Wirtschaft

Geht es der russischen Wirtschaft doch schlechter als gedacht?

Die Schwierigkeiten der russischen Wirtschaft sind laut eines Wirtschaftsprüfungsnetzwerkes größer als der Kreml bislang verlauten ließ.
24.07.2022 08:43
Aktualisiert: 24.07.2022 08:43
Lesezeit: 1 min
Geht es der russischen Wirtschaft doch schlechter als gedacht?
Die russische Wirtschaft leidet stärker unter den Sanktionen der westlichen Länder als bisher angenommen. (Foto: dpa) Foto: Thomas Körbel

Schwierigkeiten doch größer als angenommen: Nach einem Bericht des Wirtschaftsprüfungsnetzwerkes FinExpertiza sind zwischen März und Juni insgesamt 113.500 russische Firmen in die Insolvenz gegangen, berichtet das russischen Online-Magazin lenta.ru

Lange Zeit spielte die russische Regierung den Einfluss der westlichen Sanktionen auf die Wirtschaft des Landes herunter. Allerdings stellt sich jetzt heraus, dass die seit März dieses Jahres verhängten wirtschaftlichen Sanktionen des Westens greifen und die russische Wirtschaft auf Talfahrt geschickt haben.

Aus dem Bericht von FinExpertiza geht hervor, dass zwischen Frühjahr und Sommer landesweit 113.500 Unternehmen den wirtschaftlichen Betrieb eingestellt haben. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg von 17,5 Prozent.

Allerdings erklärte Elena Trubnikova, Leiterin von FinExpertiza auch, dass nicht alle Unternehmensschließungen auf die westlichen Sanktionen zurückzuführen seien. „Wirtschaftssanktionen und eine sinkende Nachfrage werden sich sicherlich auf die Unternehmensdemografie im Jahr 2022 auswirken.“ Allerdings seien derzeit viele Unternehmensschließungen nicht auf einen Rückgang der unternehmerischen Tätigkeit zurückzuführen, sondern auf die Bereinigung der Register durch die Steuerbehörden von Briefkastenfirmen und nicht funktionierenden Unternehmen.

Aber selbst Russlands Präsident Wladimir Putin, der bis dato die Auswirkungen der Sanktionen stets runter gespielt hat, spricht von „großen Herausforderungen“. Die bröckelnde Wirtschaft macht auch ihm zu schaffen.

So gab er diese Woche gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax zu, dass sein Land vor einer „kolossalen Menge an Schwierigkeiten“ stehe. Gleichzeitig gibt er sich kämpferisch und betonte, dass man nach Lösungsansätze für die eigene Wirtschaft suche und Russland vom „Rest der Welt mit einem Zaun zu isolieren“, nicht möglich sei.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Energiewende: Zehn zentrale Erfolge und Lehren für Europa
20.10.2026

China hat seine Energiewende eng mit Industriepolitik und Versorgungssicherheit verknüpft. Das Ergebnis ist widersprüchlich, aber...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
20.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie: Rapider Stellenabbau von fast einer halben Million Arbeitsplätze
20.10.2026

Die deutsche Wirtschaft erlebt einen verschärften Strukturwandel: Die Industrie hat seit 2019 knapp eine halbe Million...

DWN
Finanzen
Finanzen Steueroasen und Briefkastenfirmen: Datenträger führt zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland
20.10.2026

Ein Datenträger mit mehr als drei Millionen Dateien führt die Ermittler zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland. Nun müssen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
20.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: SanDisk und Micron führen Erholung der Chipaktien an, während Großbanken nachgeben
19.10.2026

Verfolgen Sie die entscheidenden Entwicklungen an der Wall Street und entdecken Sie, welche Sektoren die Märkte am Montag bewegten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...