Technologie

Mercedes ermöglicht ChatGPT für 900.000 Fahrzeuge

Mercedes-Benz integriert ChatGPT in 900.000 seiner Autos in den USA. Die Künstliche Intelligenz soll während der Fahrt komplexe Fragen beantworten, die weit über ein Navi hinausgehen.
Autor
17.06.2023 18:05
Aktualisiert: 17.06.2023 18:05
Lesezeit: 2 min
Mercedes ermöglicht ChatGPT für 900.000 Fahrzeuge
Mercedes integriert ChatGPT und macht damit Autos zu künstlichen Intelligenzen. (Foto: dpa) Foto: Carsten Koall

Mercedes-Benz und Microsoft arbeiten zusammen, um die Künstliche Intelligenz ChatGPT im Auto zu testen. Die neue Technologie wird in mehr als 900.000 Fahrzeugen in den USA zur Verfügung stehen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Der Autohersteller sagte, dass ChatGPT für Audioanfragen über den Sprachassistenten "Hey Mercedes" verwendet werden wird, was die Möglichkeiten des Systems erheblich erweitern dürfte.

Bei dem jüngsten Schritt handelt es sich um die erste Verwendung von ChatGPT in einem Fahrzeug, zitiert CNBC einen Microsoft-Sprecher. Mercedes kündigte an, dass am Freitag ein optionales Beta-Programm für US-Kunden beginnen würde. Die Kunden können sich nun über die App des Unternehmens "Mercedes me" oder direkt vom Fahrzeug aus mit dem Sprachbefehl "Hey Mercedes, ich möchte am Beta-Programm teilnehmen" anmelden.

Auf der Grundlage der Ergebnisse des dreimonatigen Betaprogramms für die US-Kunden des Autoherstellers sowie auf der Grundlage des eingehenden Kundenfeedbacks will Mercedes eine weitere Integration der Technologie prüfen, so die beiden Unternehmen. Microsoft ist ein Investor im Unternehmen OpenAI, das die Künstliche Intelligenz ChatGPT entwickelt hat.

"Während die meisten Sprachassistenten auf vordefinierte Aufgaben und Antworten beschränkt sind, nutzt ChatGPT ein umfangreiches Sprachmodell, um das Verständnis der natürlichen Sprache erheblich zu verbessern und die Anzahl der Themen zu erweitern, auf die es reagieren kann", heißt es in einer Mitteilung des Automobilherstellers.

Ähnlich wie in anderen Branchen werden auch in der Automobilindustrie die potenziellen Anwendungen von ChatGPT intensiv diskutiert. Während einige Unternehmen wie zum Beispiel General Motors sagen, dass ihre autonomen Fahrzeuge bereits fortgeschrittene Künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen nutzen, markiert die Mercedes-Partnerschaft einen der ersten konkreten Anwendungsfälle.

"Im Gegensatz zu Standard-Sprachassistenten, die oft spezifische Befehle erfordern, zeichnet sich ChatGPT durch die Möglichkeit aus, Folgefragen zu stellen und den Kontext zu verstehen. Autofahrer können komplexe Fragen stellen oder sich an Unterhaltungen mit mehreren Runden beteiligen und erhalten detaillierte und relevante Antworten vom Sprachassistenten", schrieb Eric Boyd, Corporate Vice President der KI-Plattform von Microsoft, in einem Blogbeitrag.

General Motors hatte Anfang des Jahres erklärt, dass es im Rahmen einer Kooperation mit Microsoft Anwendungen für ChatGPT in seinen Autos prüft. "ChatGPT wird in allen Bereichen zum Einsatz kommen", sagte damals GM-Vizepräsident Scott Miller. Der Chatbot könnte verwendet werden, um Informationen aus dem Benutzerhandbuch des Fahrzeugs abzurufen, um den Garagentorcode zu programmieren oder um Zeitpläne aus einem Kalender zu integrieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs im freien Fall: KI-Aktien ziehen Milliarden ab
14.07.2026

Der Bitcoin-Kurs stürzt ab, Milliarden fließen aus den großen Krypto-Fonds und selbst institutionelle Anleger ziehen sich zurück....

DWN
Panorama
Panorama Goldener Windbeutel 2026: LaVita landet auf Platz eins
14.07.2026

Goldenen Windbeutel 2026: 66.000 Verbraucher haben abgestimmt. Der überteuerte Saft von LaVita ist die dreisteste Werbelüge des Jahres....

DWN
Politik
Politik Terrorgefahr? Iranische Drohungen sorgen für neue Sicherheitswarnungen in Deutschland
14.07.2026

Ein iranischer Zeitungsbeitrag sorgt in Berlin für wachsende Besorgnis. Politiker mehrerer Parteien sehen darin mehr als bloße Propaganda...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chemieindustrie: Warum Deutschland seine industrielle Basis verspielt
14.07.2026

Sie steht selten im Rampenlicht, doch ohne sie läuft fast nichts: Europas Chemieindustrie liefert die Grundlage für Medikamente,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Sandisk-Aktien brechen um 13 Prozent ein, da Chip-Ausverkauf die Wall Street erschüttert
13.07.2026

Turbulente Zeiten an der Börse: Erfahren Sie, welche Ereignisse die Technologieriesen jetzt ins Wanken bringen.

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Inflation fällt überraschend deutlich – was das für die EZB-Zinspolitik bedeutet
13.07.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Juni stärker gesunken als erwartet. Nach dem Preisschub durch den Krieg im Nahen Osten und hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto-Produktion in Europa legt zu: Neue Studie zeigt überraschende Entwicklung
13.07.2026

Die europäischen Strafzölle auf Elektroautos aus China sollten heimische Produktionsstandorte stärken. Erste Daten deuten tatsächlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Lululemon-Aktie: Michael Burry sieht jetzt eine Chance
13.07.2026

Die Lululemon-Aktie hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Mehrere Rückschläge, interne Probleme und ein schwieriges...