Wirtschaft

Chinas Wirtschaft hat sich stabilisiert

Chinas Produktionstätigkeit ist im September erstmals seit sechs Monaten wieder gestiegen. Kann das Land sein Wachstumsziel von 5 Prozent für dieses Jahr erreichen?
30.09.2023 20:54
Aktualisiert: 30.09.2023 20:54
Lesezeit: 1 min

Die Produktionstätigkeit in China ist im September zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI), der auf einer Umfrage unter den wichtigsten Herstellern in China basiert, stieg von 49,7 auf 50,2, wie das Nationale Statistikamt am Samstag (Ortszeit) mitteilte. Der Wert liegt damit knapp über der 50-Punkte-Marke, die eine Kontraktion von einer Expansion unterscheidet und übertraf eine Prognose von 50,0.

Der chinesische PMI für das nicht-verarbeitende Gewerbe, der Teilindizes für den Dienstleistungssektor und das Baugewerbe beinhaltet, stieg ebenfalls an und lag bei 51,7 gegenüber 51,0 im August. Der zusammengesetzte PMI, der das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe umfasst, kletterte im September von 51,3 auf 52,0.

"Der PMI für das verarbeitende Gewerbe und die guten Zahlen für die Industriegewinne deuten darauf hin, dass die Wirtschaft allmählich die Talsohle erreicht hat", sagte Zhou Hao, Chefökonom bei Guotai Junan International.

Stabilere Wirtschaftsindikatoren werden von den politischen Entscheidungsträgern begrüßt, da sie weiterhin mit der Schuldenkrise im Immobiliensektor zu kämpfen haben, die die globalen Märkte erschüttert hat. Die Behörden haben eine Reihe von Maßnahmen zur Stützung des Immobilienmarktes angekündigt, darunter auch die Senkung der Hypothekenzinsen.

Analysten sagen, dass mehr politische Unterstützung nötig sein wird, damit Chinas Wirtschaft das Wachstumsziel der Regierung von etwa fünf Prozent in diesem Jahr erreichen kann.

"Chinas Wirtschaft hat sich stabilisiert, was zum Teil auf die Lockerung der Politik im Immobiliensektor zurückzuführen ist", sagte Zhiwei Zhang, Chefökonom von Pinpoint Asset Management. "Die Schlüsselfrage für die Zukunft ist, ob die Steuerpolitik unterstützend wirken wird. Ich denke, das wird sie. Zeitlich gesehen könnte aber die Änderung des finanzpolitischen Kurses im nächsten Jahr statt in diesem Jahr vollzogen werden." (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Impuls versus reale Werte

Am Montag hat ein einzelner Social-Media-Beitrag von Donald Trump die Finanzmärkte um 1,7 Billionen US-Dollar bewegt – und zwar nicht...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sinkender Bierkonsum: Ostdeutsche Traditionsbrauerei Mauritius meldet Insolvenz
27.03.2026

Überteuerte Rohstoffpreise und sinkender Bierkonsum bedrohen 165 Jahre Brautradition aus Sachsen: Mauritius Brauerei aus Zwickau hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Billige Online-Ware: EU führt neue Bearbeitungsgebühr ein
27.03.2026

Unzählige Pakete kommen von Online-Händlern wie Shein, Temu, AliExpress und Co. in die EU. Die Flut kleiner Päckchen ist teuer - eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Reform Riester-Rente beschlossen: Wie man künftig fürs Alter vorsorgen kann
27.03.2026

Längst ist klar, dass die Riester-Rente keine Zukunft hat. Jetzt gibt es eine Alternative. Die bringt höhere Rendite-Chancen, aber auch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 90-Tage-Formel: Mit diesen 6 Maßnahmen können Unternehmen Mitarbeiter binden
27.03.2026

Mitarbeiterbindung ist kein „Feelgood“-Projekt, sondern ein knallharter Wirtschaftsfaktor. Wenn vakante Stellen im Schnitt Monate offen...

DWN
Politik
Politik Tariftreuegesetz kommt: Gesetz für mehr Tarifverträge in Deutschland beschlossen
27.03.2026

Lange wurde darüber gestritten, wie die Politik für mehr Tarifverträge in Deutschland sorgen kann. Nun hat der Bundesrat das...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis unter Druck: Warum Anleger jetzt aus Goldaktien aussteigen
27.03.2026

Der Goldpreis galt lange als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Doch jetzt ziehen erste Anleger Gewinne ab und warnen vor einer...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg und Düngemittelpreise: Warum der Konflikt unsere Lebensmittel verteuert
27.03.2026

Der Iran-Krieg trifft nicht nur Energie und Märkte, sondern das Fundament der globalen Lebensmittelproduktion. Warum steigende...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ifo: Stellenabbau etwas langsamer, aber keine Trendwende
27.03.2026

Das Ifo-Institut meldet eine positive Entwicklung. Und dämpft die Hoffnung gleich wieder.