Politik

Mali drängt ausländische Truppen aus dem Land

Die Regierung Malis verschärft die Arbeitsbedingungen ausländischer Soldaten im Land – auch die Bundeswehr ist direkt von neuen Verboten betroffen.
03.08.2022 11:51
Lesezeit: 1 min
Mali drängt ausländische Truppen aus dem Land
Die malische Regierung drängt ausländische Soldaten aus dem Land. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Die Regierung des westafrikanischen Landes Mali hat die Überfluggenehmigung für den Militärtransporter A400M zurückgezogen. Darüber hat das Einsatzführungskommando der Bundeswehr nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Obleute im Verteidigungsausschuss des Bundestags unterrichtet. Ohne eine solche Überfluggenehmigung kann demnach eine lückenlose Rettungskette für das deutsche Minusma-Kontingent über Niger nicht sichergestellt werden. Hintergründe für den Entzug der Überfluggenehmigung seien nicht bekannt, hieß es weiter.

Behörden: Flughafen muss geräumt werden

Die Bundeswehr ist den Angaben zufolge auch von der Anweisung der malischen Regierung betroffen, dass ausländischen Soldaten der Aufenthalt auf einem Teil des Flughafens in der Hauptstadt Bamako, auf dem sich auch ein UN-Stützpunkt befindet, nicht mehr gestattet wird. Sämtliche Soldaten - darunter 60 der Bundeswehr - müssen demnach das Betriebsgelände der Firma «Sahel Aviation Services» innerhalb von 72 Stunden verlassen. Das schrieb das Verkehrsministerium in einer Mitteilung, die am Dienstag bekannt wurde.

Sämtliche ausländische Soldaten müssten innerhalb von 72 Stunden die Örtlichkeiten der Firma «SAS» verlassen, hieß es. Das Unternehmen verstoße gegen vertragliche Vereinbarungen und gefährde damit die Sicherheit Malis. Ob das Verbot praktisch die Auflösung des UN-Stützpunktes bedeutete, war zunächst nicht klar. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, Kenntnis von dem Schreiben an «SAS» zu haben. Welche Auswirkungen es auf den Bundeswehreinsatz in Mali habe, würde nun vom Einsatzführungskommando geprüft.

Am Mittwoch wollte der Verteidigungsausschuss in Berlin über die aktuelle Lage in Mali beraten. Unter der Militärregierung von General Assimi Goita nahmen die Spannungen mit den Staaten wie Deutschland, die sich an der UN-Mission beteiligen, zuletzt deutlich zu.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch instabil. In Teilen des Landes sind auch islamistische Terrorgruppen aktiv. Seit dem bisher letzten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Technologie
Technologie Farizon V7E im Test: Chinas Angriff auf Europas Transporter
19.10.2026

Europas Transporterhersteller bekommen Konkurrenz aus China. Der Farizon V7E will mit viel Ladefläche, moderner Technik und einem...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommens-Vergleich: Wann man in Deutschland reich oder arm ist
19.10.2026

Ab wann gehört jemand zur Mittelschicht und wo beginnt Reichtum? Mit einem Rechner des IW Köln können Verbraucher ermitteln, wo sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hohe Kerosinkosten: Eurowings streicht Flüge und prüft Kurzarbeit
19.10.2026

Brandbrief an Mitarbeiter: Die Dubai-Flüge ab Köln und Stuttgart sind bereits gestrichen, weitere Einschnitte im Winterflugplan folgen....

DWN
Politik
Politik Neue Kandidaten für die Atombombe: Welches Land könnte die zehnte Atommacht werden?
19.10.2026

Iran steht einer eigenen Atomwaffe am nächsten, Saudi-Arabien baut ein Atomprogramm auf, technologisch überraschen dagegen Japan und...

DWN
Technologie
Technologie Elektromobilität: Wo Elektroautos besonders boomen
19.10.2026

Förderung, breitere Auswahl und die hohen Spritpreise treiben die Elektroautoneuzulassungen in Deutschland. In zwei Bundesländern fährt...

DWN
Politik
Politik Midterms: Trump geht auf Putin zu - Verständigung trotz Ukraine-Krieg
19.10.2026

Trump ist Selenskyj schon oft in den Rücken gefallen, in seinem aktuellen Kurs sehen einige Experten eine neue Qualität. Gibt der...

DWN
Politik
Politik Experte: Trumps neue Grönland-Ankündigung dreht sich um etwas ganz anderes
19.10.2026

Donald Trump kündigt eine großangelegte Suche nach Öl, Gas und kritischen Mineralien in Grönland an. Doch zwei Experten bezweifeln,...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
18.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...