Finanzen

Ärger für Anshu Jain: Sonderprüfung wegen Libor-Skandal bei der Deutschen Bank

Lesezeit: 1 min
08.07.2012 01:11
Die deutsche Bankenaufsicht hat ein Sonderverfahren gegen die Deutsche Bank eingeleitet. Ihr wird vorgeworfen, an der Manipulation des Libor beteiligt gewesen zu sein. Die Sonderprüfung könnte für den neuen Chef der Bank, Anshu Jain, unangenehm werden.
Ärger für Anshu Jain: Sonderprüfung wegen Libor-Skandal bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank wird verdächtigt, eine wichtige Rolle in der Manipulation der Zinssätze am Interbankenmarkt gespielt zu haben. Nun wird sie durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einer Sonderprüfung unterzogen. In der Libor-Affäre ermitteln die britischen Aufsichtsbehörden gegen mehrere internationale Großbanken.

Für den neuen Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, könnten die Ermittlungen auch persönlich unangenehm werden: Jain war in der fraglichen Zeit der Manipulationen Chef der in London ansässigen Sparte für Investment-Banking bei der Deutschen Bank. Die Deutsche Bank versicherte, dass sie vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten werde. In den USA läuft bereits eine Klage gegen die Bank wegen der Manipulationen. Dieser Klage hat sich jetzt auch einem Magazin-Bericht zufolge ein Fonds des Frankfurter Bankhauses Metzler angeschlossen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist es zu unangemeldeten Prüfungen gekommen, um wichtige Daten sichern zu können. Dies ist das stärkste Mittel, das der BaFin bei Ermittlungen zur Verfügung steht.

Bereits jetzt hat sich die Untersuchung auf die Bank ausgewirkt: Die Nachricht von der Sonderprüfung ließ den Aktienkurs der Deutschen Bank um 4,7 Prozent einbrechen.

Wegen der Manipulation des Libor – einem Zinssatz an dem sämtliche Kredite und Wertpapiere gemessen werden – mussten in Großbritannien die Führung der Bank Barclays zurücktreten. Der Fall sorgte für großes Aufsehen, weil auch Politiker in die Affäre verstrickt zu sein scheinen (mehr hier).

DWN
Unternehmen
Unternehmen Merz vs. Scholz: Mit Marktwirtschaft und Gesetzen der Physik die Bahn retten - vor 2070
22.07.2024

Es war ein bemerkenswertes Statement im Format des „Sommer-Interviews“. CDU-Parteichef Friedrich Merz hat vorgeschlagen (und der Bahn...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Taiwans Chipindustrie: Milliarden gegen Chinas Bedrohung und Trumps Forderungen
22.07.2024

Aus Sorge vor einer chinesischen Invasion investieren Taiwans Chipfirmen Milliarden in neue Fabriken im Ausland. Die Bedenken sind nicht...

DWN
Politik
Politik Russischer Geheimdienst: Explosivstoffe in deutschen Paketen entdeckt
22.07.2024

Moskau beschuldigt die Führung in Kiew immer wieder, Sabotage- und Terroranschläge in Russland zu organisieren. Jetzt soll ein konkreter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Varta setzt auf drastische Maßnahmen: Alt-Aktionäre sollen gehen
22.07.2024

Der Batteriehersteller ergreift drastische Maßnahmen und wählt ein Verfahren, das verhindern soll, dass ein operativ gesunder Betrieb in...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Pekings Wirtschaftskurs sorgt für Frustration bei deutschen Firmen
22.07.2024

Das „Dritte Plenum“ sollte eigentlich für Aufbruchstimmung sorgen. Doch aus der Perspektive deutscher Firmen blieben die Beschlüsse...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Frauen in Führung: Anteil in deutschen Börsenunternehmen auf Rekordniveau
22.07.2024

Im Mai 2024 lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten deutscher Dax-Unternehmen bei 37,3 Prozent und in den Vorständen bei 19,3 Prozent,...

DWN
Technologie
Technologie Hightech, statt Handarbeit: Ein Blick in die Zukunft der Landwirtschaft
22.07.2024

Neue Anbaumethoden und Technologien verändern die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren. Ob KI-gestützte Wettervorhersagen,...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto-Batterien: Wahrheit hinter dem CO2-Mythos
22.07.2024

Obwohl die Herstellung von E-Auto-Batterien viel Energie erfordert, weist ein Elektroauto über seine gesamte Lebensdauer hinweg eine...