Politik

USA will Einfuhrbestimmungen für EU-Rindfleisch lockern

Lesezeit: 1 min
05.11.2013 01:06
Die EU will Rindfleisch-Importe aus den USA lockern, nachdem die Amerikaner ihrerseits ankündigen, wieder mehr Lebensmittel aus der EU zu importieren. Die Lockerung ist ein Vorspiel zum Freihandelsabkommen der USA mit der EU.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Seit Jahren streiten die USA, Kanada und die EU um den Einsatz von Masthormonen bei der Rinderzucht. Seit 1988 verbietet die EU die Einfuhr dieses Fleisches.

Im Gegenzug erhoben die nordamerikanischen Staaten Strafzölle auf diverse europäische Lebensmittel, darunter Vorzeigeprodukte wie den französischen Roquefortkäse. Seit 1998, dem Ausbruch des BSE-Skandals, ist außerdem die Einfuhr von europäischen Rindfleisch in die USA mittels Importbeschränkungen stark reguliert.

Jetzt kündigt das US-Landwirtschaftsministerium eine Lockerung der Einfuhrbestimmungen für Rindfleisch aus EU-Ländern an. Der entsprechende Gesetzesentwurf soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, berichtet Food Safety News.

Die USA behaupten, sich jetzt an die Internationalen Standards, die die World Organisation for Animal Health (OIE) für BSE ausgibt, zu halten.

Die USA erhofft sich damit auch eine Lockerung für Bestimmungen über ihr Rindfleisch.

Im Gegenzug hat der Rat der Europäischen Union EU einen Beschluss verabschiedet. Darin geht es um die Verlängerung einer

Vereinbarung zwischen den USA und der Europäischen Kommission über die Einfuhr von Rindfleisch von nicht mit bestimmten Wachstumshormonen behandelten Tieren und die erhöhten Zölle der Vereinigten Staaten auf bestimmte Erzeugnisse der Europäischen Union.“

Der dreiteilige Fahrplan begann 2009.

In der ersten Phase eröffnete die EU ein autonomes Zollkontingent von 20.000 Tonnen „hochwertiges Rindfleisch“ (also von „nicht mit bestimmten Wachstumshormonen behandelten Tieren), das aus den USA importiert werden durfte. Im Gegenzug verringerte die USA die auf EU-Erzeugnisse verhängten Strafzölle. Diese Phase lief bis August 2012.

In der zweiten Phase – bis August 2013 – eröffnete die EU ein größeres Kontingent von 45.000 Tonnen „hochwertiges Rindfleisch“. Die USA hoben im Gegenzug alle auf EU-Erzeugnisse verhängte Sanktionen im Zusammenhang mit dem „Hormon-Streit“ auf, dessen Schlichtung in der Welthandelsorganisation (WTO) verankert ist.

Das Problem: Die Beimischung von Hormonen ist, ähnlich wie das Doping von Sportlern, in den Zwischenzeit noch wesentlich unauffälliger möglich als noch vor einigen Jahren.

Ob die EU nun aufwändige Kontrollen durchführen wird, ist nicht bekannt.

Die gegenseitige Annäherung ist ein Vorspiel für das geplante Freihandels-Abkommen zwischen der EU und den USA.

Bei diesem geht es um wirtschaftliche Interessen.

Nicht um die Gesundheit.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russlands Öl- und Gasvorkommen gehen zur Neige

Die Öl- und Gasvorkommen der Russischen Föderation werden nach offiziellen Angaben bald zur Neige gehen, sagt der russische...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflationsschock in den USA: Verbraucherpreise steigen um 4,2 Prozent

Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Nun meldet das Arbeitsministerium die höchste...

DWN
Deutschland
Deutschland Mieter und Vermieter müssen CO2-Sondersteuer bezahlen: „Am Ende der Kanzlerschaft Merkels ist das vermietete Privateigentum in akuter Gefahr“

Die Kosten der neuen Sondersteuer auf das Naturgas CO2 müssen Mieter und Vermieter künftig zu gleichen Teilen bezahlen. Vertreter der...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute vor 72 Jahren: Alliierte Militärgouverneure genehmigen das Grundgesetz

Am 12. Mai 1949 hatten die Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig das Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des...

DWN
Deutschland
Deutschland Drosten: Ohne Corona-Impfung wird man sich "unweigerlich infizieren"

Wer sich gegen eine Impfung entscheide, der werde sich "unweigerlich" mit dem Corona-Virus infizieren, sagte der Virologe Christian...

DWN
Politik
Politik Baerbock will mindestens 2 Prozent der Fläche Deutschlands mit Windkraftanlagen bestücken

Annalena Baerbock zufolge müssen mindestens 2 Prozent der gesamten deutschen Landfläche mit Windkraftanlagen bestückt werden, um das...