Politik

Ungarn erhebt neue Einwände gegen Schwedens NATO-Beitritt

Ungarn und die Türkei zögern den NATO-Beitritt Schwedens weiter hinaus.
19.09.2023 10:45
Aktualisiert: 19.09.2023 10:45
Lesezeit: 1 min
Ungarn erhebt neue Einwände gegen Schwedens NATO-Beitritt
Ungarn und die Türkei zögern weiterhin, einem NATO-Beitritt Schwedens zuzustimmen. (Foto: dpa) Foto: Zsolt Szigetvary

Ungarn und die Türkei zögern den NATO-Beitritt Schwedens weiter hinaus. Wie die Financial Times spekuliert, hat Ungarn dem Nato-Beitrittsantrag Schwedens weitere Hürden vorangestellt, um weitere Zugeständnisse von seinen westlichen Verbündeten zu erzwingen.

Konkret geht es um ein schwedisches staatliches Video aus dem Jahr 2019, in dem Ungarn als ein Land beschrieben wird, in dem die Demokratie angeblich zunehmend erodiert. Am Sonntag sagte Parlamentspräsident László Kövér, ein enger Verbündeter von Premierminister Viktor Orbán, dass Ungarn und Schweden in Fragen des Patriotismus nicht einer Meinung seien und daher nicht dem selben Bündnis angehören sollten.

„Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis, und wir garantieren kollektive Verteidigung“, sagte Kövér in einer Fernsehsendung. „Aber ich glaube nicht, dass wir so einen Verbündeten brauchen (...) der uns anspuckt.“

Ungarns Außenminister Peter Szijjártó warnte Schweden, dass die Zustimmung seines Landes zum NATO-Beitritt noch nicht ratifiziert sei.

Erdogan rudert zurück

Auch die türkische Regierung rudert inzwischen von ihrer im Juli getätigten Zustimmung zum Beitritt Schwedens zurück. Grund dafür sind mehrere Koran-Verbrennungen in Schweden, darunter auch eine vor der türkischen Botschaft.

Die ungarische Regierung hat Informationen der FT zufolge öffentlich zugegeben, sich mit Ankara in der Frage einer schwedischen NATO-Mitgliedschaft abzustimmen.

Die amerikanische Regierung sieht die Verzögerungstaktik Ungarns und der Türkei mit Missmut. Das Thema sei eines der wichtigsten im bilateralen Verhältnis Budapests zu Washingtons, wird der amerikanische Botschafter David Pressman zitiert.

Pressman äußerte auch eine versteckte Drohung: „Jeder einzelne von den ungarischen Streitkräften geflogene Kampfjet ist ein schwedischer Jet. Jeder einzelne. Ungarn ist sich der enormen Vorteile bewusst, die der Beitritt Schwedens zum Bündnis mit sich bringen würde.“

Schweden hatte sich im Mai 2022 um eine Nato-Mitgliedschaft beworben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Chip-Aktien feiern den KI-Rausch, doch Strategen warnen vor dem Absturz
19.05.2026

Chip-Aktien gehören zu den großen Gewinnern des KI-Booms, ihre Kurse sind in diesem Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen. Doch zwei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wie Spanien zum Land des billigen Stroms wurde, günstiger als Atomkraftland Frankreich
19.05.2026

Wind und Sonne haben fossile Quellen verdrängt. Was dies für Großhandelspreise, das Stromsystem und Endkunden bedeutet, analysiert der...

DWN
Finanzen
Finanzen BYD-Aktie: Chinesischer Konzern plant Übernahme von Werken für E-Autos in Europa
19.05.2026

BYD will seine Produktion in Europa ausbauen und prüft dafür ungenutzte Werke europäischer Hersteller. Wird die Schwäche der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Aktien führen Talfahrt an der Wall Street an
18.05.2026

Ein turbulenter Handelstag sorgt für Aufsehen: Was Anleger jetzt über die entscheidenden Marktbewegungen wissen müssen.

DWN
Politik
Politik Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht aus: Expertenrat warnt vor Scheitern deutscher Klimaziele
18.05.2026

Die Bundesregierung sieht Deutschland beim Klimaschutz auf Kurs. Doch ein aktuelles Gutachten des Expertenrats für Klimafragen zeichnet...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank of America sieht den Aktienmarkt reif für Gewinnmitnahmen
18.05.2026

Der Aktienmarkt hat seit Ende März kräftig zugelegt, doch die Bank of America sieht wachsende Risiken. Steigende Inflation, hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
18.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Politik
Politik Xi lockt Trump mit einem „großen Deal“. Im Hintergrund tickt die Bombe Taiwan
18.05.2026

Xi Jinping setzt auf Entspannung mit Donald Trump und lockt mit großen Handelsabkommen. Doch hinter den Milliardenversprechen steht der...