Finanzen
Anzeige

Warum der Euro die deutschen Sparer bedroht

Wann immer die Diskussion um Sinn oder Unsinn der europäischen Gemeinschaftswährung aufkommt, ist das Urteil oft schnell zur Hand: Deutschland habe wie kein anderes Land in Europa von der Einführung des Euro profitiert. Doch dieses Argument stimmt in Gänze nicht. Schlimmer noch: Der Euro ist langfristig eher eine Gefahr für Deutschlands Sparer.
Autor
16.12.2023 09:11
Lesezeit: 2 min
Warum der Euro die deutschen Sparer bedroht
Am Ende scheinen nun doch Länder mit der größten Verschuldung, wie Frankreich, zu gewinnen. (Foto: EU-Rat)

Eigentlich befindet sich Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn hinsichtlich der Gehälter in der Spitzengruppe. Mit einem Bruttomonatseinkommen von 3715 Euro liegt der Deutsche klar in der europäischen Oberliga, die von den Dänen mit 5005 Euro angeführt wird. Tatsächlich ist allerdings diese Statistik nur von sehr begrenztem Aussagewert, denn dabei wird nicht berücksichtigt, wieviel am Ende nach Abzug von Steuern und Abgaben übrigbleibt.

Erst recht führt diese Statistik in die Irre, wenn daraus der Schluss gezogen würde, dass die Deutschen zu den wohlhabendsten Bürgern in Europa zählen. Genau das ist nämlich nicht der Fall. Denn hinsichtlich des Wohlstandes nimmt der Deutsche im europäischen Vergleich eher einen Platz im Mittelfeld ein – und das auch noch mit fallender Tendenz.

Damit sind aber die Gesellschaften in Ländern mit einer hohen Quote an Wohneigentum hinsichtlich der Inflationsgefahren deutlich resilienter, da ja der Posten für die monatliche Miete entfällt. Dies ist für Deutschland von besonderem Gewicht, da die deutsche Gesellschaft eine rasant alternde ist und gerade im Alter die monatliche Miete einen immer größeren Posten der Haushaltsplanung darstellt.

Genau an dieser Stelle beginnt das Problem, vor dem Deutschland langfristig stehen wird. Denn: Die Eurozone wird – wenn sie überleben sollte – eine Weichwährungszone mit relativ hoher Inflation sein. Und das auf unabsehbare Zeit.

Altersvorsorge adé?

Damit aber stehen die Deutschen vor einem massiven Problem: Ihre Ersparnisse sind zu einem erheblichen Teil in relativ niedrig verzinstes Bargeld, Bankeinlagen oder in Versicherungsprodukten (meist Lebensversicherungen) angelegt. Insgesamt verfügen die Deutschen über ein Geldvermögen von rund sieben Billionen Euro. Beliebt sind bei den Deutschen zur Absicherung im Alter die Lebensversicherungen – 87 Millionen Lebensversicherungsverträge gibt es in Deutschland, damit hat im Durchschnitt jeder Bundesbürger eine Lebensversicherung.

Doch diese Form der Altersabsicherung – dazu zählen auch Riester- oder Rürup-Renten – werden sich nun für die Deutschen bitter rächen.


DWN
Politik
Politik Friedensplan im Iran-Konflikt: Trump unter Druck – Teheran reagiert auf US-Vorstoß
25.03.2026

Angesichts explodierender Spritpreise und weltweit gravierender Wirtschaftsfolgen wächst der Druck auf US-Präsident Trump. Die USA haben...

DWN
Panorama
Panorama Radioaktive Fracht auf der Autobahn: Start der größten Atommüll-Transportwelle durch NRW
25.03.2026

In Nordrhein-Westfalen hat eine logistische Operation der Superlative begonnen, die das Land über Monate in Atem halten wird: Über 150...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wie erfolgreich ist der TikTok-Shop?
25.03.2026

Seit März 2025 ist TikTok nicht mehr nur ein soziales Netzwerk. Nutzer in Deutschland können in der Video-App seitdem auch einkaufen....

DWN
Finanzen
Finanzen Gewerbesteuereinnahmen brechen weg: Kommunen am finanziellen Limit
25.03.2026

Sinkende Gewerbesteuereinnahmen, gestiegene Sozialausgaben: Die Finanzlage der Kommunen ist dramatisch. Deutsche Städtetag fordert jetzt...

DWN
Technologie
Technologie Windkraft-Ausbau und Verschiebung des Öl-Embargos
24.03.2026

Deutschland beschleunigt den Ausbau von Windkraft, während die Ölpreise global steigen. Politische und geopolitische Spannungen...

DWN
Politik
Politik Nachhaltigkeitsberichterstattung neu geregelt: Das sind die wichtigsten Änderungen
24.03.2026

Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gilt künftig nur noch für eine kleine Gruppe großer Unternehmen. Für viele andere wird...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Deutschland fährt auf Verschleiß": Geringste Investitionsquote seit 1990
24.03.2026

Deutschland lebt von seiner Substanz: Neue Daten zeigen, dass so wenig investiert wird wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Selbst...