Deutschland

Linke fordert Ausnahme vom Öl-Embargo für Ostdeutschland

Wie andere EU-Staaten in Osteuropa so solle auch Ostdeutschland vom Öl-Embargo gegen Russland ausgenommen werden, fordert der mögliche neue Linken-Chef Sören Pellmann.
07.05.2022 15:43
Aktualisiert: 07.05.2022 15:43
Lesezeit: 1 min
Linke fordert Ausnahme vom Öl-Embargo für Ostdeutschland
Für den Chemiestandort Leuna in Ostdeutschland wäre ein Öl-Embargo gegen Russland verheerend. Daher fordert die Linke eine Ausnahme. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

In der Debatte um das von der EU-Kommission vorgeschlagene Öl-Embargo gegen Russland fordert die Linke eine Ausnahmeregelung für den Osten Deutschlands.

«Dieses Embargo ist für Ostdeutschland überstürzt und nicht verkraftbar», sagte Sören Pellmann, Ostbeauftragter der Linken-Bundestagsfraktion, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Ostdeutschland sollte daher aus dem Embargo ausgenommen werden, sagte Pellmann weiter, «zumindest vorerst, wie andere EU-Staaten auch».

Die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel beraten derzeit über einen Kompromissvorschlag der EU-Kommission zu dem Embargo. Der würde Ländern wie Ungarn und der Slowakei, die in hohem Maße von russischem Öl abhängig sind, mehr Zeit geben, den Lieferstopp vollständig umzusetzen. Deutschland hatte am Freitag bereits Zustimmung für eine solche Sonderregel signalisiert.

«Bisher ist der Grundsatz der Bundesregierung, dass Sanktionen Putin mehr treffen müssen als uns», sagte Pellmann weiter. Das sei aber hier nicht mehr der Fall. «Im Gegenteil, es trifft die ostdeutschen Länder deutlich härter als die russische Führung.» Ohne Übergangsregelungen für den Osten drohten soziale und ökonomische Verwerfungen. «Die Preise werden explodieren, die ostdeutsche Wirtschaft wird um zig Jahre zurückgeworfen.»

Im Osten Deutschlands hängen die Raffinerien in Leuna und Schwedt bislang an russischen Öllieferungen über die Druschba-Pipeline. Insbesondere in Ostdeutschland sei der Prozess, gänzlich unabhängig von russischem Öl zu werden, deshalb «anspruchsvoll», heißt es im Fortschrittsbericht Energiesicherheit der Bundesregierung.

Am Montag reist Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ins brandenburgische Schwedt und wird dort Gespräche mit der Geschäftsführung und der Belegschaft der PCK-Raffinerie führen. Die Raffinerie wird vom russischen Staatskonzern Rosneft kontrolliert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie: DAX-Wert bricht nach Quartalszahlen ein – Cloud-Bestand enttäuscht
29.01.2026

Die SAP-Aktie gerät nach den neuesten Quartalszahlen erneut kräftig unter Druck. Zwar zeigt das Cloudgeschäft weiter Wachstum, doch ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Fed-Zinsentscheid: US-Notenbank lässt Leitzins unverändert – Euro bleibt stark
29.01.2026

Beim aktuellen Fed-Zinsentscheid belässt die US-Notenbank den Leitzins unangetastet. Was bedeutet das für Verbraucher, Unternehmen und...

DWN
Panorama
Panorama Demografische Herausforderung: Deutschlands Bevölkerung schrumpft
29.01.2026

Deutschlands Bevölkerung steht vor einer neuen demografischen Herausforderung: Erstmals seit Jahren reicht die Zuwanderung nicht mehr aus,...

DWN
Finanzen
Finanzen Secunet-Aktie: SDAX-Wert überrascht mit kräftigem Wachstum
29.01.2026

Die Secunet-Aktie rückt nach starken Zahlen wieder in den Fokus der Börse. Umsatz, Gewinn und Auftragseingang entwickeln sich dynamisch,...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank-Aktie: DAX-Wert 2025 mit Gewinn auf Rekordniveau
29.01.2026

Die Deutsche Bank-Aktie sorgt mit einem Rekordgewinn für Aufmerksamkeit an den Märkten. Doch während starke Zahlen und eine solide...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell auf Rekordkurs: Neues Goldpreis-Rekordhoch über 5.500 Dollar – was treibt die Rally an?
29.01.2026

Der Goldpreis jagt von einem Rekord zum nächsten, das ist nichts Neues. Seit Monaten geht es aufwärts und in den vergangenen Tagen hat...

DWN
Technologie
Technologie Frauen entscheiden sich häufiger für MINT-Studium
29.01.2026

Immer mehr Frauen starten ein Studium in technischen, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. Doch in einschlägigen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäischer Automarkt: E-Autos und Hybride prägen den Strukturwandel
29.01.2026

Der europäische Automobilmarkt verschiebt sich strukturell hin zu neuen Antriebsformen. Welche Folgen hat der wachsende Anteil von E-Autos...