird zur Machtprobe für Europa
02.06.2026

Norwegen rückt an Frankreichs Atomschirm heran, und plötzlich wirkt Europas Sicherheitsarchitektur weniger stabil als lange behauptet....