Politik

Russland stationiert Atomraketen in Weißrussland

Russland weitet seine nuklearen Kapazitäten auf das Territorium des Nachbarlands aus.
27.03.2023 15:00
Aktualisiert: 27.03.2023 15:28
Lesezeit: 1 min
Russland stationiert Atomraketen in Weißrussland
Start einer Iskander-Kurzstreckenrakete. (Foto: dpa) Foto: -

Russland hält trotz Sanktionsdrohungen an der geplanten Stationierung von taktischen Atomwaffen in Weißrussland fest. „Auf die Pläne Russlands kann solch eine Reaktion natürlich keinen Einfluss nehmen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag zu möglichen Strafmaßnahmen.

Zuvor hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Belarus zum Verzicht auf die nuklearen Waffen aufgefordert und andernfalls mit Sanktionen als Antwort gedroht. Er kritisierte die russischen Pläne als „unverantwortliche Eskalation“ und eine Bedrohung für die europäische Sicherheit.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Stationierung am Samstag angekündigt. Demnach hat Belarus bereits 10 umgebaute Flugzeuge, die diese Waffen tragen können. Zudem erhält das Land Iskander-Raketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können.

Der russische Präsident hatte auch betont, dass sich Moskau an seine Verpflichtungen zur Nichtweiterverbreitung der Atomwaffen halte. Sie würden nur in Weißrussland vorgehalten, Russland gebe die Kontrolle nicht ab - und tue damit nichts anderes als die USA in EU-Staaten.

Weißrussland erhält nach der freiwilligen Abgabe seiner Atomwaffen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nun erstmals seit den 1990ern Jahren wieder nukleare Raketen. In Belarus hatte Präsident Alexander Lukaschenko schon vor Russlands Krieg gegen die Ukraine darum gebeten. Dazu hatte er auch die Verfassung ändern lassen, in der kein atomwaffenfreier Status mehr festgeschrieben ist.

Die Ausbildung an den Waffen in Weißrussland soll laut Putin am kommenden Montag beginnen, die Depots für die Atomraketen sollen am 1. Juli fertig gebaut sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Welche Funktionen sind 2026 bei Trading-Plattformen wirklich wichtig?

Trading-Plattformen entwickeln sich rasant weiter. Im Jahr 2026 geht es längst nicht mehr nur darum, Wertpapiere oder andere...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Agenten außer Kontrolle: Unternehmen unterschätzen die wahre Rechnung
02.08.2026

KI-Agenten sollen selbstständig arbeiten, Entscheidungen treffen und Unternehmen produktiver machen. Doch während Manager vor allem auf...

DWN
Panorama
Panorama Warum die Welt besser ist, als viele denken: Zehn wenig bekannte Trends
02.08.2026

Kriege, Katastrophen und wirtschaftliche Krisen bestimmen die Nachrichten. Doch während die Schlagzeilen den Eindruck eines globalen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Algerien: Wenn ein Gebrauchtwagen teurer ist als ein Neuwagen
02.08.2026

Algerien will weniger abhängig von Öl und Gas werden und setzt auf eine eigene Autoindustrie. Nach Jahren des Mangels, explodierenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
02.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Entwürfe für die Euro-Banknoten: Stimmen Sie für Ihren Favoriten ab!
01.08.2026

Die Europäische Zentralbank hat zehn Entwürfe für neue Euro-Banknoten vorgestellt. Bürger können bis zum 21. September über ihr...

DWN
Panorama
Panorama Bahn, Solarstrom und Ganztag: Das ändert sich im August
01.08.2026

Mit dem Start in den August treten mehrere Neuerungen in Kraft, die Millionen Menschen in Deutschland betreffen. Ob auf der Schiene, im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft In europäischen Fabriken gehen die Lichter aus: Wer schließt sie, wer entlässt Mitarbeiter?
01.08.2026

VW, Bosch, BASF, Evonik, ThyssenKrupp, Michelin: In der Automobil-, Chemie- und Stahlindustrie reihen sich Werksschließungen, Entlassungen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der beste Freund des Recruiters: Tiere im Büro ziehen Talente stärker an als Boni
01.08.2026

Viele Unternehmen holen ihre Beschäftigten zurück ins Büro. Doch klassische Benefits verlieren an Zugkraft. Eine neue Studie zeigt: Für...