Unternehmen

Siemens Energy: Nicht für Verzögerungen bei Gas-Turbine verantwortlich

Laut dem deutschen Unternehmen liegt die Schuld für den Transportstopp bei Gazprom.
28.07.2022 07:46
Aktualisiert: 28.07.2022 07:46
Lesezeit: 1 min

Das Unternehmen Siemens Energy hat erneut die russische Darstellung zurückgewiesen, für Verzögerungen bei der Lieferung einer wichtigen Turbine zum Betrieb der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 verantwortlich zu sein. Der Transport der Turbine könne sofort starten, sagte ein Sprecher von Siemens Energy am Mittwoch. Alle erforderlichen Dokumente für die Ausfuhr lägen vor. Was hingegen fehle, seien erforderliche Zolldokumente für den Import nach Russland. "Diese Informationen können von niemand anderem als Gazprom bereitgestellt werden." Der russische Gas-Konzern hatte zuvor erklärt, Siemens Energy habe die Turbine noch immer nicht übergeben und die Verzögerung liege in der Verantwortung von Siemens Energy.

"Für uns ist die Wartung der Turbinen ein Routinevorgang, der sich in der Praxis jahrelang bewährt hat", teilte Siemens Energy später am Abend mit. "Wir haben derzeit keinen Zugang zu den Turbinen vor Ort und uns liegen bisher keine Schadensmeldungen von Gazprom vor. Daher müssen wir davon ausgehen, dass die Turbinen betriebsbereit sind." Turnusgemäße Wartungen in der Zukunft könnten ebenfalls problemlos durchgeführt werden. So sehe die aktuelle Genehmigung der kanadischen Regierung vor, dass weitere Turbinen von Siemens Energy in Montreal gewartet und anschließend ausgeführt werden könnten.

Russland liefert seit längerer Zeit deutlich weniger Gas durch die Pipeline als technisch möglich wäre. Zur Begründung wird auf Probleme mit der Turbine verwiesen. Politiker in Deutschland halten das aber für ein vorgeschobenes Argument und sehen die Drosselung der Lieferungen als politisch von Russland gewollt - als Retourkutsche für die Sanktionen, die der Westen wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine verhängt hat.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fallende Ölpreise und Tankrabatt: Inflation sinkt deutlich
30.06.2026

Die Inflation verliert überraschend an Tempo, weil Ölpreise fallen und der Tankrabatt die Spritkosten drückt. Doch die Entlastung...

DWN
Politik
Politik Arzneimittelpreise: Warum Berlin plötzlich für Amerikas Pillenproblem zahlen soll
30.06.2026

Donald Trump verspricht den Amerikanern billigere Medikamente, doch die Rechnung dafür könnte in Europa landen. Nach Großbritannien...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Monatlich 15.000 Arbeitslose aus der Industrie
30.06.2026

Es geht weiter bergab mit der deutschen Industrie. Tausende von Menschen in der Branche verlieren monatlich ihren Job - ohne Aussicht auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn muss Trassen abgeben
30.06.2026

Die Deutsche Bahn verliert auf wichtigen Fernverkehrsstrecken exklusiven Zugriff auf begehrte Trassen. Die Bundesnetzagentur stärkt neue...

DWN
Politik
Politik EU zahlt Milliarden: Ukraine rüstet Drohnen auf
30.06.2026

Nach monatelanger Blockade floss vergangene Woche erstmals Geld aus dem riesigen EU-Hilfskredit an die Ukraine. Jetzt stellt die EU weitere...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aufhebungsvertrag wegen Personalabbau: Die wichtigsten Fakten
30.06.2026

Personalabbau ist auf Grund der schlechten wirtschaftliche Lage derzeit für viele Unternehmen ein Thema. Maßnahmen sind häufig...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
30.06.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kaum Frühjahrsschwung am Arbeitsmarkt
30.06.2026

Seit April wartet der deutsche Arbeitsmarkt darauf, dass die Frühjahrsbelebung einsetzt. Doch auch am Ende des Frühlings bleibt sie fast...