Deutschland

DIW: Deutsche Wirtschaft gleitet in eine Rezession

Nach Ansicht des DIW-Instituts hat die deutsche Wirtschaft die Talsohle noch nicht durchschritten. Sie schrumpft weiter und gleitet damit in eine Rezession.
28.02.2023 10:59
Aktualisiert: 28.02.2023 10:59
Lesezeit: 1 min

Die deutsche Wirtschaft schrumpft nach Einschätzung des DIW-Instituts auch Anfang 2023 leicht und gleitet damit in eine Rezession. Erst ab dem zweiten Quartal sei von zunehmend positiven Wachstumsraten auszugehen, teilten die Berliner Ökonomen am Dienstag mit.

"Die deutsche Wirtschaft durchläuft im Winterhalbjahr eine Phase der wirtschaftlichen Abkühlung und dürfte sogar in eine technische Rezession rutschen - also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung in Folge", sagte Timm Bönke, Co-Leiter des Konjunkturteams im DIW Berlin. "Noch hat die deutsche Wirtschaft das Tal nicht durchschritten." Co-Leiterin Geraldine Dany-Knedlik ergänzte, im Vergleich zu den düsteren wirtschaftlichen Szenarien vom vergangenen Herbst "sieht der Ausblick gegen Ende des Winters wieder positiver aus".

Dennoch bleibe die Lage vorerst eingetrübt. So habe etwa die Industrieproduktion zum Jahreswechsel einen Dämpfer erhalten. Entlastend wirke aber, dass die Unternehmen in Deutschland nach wie vor sehr viele nicht abgearbeitete Aufträge in ihren Büchern hätten, von denen sie noch eine Weile zehren könnten.

Von den Dienstleistungen seien gegenwärtig keine positiven Impulse für die Konjunktur zu erwarten. "Aufgrund der hohen Inflation sinken die Reallöhne vieler Menschen, was deren private Konsumausgaben bereits in der Weihnachtszeit gedämpft hat", erläuterte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Allerdings habe sich das Konsumklima zuletzt etwas aufgehellt.

Insgesamt blieben die Aussichten verhalten. "So zeichnen sich momentan weder ein schneller Rückgang der Inflation noch eine merkliche Erholung der Weltwirtschaft ab – beides wird die deutsche Wirtschaft weiter belasten." Sie war Ende 2022 überraschend stark um 0,4 Prozent geschrumpft und steht somit schon mit einem Bein in der Rezession. (Reuters)

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