Technologie

EU muss massiv investieren, um Kernkraft zu erhalten

Die Europäische Union muss bis zu 450 Milliarden Euro investieren, um die Kernkraft auf dem derzeitigen Niveau zu erhalten, sagt EU-Kommissarin Kadri Simson.
Autor
12.11.2022 20:42
Lesezeit: 1 min

Die Europäische Union wird bis zu 450 Milliarden Euro an Investitionen benötigen, um ihre Kapazitäten zur nuklearen Stromerzeugung auf dem derzeitigen Niveau aufrechtzuerhalten. Dies sagte Kadri Simson, EU-Kommissarin für Energie, in dieser Woche auf dem Europäischen Kernenergieforum in Prag. Nach Ansicht der Estin wird Kernenergie eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung der EU-Klimaziele für eine kohlenstoffarme Stromerzeugung spielen.

"Das Rückgrat des künftigen kohlenstofffreien europäischen Stromsystems werden vor allem erneuerbare Energien sein. Die Realität ist jedoch, dass diese erneuerbaren Energien durch eine stabile Grundlaststromerzeugung ergänzt werden müssen. Aus diesem Grund ist die Kernenergie nicht nur ein Sicherheitsaspekt, sondern auch eine echte Lösung", so die EU-Kommissarin.

In diesem Jahr haben die steigenden Energiepreise die Bedeutung der Energiesicherheit hervorgehoben. Daher konzentriert sich die EU besonders auf die Verfügbarkeit der Kernenergie. Nach den Modellrechnungen der EU wird der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung in der EU in den Jahren 2030 und 2050 etwa 15 bis 16 Prozent betragen, sagte Simson.

Die EU braucht in den kommenden Jahrzehnten eine stabile Erzeugungskapazität von knapp über 100 Gigawatt. Um diese Erzeugungskapazität auch in Zukunft zu erhalten, sind jedoch umfangreiche Investitionen erforderlich. "Unsere Analyse zeigt, dass ohne sofortige Investitionen etwa 90 Prozent der bestehenden Reaktoren zu dem Zeitpunkt abgeschaltet würden, zu dem wir sie am meisten brauchen - im Jahr 2030", so Simson.

Die Europäische Union wird zwischen 350 Milliarden Euro und 450 Milliarden Euro an Investitionen benötigen, nur um die derzeitige Erzeugungskapazität aufrechtzuerhalten, und weitere bis zu 50 Milliarden Euro für den langfristigen Betrieb der bestehenden Reaktoren, sagte die EU-Kommissarin weiter.

Neue Technologien wie kleine modulare Reaktoren (SMR) könnten die Lösung sein, um das Energiesystem zu integrieren und die Sektoren zu dekarbonisieren, die die größte Herausforderung darstellen, sagte Simson und fügte hinzu, dass die EU anstrebt, die ersten europäischen kleinen modularen Reaktoren in den frühen 2030er Jahren in Betrieb zu nehmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaffeepreis: Warum die billigste Bohne am Ende die teuerste ist
18.10.2026

Kaffee wird immer teurer. Doch wer jetzt zu günstigen Bohnen greift, könnte die nächste Preisexplosion selbst befeuern. Klimawandel,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...