Politik

Lagebericht Syrien: Waffenstillstand zwischen Söldnergruppen bricht zusammen

Ein zwischen verschiedenen Söldner-Milizen in Nordsyrien geschlossener Waffenstillstand ist zusammengebrochen. Auch die Türkei ist involviert.
17.10.2022 17:00
Aktualisiert: 17.10.2022 17:06
Lesezeit: 1 min
Lagebericht Syrien: Waffenstillstand zwischen Söldnergruppen bricht zusammen
Kämpfer von HTS im Gefecht. In Syrien kämpfen verschiedene Söldnergruppen gegeneinander. (Foto: dpa) Foto: Anas Alkharboutli

In Nordsyrien sind die heftigen Kämpfe zwischen rivalisierenden Söldnergruppen wieder aufgeflammt. Dies berichteten am Montag übereinstimmend Einwohner und die beteiligten Milizen. In der letzten verbliebenen Hochburg von Gegnern von Präsident Baschir al Assad , dem Großraum Idlib, war zuvor nach fünf Tage blutiger Kämpfe einen Waffenstillstand vereinbart worden.

Die islamistische Gruppe Hajat Tahrir al Scham (HTS), die von den USA, der Türkei und anderen Ländern als terroristisch eingestuft wird, hatte sich mit der von der Türkei unterstützten Söldnermiliz mit dem Namen „Nationale Armee“ am Samstag auf ein Ende der Kämpfe verständigt.

Beide Seiten beschuldigten sich nun gegenseitig, die Bestimmungen des von der Türkei vermittelten Abkommens nicht eingehalten zu haben. Es sieht vor, die Kämpfer aus Afrin und anderen Städten an ihre jeweiligen Frontlinien zurückzuziehen und den Weg für eine einheitliche Zivilverwaltung zu ebnen.

Zu schweren Gefechten kam es am Montag in der Nähe des zerklüfteten Geländes um das Dorf Kafr Jana im Norden Aleppos, wohin beide Seiten Verstärkung geschickt hatten. Anwohner befürchten, dass die HTS versucht, die strategisch wichtige Grenzstadt Asas einzunehmen, das Verwaltungszentrum der von der Türkei unterstützten Marionettenregierung. Ein Kommandeur der „Nationalen Armee“ sagte, die dschihadistische Gruppe nähere sich dem Hauptgrenzübergang Bab al Salamah zur Türkei, nordwestlich von Asas.

Seit dem Beginn des vom Ausland gesteuerten Aufstands gegen Präsident Assad 2011 haben interne Kämpfe die syrische Opposition geschwächt. Ihre Revierkämpfe haben Assad und seinen Verbündeten geholfen, erheblich an Boden zu gewinnen.

Lesen Sie dazu: Die diplomatische Front des Westens gegen Syrien bricht zusammen

Westlichen Geheimdiensten und Söldnern zufolge strebt die HTS seit langem eine größere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Rolle in Gebieten Nordsyriens an, die über ihre Hochburg in der dicht besiedelten Stadt Idlib hinausgehen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis bei 10.000 US-Dollar? Warum Analysten einen historischen Durchbruch erwarten

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen, doch die aktuelle Debatte wirkt anders. Steigende globale Verschuldung, anhaltende Inflation und...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Investoren bleiben optimistisch. Wall Street schließt im Plus
26.01.2026

Die US-Aktienmärkte beendeten den Handelstag am Montag im grünen Bereich. In den kommenden Tagen stehen die Sitzung der US-Notenbank und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft PMI Deutschland: Manager so optimistisch wie seit 2022 nicht mehr
26.01.2026

Der Einkaufsmanagerindex signalisiert Aufbruchstimmung in Deutschland und im Euroraum. Doch hinter den positiven PMI-Werten verbergen sich...

DWN
Technologie
Technologie KI-Skandal: EU leitet Verfahren gegen Musks Plattform X wegen KI-Missbrauch ein
26.01.2026

Die EU-Kommission geht wegen mutmaßlich unzureichender Kontrolle über KI-generierte Inhalte gegen die Plattform X von Elon Musk vor. Im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stabilo, Faber-Castell und Staedtler: Digitalisierung und Wirtschaftskrise treffen Stifte-Hersteller
26.01.2026

Die Hersteller von Textmarker, Buntstift und Co. stecken in der Krise: Im Digital-Zeitalter greifen immer weniger Menschen zum Stift....

DWN
Politik
Politik NATO-Generalsekretär gibt den Inhalt des Gesprächs bekannt, das Donald Trump umgestimmt hat
26.01.2026

Ein vertrauliches Gespräch zwischen Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die politische Lage abrupt verändert. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Neobroker im Trend: Junge Anleger riskieren oft mehr, als sie wissen
26.01.2026

Aktien per App handeln wird bei jungen Menschen immer beliebter. Doch Experten warnen: Viele unterschätzen die Risiken der Börse....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklimaindex zum Jahresstart unter den Erwartungen: Wirtschaft ohne Schwung
26.01.2026

Die deutsche Wirtschaft ist überraschend verhalten ins Jahr 2026 gestartet: Der Ifo-Geschäftsklimaindex blieb im Januar bei 87,6 Punkten...

DWN
Technologie
Technologie Nordsee-Anrainer bündeln Kräfte: Großes Windkraftprojekt geplant
26.01.2026

Deutschland und andere Nordsee-Anrainer wollen den Ausbau der Offshore-Windenergie beschleunigen. Beim Nordsee-Gipfel in Hamburg...