Finanzen

Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz Sanktionen und Krieg.
26.05.2022 10:30
Aktualisiert: 26.05.2022 10:30
Lesezeit: 1 min

Die russische Notenbank hat ihre Geldpolitik trotz der anhaltenden Sanktionen gegen das Land erneut gelockert. Der Leitzins werde um 3,0 Prozentpunkte auf 11,0 Prozent reduziert, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Moskau mit. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einer Zinssenkung auf 11,5 Prozent gerechnet. Die Notenbank stellte weitere Senkungen in diesem Jahr in Aussicht. Es ist die dritte Zinssenkung in Folge.

Ende Februar hatte die Notenbank den Leitzins drastisch um 10,5 Punkte auf 20 Prozent angehoben. Sie reagierte damit auf die Sanktionen des Westens, die nach dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine beschlossen wurden. Mit ihrer Zinserhöhung wollte die Notenbank damals der Abwertung der Landeswährung Rubel und Inflationsgefahren entgegenwirken. Zuletzt hat sich der Rubel bereits deutlich erholt. Er liegt aktuell sogar wieder über dem Niveau, das vor Kriegsbeginn herrschte.

Mehr zum Thema: Warum die Sanktionen des Westens an Russland abprallen

Die russische Notenbank erwartet einen Rückgang der Inflation. «Der Inflationsdruck lässt aufgrund der Dynamik des Rubel-Wechselkurses sowie des spürbaren Rückgangs der Inflationserwartungen von Haushalten und Unternehmen nach», hieß es in der Mitteilung. Der Rückgang der Inflationsrate von 17,8 Prozent im April auf 17,5 Prozent im Mai sei stärker als erwartet ausgefallen. Die russische Notenbank strebt eine Inflationsrate von 4 Prozent an.

«Die externen Bedingungen für die russische Wirtschaft sind nach wie vor schwierig und schränken die Wirtschaftstätigkeit erheblich ein», schreibt die Notenbank. «Die Risiken für die Finanzstabilität sind etwas zurückgegangen, was eine Lockerung einiger Kapitalkontrollmaßnahmen ermöglichte.» Russland hatte nach der Einführung der Sanktionen durch die westlichen Staaten Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um einen Verfall des Rubel zu verhindern.

--- UPDATE ---

Spekulationen auf weitere Zinssenkungen in Russland beschleunigen die Talfahrt des Rubel. Der Dollar steigt in der Spitze um 7,7 Prozent auf 63,92 Rubel.

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