Finanzen
Anzeige

Notenbanken bringen Immobilien-Blase zum Platzen – die sie selbst überhaupt erst geschaffen haben

Wenn die Notenbank in einen überhitzen Immobilienmarkt hinein die Zinsen drastisch anhebt, dann brechen die Hauspreise ein, richtig? Teilweise. Die Realität ist immer komplexer, als man denkt. Erfahren Sie mehr in unserer großen Analyse über die Auswirkungen der Zinswende auf den globalen Häusermarkt.
04.09.2022 08:12
Lesezeit: 2 min

Der Immobilienmarkt bröckelt – das von vielen Analysten wegen der Zinswende beschworene Platzen der Immobilien-Blase scheint bevorzustehen. Unter Interessenten macht sich eine gewisse Zurückhaltung breit. „Häuser erhalten jetzt ein bis drei Angebote, verglichen mit fünf bis 10 vor zwei Monaten und 25 bis 30 vor sechs Monaten“, kommentiert ein Redfin-Immobilienmakler in Nashville. Inzwischen würden die Verkaufspreise selbst in den bislang heißesten Märkten um bis zu 20.000 Dollar reduziert.

Das Problem ist vor allem die Kauf-Nachfrage. Immobilien-Konzerne, Institutionelle Käufer und professionelle Spekulanten halten sich im aktuellen Umfeld zurück und wer privat für den Eigenbedarf kaufen will, kann sich das wegen steigender Hypothekenzinsen und der schmerzhaften Kaufkraftverluste durch die hohe Inflation kaum mehr leisten.

Bürger können sich kein Haus mehr leisten

Ein Großteil aller Hauskäufe ist schuldenfinanziert (Eigenanteil meist zwischen 10 und 20 Prozent der Kaufsumme) und diese Finanzierungskosten steigen dramatisch an. Die durchschnittlichen Hypothekenzinsen liegen in den USA inzwischen bei 5,6 Prozent, nachdem sie zu Jahresbeginn noch um die Marke von 3 Prozent geschwankt hatten. Die Verdoppelung der Zinskosten gilt selbstverständlich auch für Anschlussfinanzierungen. Die wenigsten dürften finanziell auf diese Situation vorbereitet sein.

Wer das Glück hatte, sich den Hauskauf zu historisch niedrigen Hypothekenzinsen zu finanzieren, der ist davon nicht betroffen – sofern diese Person die Schulden bereits getilgt hat oder die Zinsen über einen langen Zeitraum festgeschrieben hat. Alle anderen müssen nunmehr doppelt so viel oder noch mehr Zinsen bezahlen. Eine erhebliche Belastung, die sich bei weitem nicht jeder aus der Mittelschicht leisten kann. Aber es kommt noch schlimmer: Durch die regide Finanzaufsicht innerhalb der Banken drohen auch bei vermögenden Kunden Zahlungsausfälle. Was passiert dann mit der hochangepriesenen, eigenen Immobilie?

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.


DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verkaufsverbot in Deutschland: Universal Robots bremst chinesische Konkurrenz aus
23.04.2026

Der Druck auf Europas Robotik-Industrie wächst, während chinesische Anbieter mit aggressiver Expansion auf den deutschen Markt drängen....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 erreicht Rekordhoch – Aktien steigen wegen Verlängerung der Iran-Waffenruhe und starken Quartalszahlen
22.04.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Dynamiken den Markt aktuell beherrschen und warum Investoren jetzt genau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftswende abgesagt: Deutschland erwartet Mini-Wachstum und halbiert Konjunkturprognose
22.04.2026

Nicht nur die Folgen des Iran-Kriegs bremsen die Konjunktur in Deutschland weiter aus. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
22.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Ungarn gibt Ukraine-Blockade auf: EU-Milliarden und neue Sanktionen gegen Russland kommen
22.04.2026

Der Weg für den 90 Milliarden schweren EU-Kredit sowie für weitere Russland-Sanktionen ist frei. Die Hälfte des Geldes soll bereits in...

DWN
Immobilien
Immobilien Bund als Wohnungsbauer? Regierung plant Bundesbaugesellschaft
22.04.2026

Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Preise: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen zugleich verteuern sich die Mieten vor allen in...

DWN
Politik
Politik Zwischen Datenschutz und Kontrolle: EU-App zur Altersprüfung im Internet kommt
22.04.2026

Um den Jugendschutz im Internet zu verbessern, hat die EU eine App zur Altersverifizierung entwickelt. Die Lösung, die Ursula von der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flugstreichungen: Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober
22.04.2026

Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate und ihre Urlaubspläne?