Technologie

Produktionsbereit: Erstes bezahlbares solares E-Auto

Das erste sich selbstladende Solarauto eines deutschen Start-up Unternehmens soll nächstes Jahr in Serie gehen.
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01.08.2022 13:31
Aktualisiert: 01.08.2022 13:31
Lesezeit: 2 min

Das erste sich selbst aufladende Solarauto soll in Produktion gehen: Das 2016 gegründete Münchner Startup Sono Motors stellt sich dem Konkurrenzkampf in der Elektromobilität und startet nach längerer Forschungsphase die Produktion des Solarautos Sion.

Bezahlbar

„Der Sion ist das erste bezahlbare, solare Elektroauto,“ so Jona Christians, Geschäftsführer von Sono Motors. Dabei handelt es sich um ein Familienauto, das 29.900 Euro kosten soll.

Im Vergleich zu anderen solaren Elektroautos bewegt sich das Münchner Start-up in einem Niedrigpreissegment. Für das futuristisch anmutende Modell „One“ des niederländischen Start-up Unternehmen Lightyear etwa – es wurde unter der spanischen Sonne entwickelt – müssen Interessenten rund 250.000 Euro auf den Tisch blättern müssen.

„Ich hoffe, dass sich diese Idee durchsetzt“, erklärt Stefan Carsten gegenüber den DWN. Der Berliner Zukunftsforscher und Mobilitätsexperte beobachtet das Münchner Start-up bereits seit einiger Zeit und meint, dass „es ein sehr gutes und spannendes Projekt ist, bleibt nur abzuwarten, ob der Sion auf dem Markt auch erfolgreich ist.“

Technische Daten

Zu der Technologie: Die Außenhaut des familienfreundlichen Sion besteht aus 456 nahtlos integrierten Solar-Halbzellen und ermöglicht die Energieversorgung auf kurzen Strecken. Die von den Solarzellen erzeugte Energie soll die erwartete Reichweite der 54 kWh Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterie von 305 km um durchschnittlich 112 km pro Woche ergänzen. Dabei fährt der Sion mit einem 163 PS starken Motor und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometer.

Das solare E-Auto soll im nächsten Halbjahr in Serienproduktion gehen und im zweiten Halbjahr 2023 auf den Markt kommen. Bereits jetzt liegen dem Münchner Entwickler und Hersteller von Solarmobilitätslösungen rund 19.000 Bestellungen für das Solarauto vor. Dabei traten die Interessenten mit durchschnittlich 2.250 Euro in Vorkasse, Geld, das das Unternehmen in der Entwicklung des Autos gesteckt hat. In den nächsten Monaten wird der Sion sowohl in Europa als auch in den USA Praxistests unter extremen Bedingungen unterzogen.

Serienreife

Auf dem Weg zur Serienfreigabe hat Sono das Design im Vergleich zu den vorherigen Prototypen noch einmal weiterentwickelt. Das überarbeitete Außendesign umfasst neue Scheinwerfer und Rückleuchten, eine neu gestaltete Seitenlinie, neue Türgriffe, ein klar strukturiertes Heck mit Kamera und 3D-Linien sowie eine neue Ladeklappe. Ein gut sichtbares Zeichen der grünen Orientierung ist das Moosdekor hinter Glas im Armaturenbrett. Das behandelte Moos soll laut Hersteller für ein gutes Raumklima sorgen.

Die Produktion, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 starten soll, wird mit Valmet Automotive, einem finnischen Auftragsfertiger aufgenommen. Dabei sollen in sieben Jahren rund 257.000 Sion-Fahrzeuge produziert werden.

Das mittlerweile börsennotierte Unternehmen, das rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, kooperiert auch mit MAN Nutzfahrzeuge, der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und mit dem französischen Unternehmen Chereau. Der Schwerpunkt der Chereau-Produktion liegt auf der Fertigung von Kühlaufliegern und Kühl-LKWs. Auch war Anfang dieses Jahres eine strategische Kooperation mit dem bayrischen Autobauer BMW angedacht, allerdings ist eine solche nicht zustande gekommen. Sono hat derzeit neben Sion insgesamt noch weitere 19 Business-Projekte, in deren Rahmen es Busse und Kühl-LKWs mit Solarzellen ausrüstet.

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