Politik

Lagebericht Ukraine: „Wagner“-Söldner sollen Front-Durchbruch im Osten erzielt haben

Medienberichten zufolge soll Söldnern der Wagner-Gruppe nach schweren Kämpfen ein taktischer Durchbruch im Osten des Landes gelungen sein.
11.01.2023 13:00
Aktualisiert: 11.01.2023 13:01
Lesezeit: 2 min
Lagebericht Ukraine: „Wagner“-Söldner sollen Front-Durchbruch im Osten erzielt haben
Ukrainische Soldaten blicken während der Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Truppen auf aufsteigende Rauchwolken. Der Kreml hat die Einnahme der Stadt Soledar in der Ostukraine nicht offiziell bestätigt, aber von einer «positiven Dynamik» gesprochen. (Foto: dpa) Foto: Libkos

Der Kreml hat die Einnahme der Stadt Soledar in der Ostukraine nicht offiziell bestätigt, aber von einer „positiven Dynamik“ gesprochen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Dort gibt es eine positive Dynamik beim Vorankommen, aber der militärische Erfolg ist dann erreicht, wenn wir die Ziele, die der Oberkommandierende gestellt hat, im Lauf der militärischen Spezialoperation erreichen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Taktische Erfolge seien aber trotzdem sehr wichtig.

Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischer Darstellung die Kleinstadt Soledar im Osten nicht unter ihre Kontrolle gebracht. Es gebe dort schwere Kämpfe, sagt der Sprecher des Militärkommandos Ost, Serhij Tscherewatji, im ukrainischen Fernsehen. Die Kämpfe hielten an. Die Intensität der Schlachten könne mit der im Zweiten Weltkrieg verglichen werden. Die Schlacht um Soledar sei wichtig, und die ukrainischen Soldaten hätten einen Durchbruch der Front seitens der russischen Kräfte nicht zugelassen.

Großer Blutzoll

Peskow wollte die Einnahme Soledars, über die die Söldnertruppe „Wagner“ in der Nacht berichtet hatte, nicht bestätigen. Er verwies stattdessen auf „offizielle Erklärungen“, die in Moskau vom Verteidigungsministerium kommen. Der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, hatte in der Nacht ein Foto mit seinen Soldaten veröffentlicht, das die Männer in einem der für Soledar typischen Salzbergwerke zeigte. Die Stadt sei eingekesselt, schrieb Prigoschin.

Lesen Sie mehr zur Wagner-Söldnergruppe:

Zugleich räumte Peskow allerdings ein, dass die Fortschritte, die Russland derzeit an der Front erziele, „einen hohen Preis“ haben. Berichten zufolge haben die Kämpfe um die Städte Soledar und Bachmut im Norden der Region Donezk auf beiden Seiten hohe Opfer gefordert.

"Obwohl taktische Erfolge auch sehr wichtig sind, haben sie einen hohen Preis, auf Kosten des fantastischen Heldentums unserer Kämpfer", wird Peskow von Reuters zitiert. „Daher ist dies ein weiterer Grund, stolz auf unsere Jungs vor Ort zu sein, die weder Leben noch Gesundheit schonen, um uns diese taktischen Erfolge zu liefern.“ Einzelheiten zu Getöteten oder Verletzten nennt Peskow nicht.

Die Verhandlungsperspektiven zwischen Moskau und Kiew schätzte der 55-Jährige Peskow hingegen als schlecht ein. Russland sei zwar nach wie vor zu Gesprächen bereit, doch so lange dies dem ukrainischen Präsidenten per Gesetz verboten sei und der Westen Kiew keine Flexibilität in der Frage erlaube, gebe es keine Chance, sagte Peskow.

Die russische Führung hat in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, sie sei bereit zum Dialog. Allerdings fordert sie dabei die Erfüllung der russischen Bedingungen von Kiew, unter anderem Gebietsabtretungen und den weitgehenden Verzicht auf eigenes Militär. Kiew lehnt Verhandlungen ab, so lange Russland ukrainisches Gebiet besetzt hält.

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