Technologie

UN-Forscher: Ozonschicht wird sich bis 2066 vollständig erholen

Das Ozonloch schrumpft weiter und könnte in vier Jahrzehnten Geschichte sein. Trotz dieser guten Nachricht machen sich Forscher Sorgen und warnen.
24.01.2023 17:13
Aktualisiert: 24.01.2023 17:13
Lesezeit: 2 min
UN-Forscher: Ozonschicht wird sich bis 2066 vollständig erholen
Start einer Ozonsonde. Innerhalb der kommenden Jahrzehnte könnte sich das Ozonloch komplett erholen. (Foto: dpa)

Die Ozonschicht ist auf dem besten Weg, sich innerhalb der kommenden Jahrzehnte zu erholen. Das globale UN Montreal-Protokoll, das 1987 vereinbart wurde und zu einem Verbot von ozonabbauenden Chemikalien führte, kommt zudem auch dem Klimaschutz zugute. Dennoch warnen Forscher vor möglichen negativen Auswirkungen von sogenannten „Geo-Engineering“-Programmen (Projekten mit direkten Eingriffen in das Klimasystem), und deren unbeabsichtigten Auswirkungen.

Wenn sich in der jetzigen Klimapolitik nichts ändert, könnte sich die Ozonschicht bis ungefähr 2066 in der Antarktis, bis 2045 in der Arktis und bis 2040 im Rest der Welt auf das 1980-Niveau - vor der Bildung des Ozonlochs - erholen, so ein von der UN eingesetztes Expertengremium.

Die UN-Wissenschaftler erklärten der Wall Street Journal, ihre Ergebnisse seien überwiegend positiv für den Planeten. „Dies ist das grundlegende Maß für den Erfolg“, sagte Dr. David Fahey, Mitvorsitzender des Gremiums. „Die Menge aller wichtigen ozonabbauenden Gase und ihre Emissionen haben ihren Höhepunkt erreicht, und gehen nun zurück.“

Die Forscher erklärten, sie hätten eine erhebliche Verdickung der Ozonschicht festgestellt, einer Region der Atmosphäre in einer Höhe von neun bis 18 Meilen, die ultraviolette Strahlen absorbiert und verhindert, dass sie die Erdoberfläche erreichen. Diese Schicht sei seit Jahrzehnten brüchig, weil Chemikalien, die als Kühlmittel und Treibstoffe verwendet werden, die Ozonschicht zerstören. Wenn sich diese Chemikalien mit den kalten Temperaturen und den meteorologischen Bedingungen über der Antarktis vermischen, entsteht durch die Reaktion jedes Frühjahr ein Ozonloch über der Region, dessen Größe und Tiefe jedes Jahr variiert, so die Experten. Die Erholung der Ozonschicht würde noch viele Jahre dauern.

1987-Montrealer Protokoll

Die Hauptursache für den Rückgang des Ozonlochs seit einigen Jahren ist die Tatsache, dass eine große Menge von ozonschädigenden Substanzen nicht mehr benutzt werden dürfen, wie zum Beispiel Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Diese wurden früher in Kühlschränken, Klimaanlagen und Haarsprays benutzt. Mit dem Montrealer Protokoll haben jedoch alle UN- Mitgliedsstaaten sich auf ein Ende der FCKW-Benutzung verständigt, weil diese die Ozonschicht - die die Erde vor ultravioletter Strahlung der Sonne schützt - schädigten. Das zusätzlich 2016 von den Vereinten Staaten vereinbarte Ende für bestimmte chemische Kältemittel wie teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW), könnte die Erderwärmung bis 2100 bis 0,5 Grad abschwächen, so die UN-Experten in ihrer Studie.

„Geo-Engineering” Warnung

Allerdings warnten die Forscher auch vor möglichen negativen Auswirkungen des sogenannten „Geo-Engineerings“ - direkten Eingriffen ins Klimasystem der Erde. „Versuche, die Erde durch das Einbringen von sonnenlichtreflektierenden Partikeln in die obere Atmosphäre abzukühlen, könnten die Ozonschicht schädigen, obwohl diese sogenannten Geo-Engineering-Vorschläge und ihre unbeabsichtigten Auswirkungen weiter erforscht werden müssen.“

Geo-Engineering Programme sind Projekte, mit denen die Auswirkungen des Klimawandels direkt bekämpft werden sollen, in der Regel durch die Entfernung von CO2 aus der Luft oder die Begrenzung der Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche. Obwohl sich Geo-Engineering in großem Maßstab noch in der Konzeptionsphase befindet, behaupten Befürworter, dass diese Projekte unverzichtbar werden könnten, wenn die Welt die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermeiden will, der Guardian zufolge. Kritiker hingegen behaupten, dass Geo-Engineering nicht realistisch ist, und möglicherweise von der Reduzierung der Emissionen ablenkt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
15.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...

DWN
Finanzen
Finanzen Berkshire Hathaway-Aktie: Greg Abel investiert in Bending Spoons – Berkshires 930-Millionen-Dollar-Wette
15.10.2026

Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel richtet Berkshire Hathaway stärker auf digitale Geschäftsmodelle aus. Die Holding investiert weitere...