Politik

Polen und Litauen betonen Abwehrbereitschaft im „Suwalki-Korridor“

Die Teil-Blockade der russischen Exklave Kaliningrad hat die Spannungen rund um den strategisch bedeutsamen „Suwalki-Korridor“ verstärkt.
08.07.2022 13:00
Aktualisiert: 08.07.2022 13:18
Lesezeit: 1 min
Polen und Litauen betonen Abwehrbereitschaft im „Suwalki-Korridor“
Andrzej Duda, Präsident von Polen, äußert sich nach seiner Ankunft beim Nato-Gipfel in Madrid. (Foto: dpa) Foto: Bernd von Jutrczenka

Die Präsidenten Polens und Litauens haben im Grenzgebiet zur russischen Exklave Kaliningrad die Verteidigungsbereitschaft ihrer Länder hervorgehoben. Viele Menschen würden sich heute fragen, ob die von der Nato als «Suwalki-Lücke» bezeichnete Region sicher sei, sagte Polens Präsident Andrzej Duda am Donnerstag nach einem Besuch bei der Multinationalen Division Nord-Ost im polnischen Szypliszki. «Sie ist sicher, und das liegt daran, was man hier heute beobachten kann: den täglichen, ruhigen, aber absolut wachsamen Dienst der polnischen, litauischen und Nato-Soldaten.» Mit der geplanten Verstärkung der Ostflanke der Nato werde sich die Zahl der in der Region stationierten Soldaten von derzeit 40 000 auf 300 000 erhöhen.

Als «Suwalki-Lücke» bezeichnet die Nato einen Korridor auf polnischem und litauischem Gebiet zwischen Weißrussland und Kaliningrad. Mit dessen Einnahme könnte Russland die Baltenstaaten von den übrigen Nato-Ländern abschneiden. Benannt ist der Korridor nach dem polnischen Ort Suwalki.

Grafik: Screenshot Google Maps.

Litauen hat wegen der Sanktionen der EU im Zuge von Russlands Krieg gegen die Ukraine den Warentransit nach Kaliningrad eingeschränkt. Betroffen sind etwa Luxusgüter und Stahlerzeugnisse, die einen Großteil der blockierten Waren ausmachen. Andere Güter und auch Passagiere könnten das Land weiter durchqueren. Der Kreml drohte dem Baltenstaat mit «praktischen» Gegenmaßnahmen und stellte Litauens Staatsgrenze infrage.

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