Unternehmen

Windkraft auf dem Dach: Ein günstiges Zubrot

Nicht nur die Solarbranche wirbt mit Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, sondern auch Mikrowindkraftanlagen bieten die Möglichkeit die Stromkosten zu reduzieren.
Autor
25.07.2022 16:27
Lesezeit: 2 min
Windkraft auf dem Dach: Ein günstiges Zubrot
Auch mit Mini-Windkraftanlagen auf dem eigenen Dach kann günstiger Strom produziert werden. (Foto: dpa) Foto: Carsten Rehder

Das Geschäft mit erneuerbarer Energie boomt: Nicht nur die Solarbranche wirbt mit Photovoltaikanlagen für das Hausdach, sondern auch Anbieter von Windkraftanlagen haben den Hausbesitzer für sich entdeckt und bieten Microwindkraftanlagen für günstige Windenergie vom eigenen Dach an. Allerdings: So einfach ist das nicht. Bestimmte Vorlaussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich die Mini-Windräder auf dem Dach auch lohnen. Und: Damit der Strom optimal und leise produziert werden kann, ist eine fachmännische Installation und Verkabelung unabdingbar. Die Kosten dafür liegen nach all den zu berücksichtigen Ausgaben und Arbeiten, inklusive die des Elektrikers und Dachdeckers bei rund 5.000 Euro, wobei eine solche Anlage rund 20 bis 25 Jahre wartungsfrei läuft.

Solar- und Windkraft auf einem Dach

„Es macht durchaus Sinn“, meint Bernd Goldbeck, Vertriebler bei der SkyWind NG mit Sitz im niedersächsischen Langenhagen gegenüber den DWN, „Photovoltaik und Windkraft zusammen auf dem eigenen Dach zu nutzen, um aus beiden Systemen eine bestmögliche Wertschöpfung zu erzielen.“ Dabei müsse man jedoch imstande sein, Sonnen- und Windenergie über eine Batterie zu speichern, damit das Wechselspiel der Jahreszeiten auch zu seinem produktiven Zusammenspiel beider Energieträger werden könne.

Grundsätzlich benötigt eine Microwindkraftanlage auf dem Dach eine Windstärke von 3,8 Metern pro Sekunde, um in Betrieb zu gehen. Deshalb ist letztendlich auch der Standort einer solchen Anlage begrenzt. Sie eignet sich nicht für Gebäude, die durch Bäume oder höhere Bauten beeinträchtigt sind, oder in windarmen Gebieten. „Je näher an der Küste, desto besser funktioniert Windkraft“, so Goldbeck. Aber auch alpine Hochlagen bieten beste Voraussetzungen. Übrigens: Eine fachmännisch installierte Anlage erzeuge weniger Geräusche als der Wind selbst. Das heißt konkret: Der Mast muss in Lot sein und die Gondel in der Waage.

Die Bedenken der Verbraucherzentrale, dass sich eine solche Anlage nicht immer lohnen würde, sind durchaus berechtigt. Allerdings variiert die erzeugte Strommenge solcher Anlagen auch mit der Größe der eingesetzten Rotorfläche. Während bei gleichen Bedingungen eine Rotorfläche von 0,8 Quadratmetern nach Angabe der Verbraucherzentrale nur 96 KWh pro Jahr erzeugt, sind es bei einer Rotorfläche von 1,5 Meter bereits durchschnittlich 400 bis 600 KWh.

Wann sich eine Micro-Windkraftanlage bereits lohnt

Wenn man etwa über Windräder auf dem Dach rund ein Drittel des Jahresverbrauches einsparen kann, dann lohnt sich eine solche Anlage. Vor allem in Anbetracht des hohen Stromverbrauches von Wärmepumpen.

„Bis jetzt“, so Goldbeck, „ist die Windkraft auf dem Dach vor allem ein günstiges Zubrot. Ohne jetzt die aktuelle Entwicklung der Strompreise zu berücksichtigen und von einem Strompreis von 36,5 Cent pro KWh auszugehen, rechne sich ein solches Zubrot bereits bei einem jährlichen Ertrag von 400 bis 600 KWh in einem mittleren Standort.

Deshalb sei davon auszugehen, dass sich eine solche, ähnlich wie eine Photovoltaik-Anlage, mit einem Trägersystem auf dem Dach angebrachte Anlage in Anbetracht der aktuellen Preisentwicklung auf dem Stromsektor auf jeden Fall rentiere. Vorausgesetzt, die Windverhältnisse des Standorts werden vorab überprüft. Eine diesbezügliche Hilfe bietet die Website www://globalwindatlas.info.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der moderne CEO: Warum klassische Karrierewege nicht mehr ausreichen
06.04.2026

Immer mehr Vorstandschefs großer Konzerne werden ausgewechselt, während sich zugleich die Anforderungen an die Rolle deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung: Welche Hilfe das Finanzamt wirklich leisten darf
06.04.2026

Das Finanzamt gilt für viele als erste Anlaufstelle bei Steuerfragen. Doch nicht jede Antwort ist erlaubt oder verbindlich. Welche Hilfe...

DWN
Technologie
Technologie KI im E-Learning: Wie ChatGPT Kursanbieter entlarvt
06.04.2026

Was früher niemand las, prüft heute eine Maschine in Sekunden. Kunden lassen Verträge, E-Books und Onlinekurse von KI analysieren und...

DWN
Panorama
Panorama Die unsichtbaren Schatzkammern der Welt: 10 Rohstoffquellen unter dem Radar
06.04.2026

Rohstoffe sind zurück im Zentrum der Weltpolitik – doch die größten Konflikte entstehen nicht in Venezuela, Iran oder China. Tiefsee,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektrischer Mercedes GLC: Preise, Technik und Reichweite im Überblick
06.04.2026

Mit dem elektrischen GLC will Mercedes den Umstieg in die Elektromobilität attraktiver machen und kombiniert moderne Technik mit...

DWN
Politik
Politik AfD-Erfolg im Westen: Trotz Skandalen ist die Partei auf dem Vormarsch
06.04.2026

Trotz Vetternwirtschaftsdebatten, Extremismus-Vorwürfen und interner Konflikte gewinnt die AfD weiter an Zustimmung, auch im Westen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Techpreise steigen: Günstige PCs und Smartphones vor dem Aus
06.04.2026

Günstige Technik verschwindet schleichend aus dem Markt. Chipmangel, geopolitische Krisen und der KI-Boom treiben die Preise nach oben....

DWN
Politik
Politik Ehegattensplitting vorm Aus? "Fiktives Realsplitting": Institution Ehe soll tiefgreifend verändert werden
05.04.2026

Beim Ehegattensplitting wird das Einkommen beider Ehe- oder Lebenspartner gemeinsam versteuert, was sich lohnt, wenn einer deutlich weniger...