Panorama

Gewaltsame Ausschreitungen in Paris nach tödlichen Schüssen auf Kurden

In Paris kam es am Heiligabend erneut zu heftigen Krawallen. Autos wurden angezündet, mehrere Randalierer festgenommen. Auslöser der Tumulte war ein Angriff auf kurdische Einrichtungen, bei dem drei Menschen ums Leben kamen.
25.12.2022 09:21
Aktualisiert: 25.12.2022 09:21
Lesezeit: 2 min
Gewaltsame Ausschreitungen in Paris nach tödlichen Schüssen auf Kurden
Die Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten ein. Nach dem tödlichen Angriff bei einem kurdischen Gemeindezentrum in Paris haben sich am Samstag zahlreiche Menschen in der französischen Hauptstadt zum Protest versammelt. Am Rande der Demonstration am Place de la République sei es auch zu einzelnen Ausschreitungen gekommen. (Foto: dpa) Foto: Remon Haazen

Nach dem Angriff auf kurdische Einrichtungen in Paris mit drei Toten ist es auch am Samstag zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Nach einem zunächst friedlichen Protest im Zentrum der Hauptstadt wurden Autos umgeworfen und zum Teil in Brand gesetzt.

Polizisten wurden mit Wurfgeschossen angegriffen, die Beamten setzten Tränengas ein. Am frühen Abend beruhigte sich die Lage. Der Pariser Polizeichef Laurent Nunez sagte dem Sender BFM TV, nur wenige Demonstranten seien für die Gewalt verantwortlich. Insgesamt habe es 30 Leichtverletzte gegeben. Elf Personen seien in Polizeigewahrsam genommen worden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Ausschreitungen nach tödlichen Schüssen auf Kurden

Schon am Freitagnachmittag war es zu Zusammenstößen zwischen einer aufgebrachten Menge und der Polizei gekommen. Daraufhin hatte eine kurdische Organisation für Samstag zu einer Versammlung auf dem Platz der Republik aufgerufen. Dazu kamen mehrere Hundert Menschen zusammen. Viele hielten Transparente hoch und verlangten die Aufklärung der Tat sowie einen besseren Schutz vor solchen Anschlägen.

Am Freitag hatte laut Staatsanwaltschaft ein 69-jähriger Mann ein kurdisches Kulturzentrum und ein nahe gelegenes Café im 10. Bezirk von Paris angegriffen und drei Menschen erschossen. Zudem gab es Verletzte. Der Täter wurde festgenommen. Laut Behörden war er erst jüngst aus Untersuchungshaft entlassen worden, nachdem er vor einem Jahr einen Säbelangriff auf ein Migrantenlager in Paris verübt hatte.

Nach der Vernehmung des Verdächtigen fügten die Ermittler nach eigenen Angaben den ursprünglichen Vorwürfen des Mordes und der Gewalt mit Waffen ein mutmaßliches rassistisches Motiv hinzu. Kurden-Vertreter forderten, die Tat als Terror-Angriff einzustufen. Bereits im Januar 2013 waren in Paris drei kurdische Frauen getötet worden. Der Hauptverdächtige war kurz vor Beginn eines Prozesses gegen ihn gestorben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Reisender der Golfregion kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der Erdgaspreis so stark wie lange nicht. Analysten warnen vor weiteren Preissprüngen, sollte der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...

DWN
Technologie
Technologie Blackout-Vorsorge: Notstromlösung mit Solaranlagen auf Balkon oder Dach – was dabei wichtig ist
02.03.2026

Ein plötzlicher Blackout kann Haushalte und Unternehmen unvorbereitet treffen. Immer mehr Eigentümer setzen deshalb auf eine...