Politik

Südafrika unterstützt BRICS-Erweiterung

Südafrikas Präsident Ramaphosa hat sich für eine Erweiterung der BRICS-Gruppe ausgesprochen, die diese Woche zu ihrem jährlichen Gipfel zusammenkommen wird. Die Erwartungen an das Treffen sind groß.
Autor
20.08.2023 22:47
Aktualisiert: 20.08.2023 22:47
Lesezeit: 2 min
Südafrika unterstützt BRICS-Erweiterung
Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, auf dem Afrika-Russland-Gipfel am 28. Juli in St. Petersburg. (Foto: dpa) Foto: Mikhail Metzel

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa hat sich für eine Erweiterung der BRICS-Gruppe von Schwellenländern ausgesprochen, die diese Woche zu ihrem jährlichen Gipfel in Johannesburg zusammenkommen wird.

"Eine erweiterte BRICS-Gruppe wird eine vielfältige Gruppe von Nationen repräsentieren, die den gemeinsamen Wunsch nach einer ausgewogeneren Weltordnung haben", sagte Ramaphosa am Sonntag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache an die Nation. An dem Gipfeltreffen werden der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, und mehr als 30 afrikanische Staatsoberhäupter sowie weitere Vertreter des globalen Südens teilnehmen.

Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - werden ab Dienstag, den 22. August drei Tage lang Gespräche führen, wobei eine mögliche Erweiterung ganz oben auf der Tagesordnung steht. Laut Ramaphosa haben mehr als 20 Länder einen formellen Antrag auf Beitritt gestellt.

Der Begriff BRIC (noch ohne "S") wurde 2001 von dem Goldman-Sachs-Ökonomen Jim O'Neill geprägt, um den wirtschaftlichen Aufstieg von Brasilien, Russland, Indien und China zu beschreiben. Das erste Gipfeltreffen fand 2009 in Russland statt. Südafrika trat im Jahr 2010 bei. Die aktuell fünf Mitglieder repräsentieren Bloomberg zufolge mehr als 42 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaften 23 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 18 Prozent des Handels.

Ramaphosa bekräftigte am Sonntag, dass die südafrikanische Außenpolitik sich an den nationalen Interessen orientieren werde und eine Verhandlungslösung für den Ukraine-Krieg und andere Konflikte bevorzuge. "Wir werden uns nicht in einen Wettbewerb zwischen globalen Mächten hineinziehen lassen", sagte er. "Unser Land strebt danach, mit allen Ländern für den globalen Frieden und die Entwicklung zusammenzuarbeiten."

Dem BRICS-Gipfel, der am Dienstag beginnt, geht ein Staatsbesuch des chinesischen Ministerpräsidenten Xi Jinping in Südafrika voraus, bei dem mehrere Abkommen unterzeichnet werden sollen. Südafrika möchte Ramaphosa zufolge eine Partnerschaft zwischen den BRICS-Staaten und Afrika aufbauen, um den Handel und Investitionen zu fördern.

Südafrika wird im Jahr 2025 den Vorsitz der Gruppe der 20 übernehmen. Das Land hat mehr als 30 afrikanische Handelsminister und hochrangige Vertreter der US-Regierung und des Kongresses zu dem für November geplanten Forum zum African Growth and Opportunity Act eingeladen. Auch ein Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Südafrika wird noch in diesem Jahr in Südafrika stattfinden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik So hat sich die EU ihre technologische Unabhängigkeit vorgestellt
07.06.2026

Die EU will ihre Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen verringern. Statt schneller Abkopplung setzt Brüssel auf Chips, Cloud, KI und Open...

DWN
Immobilien
Immobilien Horrende Mieten in Deutschland: 6,6 Millionen Haushalte finanziell überlastet
07.06.2026

In Deutschland ist inzwischen jeder dritte Mieterhaushalt von den Wohnkosten finanziell überlastet. Das ergab eine Studie des...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-IPO könnte zum Wendepunkt für Weltraum-Aktien werden
07.06.2026

Die Vorfreude auf den Börsengang von SpaceX treibt Weltraum-Aktien auf immer neue Höhen. Doch gerade die größten Euphoriephasen an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögen schützen: Interessenskonflikte im Asset Management erkennen
07.06.2026

Vermögensverwalter betonen gerne ihre Unabhängigkeit und die Ausrichtung am Kundenwohl. Doch hinter den Kulissen wirken häufig Anreize,...

DWN
Immobilien
Immobilien Wende am Immobilienmarkt: Hier lohnt sich Wohneigentum wieder
07.06.2026

Der deutsche Immobilienmarkt kommt in Bewegung. Gerade Eigentumswohnungen werden wieder interessanter, allerdings bleiben die regionalen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Was die Chinesen in Europa alles aufkaufen
07.06.2026

Ein halbes Dutzend aufsehenerregender Übernahmen – welche haben am meisten wehgetan?

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Einsatz in Deutschland: KI bleibt in Unternehmen oft im Testlauf stecken
07.06.2026

Der Hype um Künstliche Intelligenz in der deutschen Wirtschaft ist groß. Doch der Schritt vom ersten Testlauf in den täglichen...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Mit ID. Polo und Cupra Raval beginnt die Elektro-Offensive von Volkswagen
07.06.2026

Volkswagen startet mit einer neuen Generation kompakter Elektroautos in einen der wichtigsten Wachstumsmärkte Europas. Die Erwartungen an...