Unternehmen

Industriegase-Konzern Linde übertrifft eigene Erwartungen

Der weltgrößte Industriegase-Konzern Linde hat mit 6,2 Milliarden Dollar einen unerwartet starken Gewinn erzielt. Vorstandschef Sanjiv Lamba legt die Latte nun höher.
07.02.2023 12:50
Aktualisiert: 07.02.2023 12:50
Lesezeit: 1 min

Kurz vor dem Abschied von der Frankfurter Börse präsentiert sich der weltgrößte Industriegase-Konzern Linde noch einmal in Bestform. Mit einem Gewinnwachstum von elf Prozent auf 6,2 (2021: 5,6) Milliarden Dollar aus dem fortgeführten Geschäft übertraf das amerikanisch-deutsche Unternehmen im abgelaufenen Jahr die eigenen Erwartungen, wie Linde am Dienstag in Woking bei London mitteilte. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte dank eines Endspurts auf 12,29 (10,69) Dollar, prognostiziert hatte Linde zuletzt 11,93 bis 12,03 Dollar. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 13 Prozent auf 33,4 Milliarden Euro.

Vorstandschef Sanjiv Lamba begründete die Steigerung unter anderem mit dem Produktportfolio, der Dichte des Vertriebsnetzes und einer "rigorosen Ausgabendisziplin". Damit werde Linde auch in einem unsicheren geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld 2023 bestehen, vor allem bei Projekten rund um erneuerbare Energien. Im Schlussquartal lag der Umsatz aufgrund von Währungseffekten mit 7,9 Milliarden Dollar um fünf Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Trotzdem schraubte Linde den Gewinn um 30 Prozent nach oben.

Lamba legte die Latte für das laufende Jahr noch höher: Das Ergebnis je Aktie soll auf 13,15 bis 13,55 Dollar steigen, trotz erhöhter Investitionen von 3,5 bis 4,0 (Vorjahr: 3,2) Milliarden Dollar. Das wäre währungsbereinigt ein Plus von neun bis 13 Prozent. Für das erste Quartal geht Linde von einem Ergebnis von 3,05 bis 3,15 Dollar je Aktie aus. Es läge damit unter dem Wert des vierten Quartals 2022.

Die vor vier Jahren aus der Münchner Linde AG und dem US-Rivalen Praxair entstandene Linde plc ist mit einem Börsenwert von 148 Milliarden Euro der mit Abstand wertvollste Konzern im deutschen Leitindex Dax. Ende Februar will sich Linde aber von der Frankfurter Börse zurückziehen und ist dann nur noch in New York gelistet. Geprägt ist das Unternehmen seit der Fusion ohnehin amerikanisch, das Machtzentrum von Linde liegt am ehemaligen Praxair-Firmensitz in Danbury. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Das anstehende Wirtschaftsereignis Fußball-WM 2026 & warum Daten, Prognose sowie Online-Portale einen eigenen Digitalmarkt bilden

Die WM ist in diesem Jahr nicht bloß ein bedeutendes Ereignis auf sportlicher Basis, denn sie wird zum Härtetest für Datenökonomie,...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Die harte Realität holt die Wall Street ein
12.05.2026

Zwischen neuen Sorgen und großen Erwartungen: Was die Märkte jetzt in Atem hält

DWN
Finanzen
Finanzen Carl Zeiss Meditec-Stellenabbau: Bis zu 1.000 Jobs betroffen – was das für die Aktie bedeutet
12.05.2026

Carl Zeiss Meditec reagiert auf schwache Geschäfte mit einem drastischen Sparprogramm. Der geplante Stellenabbau betrifft bis zu 1.000...

DWN
Politik
Politik YouGov-Umfrage: AfD baut mit sechs Prozentpunkten Vorsprung zur Union aus
12.05.2026

Die Zustimmung zur AfD wächst weiter: AfD klettert auf 28 Prozent und zieht der Union davon. Die Union und der Kanzler selbst verlieren...

DWN
Politik
Politik Großbritannien: Labour verliert, Reform UK gewinnt - trotzdem hält Starmer am Amt fest
12.05.2026

Der angezählte britische Premierminister Keir Starmer bemüht sich nach den historisch schlechten Wahlergebnissen bei den Kommunalwahlen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Autos als Kostenrisiko: Wie die Kfz-Steuer Käufer in Europa belastet
12.05.2026

Importierte US-Autos werden durch Kfz-Steuer, CO₂-Werte und Einzelgenehmigung für viele Käufer zu einer finanziellen Belastung. Warum...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
12.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Fusionsregeln: Wie Brüssel Europas Wirtschaft stärken will
12.05.2026

Brüssel will die Fusionsregeln neu ausrichten und Europas Unternehmen mehr Spielraum im globalen Wettbewerb geben. Kann die EU ihre...

DWN
Politik
Politik Monopolkommission: Tankrabatt kommt an - Spritpreis steigt
12.05.2026

Auch das Ifo-Institut errechnet eine höhere Weitergabe als zu Beginn. Die Monopolkommission sieht allerdings bereits im Vorfeld des...