Politik

Pariser Staatsanwalt ermittelt nach Korruptionsvorwürfen gegen Le Pen

Eine Woche vor der entscheidenden Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich gehen die Behörden Korruptionsvorwürfen gegen die rechtsnationale Kandidatin Marine Le Pen nach.
17.04.2022 21:30
Aktualisiert: 17.04.2022 21:30
Lesezeit: 1 min
Pariser Staatsanwalt ermittelt nach Korruptionsvorwürfen gegen Le Pen
Marine Le Pen, ehemalige Vorsitzende des Rassemblement National, hält eine Rede bei einer Parteiveranstaltung des Rassemblement National. (Foto: dpa) Foto: Daniel Cole

Eine Woche vor der entscheidenden Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich gehen die Behörden Korruptionsvorwürfen gegen die rechtsnationale Kandidatin Marine Le Pen nach. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte am Sonntag, dass sie bereits im März einen Bericht der EU-Antikorruptionsbehörde Olaf erhalten habe und diesen auswerte. Das Online-Medium Mediapart hatte am Samstag berichtet, der Kontrahentin von Präsident Emmanuel Macron werde in dem Bericht die Veruntreuung von 140.000 Euro öffentlicher Mittel vorgeworfen. Mitglieder ihrer Partei Rassemblement National sollen demnach insgesamt 617.000 Euro abgezweigt haben. Laut Bericht wird den Politikern nicht persönliche Vorteilsnahme zur Last gelegt, aber sie sollen mit den EU-Mitteln Personalkosten und Veranstaltungen bezahlt haben.

Vom Büro Le Pens war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ihr Anwalt Rodolphe Bosselut sagte dem Sender BFM TV, seine Mandantin bestreite die Vorwürfe. Sie sei bislang auch nicht von der Staatsanwaltschaft befragt worden. Weder er noch Le Pen hätten den Olaf-Bericht gesehen.

"Die Franzosen werden sich nicht durch Versuche der Europäischen Union und der europäischen Institutionen täuschen lassen (...), sich in den Präsidentschaftswahlkampf einzumischen und Marine Le Pen zu schaden", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Jordan Bardella dem Sender Europe 1. Seine Partei werde wegen des Berichts Klage gegen Olaf einreichen. Gegen Le Pen wird bereits seit 2017 wegen angeblichen Missbrauch von EU-Geldern zur Bezahlung von Parlamentsassistenten ermittelt.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vor einer Woche hatte sich Macron vor Le Pen und anderen Bewerbern durchgesetzt. Kommenden Sonntag stellen sich beide der entscheidenden Stichwahl.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Vermögen aufbauen statt verwalten – Strategien für die nächste Dekade
20.03.2026

Über Jahrzehnte galt eine einfache Regel: Wer spart, sorgt vor. Doch in einer Welt aus Inflation, niedrigen Realzinsen und...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Keine Entspannung im Iran-Krieg in Sicht – Spannungen und wirtschaftliche Risiken nehmen zu
20.03.2026

Auch Wochen nach Beginn der Angriffe ist kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht. Militärische Schläge, geopolitische Spannungen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Fuchs-Aktie überzeugt trotz Gegenwind: Dividende steigt – was Anleger jetzt wissen müssen
20.03.2026

Anleger blicken gespannt auf die Fuchs-Aktie: Der Schmierstoffhersteller steigert Umsatz und Gewinn leicht und hebt die Dividende an....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrieproduktion fährt herunter – Merz-Regierung verspricht bessere Industriestrompreise und weniger Bürokratie
20.03.2026

Die deutsche Industrie kämpft an vielen Fronten – hohe Energiekosten, ausufernde Bürokratie, Fachkräftemangel und geopolitische...

DWN
Finanzen
Finanzen Vincorion-Aktie: Vincorion mit erfolgreichem IPO – Liste deutscher Rüstungsunternehmen an der Börse immer länger
20.03.2026

Mit dem Vincorion-IPO rückt ein neues Rüstungsunternehmen in den Fokus der Anleger. Die Nachfrage nach militärischen Gütern wächst...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 12: Die wichtigsten Analysen der Woche
20.03.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 12 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: Erzeugerpreise im Februar überraschend gesunken
20.03.2026

Die Erzeugerpreise in Deutschland sinken schneller als erwartet. Doch hinter dem Rückgang steckt vor allem ein Faktor, der sich rasch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölkrise: Energieagentur IEA fordert Tempolimit und Homeoffice – drohen auch Fahrverbote?
20.03.2026

Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen verschärfen die Ölkrise zunehmend. Die Energieagentur IEA fordert schnelle...