Politik

Weltgrößter Fondsmanager zieht sich aus Klima-Initiative zurück

Der weltgrößte Fondsmanager zieht sich aus einer wichtigen Branchen-Initiative zur Bekämpfung des sogennanten Klimawandels zurück.
12.12.2022 11:00
Aktualisiert: 12.12.2022 11:33
Lesezeit: 1 min

Der weltgrößte Fondsmanager Vanguard zieht sich aus einer wichtigen Branchen-Initiative zur Bekämpfung des angeblich menschengemachten Klimawandels zurück. Der Finanzdienstleister mit Sitz in den USA erklärte am vergangenen Mittwoch, er wolle damit seine Unabhängigkeit demonstrieren und seine Ansichten für Anleger klarer stellen. Zudem könnten solche Initiativen Verwirrung stiften.

Unternehmen wie Vanguard waren zuletzt Druck etwa von Anlegern und US-Politikern aus den Reihen der Republikaner ausgesetzt, weil sie bei Auswahl und Verwaltung von Wertpapieren ökologische, soziale und Faktoren der guten Unternehmensführung (ESG) berücksichtigen. Dabei geht es auch um den Vorwurf, dass manche Initiativen gegen Kartellvorschriften verstoßen. Der Ausstieg ist ein Rückschlag bei dem Versuch, die Branche zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu bewegen.

Die Kritik Vanguards richtete sich auch gegen die als Net Zero Asset Managers (NZAM) bekannte Initiative. Sie soll Fondsfirmen ermutigen, bis zum Jahr 2050 Netto-Null-Emissionsziele zu erreichen und den Anstieg der globalen Temperaturen zu begrenzen. Anfang November zählte die NZAM 291 Unterzeichner mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt rund 66 Billionen Dollar. Auf Vanguard entfielen davon sieben Billionen Dollar.

„Wir haben uns zum Rückzug aus der NZAM entschlossen, um unseren Anlegern die gewünschte Klarheit über die Rolle von Indexfonds zu verschaffen und darüber, wie wir über wesentliche Risiken, einschließlich klimabezogener Risiken, denken“, erklärte Vanguard am Mittwoch. Zudem wolle man klarstellen, „dass Vanguard unabhängig über Themen spricht, die für unsere Anleger wichtig sind.“ Noch im Mai hatte das Unternehmen mit Verpflichtungen geworben, die zu den NAZM-Zielen passen.

Vanguard-Konkurrenten wie BlackRock haben indes erklärt, ihre Beteiligung an NZAM stehe nicht im Widerspruch zu ihrer Unabhängigkeit. Ein Sprecher von BlackRock sagte am Mittwoch, das Unternehmen bleibe Teil von NZAM.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aldi schließt Filialen: Diese Aldi-Standorte sind von den Schließungen betroffen
10.03.2026

Bundesweit sorgen neue Aldi-Schließungen für Irritationen bei vielen Kunden. Immer mehr Aldi-Filialen verschwinden, während gleichzeitig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte im Januar rückläufig: China-Geschäft bricht ein
10.03.2026

Deutschlands Exportwirtschaft sendet zum Jahresbeginn gemischte Signale. Während wichtige Märkte einbrechen, wächst der Handel mit den...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis aktuell: Hoher Ölpreis stärkt Russlands Kriegskasse – Brent und WTI uneinheitlich
10.03.2026

Die Ölpreis-Entwicklung sorgt derzeit für Aufwind in Moskau. Steigende Einnahmen aus Öl und Gas könnten Russlands Staatskasse stärken...

DWN
Finanzen
Finanzen Evotec-Stellenabbau und Restrukturierung: Warum die Evotec-Aktie trotz Kosteneinsparungen schwächelt
10.03.2026

Massiver Stellenabbau, weniger Standorte und ein umfassender Umbau: Evotec stellt sich neu auf. Während die Restrukturierung...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie unter Druck: VW-Gewinn 2025 massiv eingebrochen – wie geht es für Anleger weiter
10.03.2026

Für Volkswagen war 2025 ein schwieriges Jahr. Die neuen VW-Zahlen zeigen einen massiven Gewinneinbruch und werfen Fragen zur weiteren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russische Wirtschaft vs. Ukraine: Zwei Kriegswirtschaften mit unterschiedlichen Perspektiven
10.03.2026

Der Krieg verändert beide Volkswirtschaften tiefgreifend. Doch welche Perspektiven hat die russische Wirtschaft im Vergleich zur Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen Was tun mit Aktien, wenn der Krieg eskaliert?
10.03.2026

Ein Angriff auf Iran hat die Märkte erschüttert, aber die Wall Street nicht zu Fall gebracht. Was sollten Anleger tun, wenn geopolitische...

DWN
Politik
Politik EU will Begriffe wie „veganes Steak“ und „veganer Speck“ verbieten
09.03.2026

Die EU will Fleischbegriffe künftig stärker schützen. Doch während „veganes Steak“ und „veganer Speck“ verboten werden sollen,...