Finanzen

Dax mit Gewinnmitnahmen, aber Anleger setzen weiter auf Zinswende

Lesezeit: 2 min
12.12.2023 12:52  Aktualisiert: 12.12.2023 12:52
Am Dienstagmorgen markierte der Dax ein neus Allzeithoch, bevor Gewinnmitnahmen ihn ins Minus drehten. Doch die Stimmung bleibt euphorisch und erwartet eine Zinswende.
Dax mit Gewinnmitnahmen, aber Anleger setzen weiter auf Zinswende
Anleger setzen ihre Hoffnungen darauf, dass EZB-Chefin Lagarde eine Zinswende einleitet. (Foto: dpa)
Foto: Boris Roessler

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UPDATE 12.40 Uhr - Gewinnmitnahmen setzen dem Dax zu. Der deutsche Leitindex verliert am Mittag 0,2 Prozent auf 16.762 Zähler. Einige Anleger machten vor den US-Inflationsdaten offenbar Kasse, sagt ein Händler. Am Morgen hatte der Dax mit 16.837,18 Zählern noch ein frisches Allzeithoch markiert. Die Anleger hoffen, dass weiter fallende Verbraucherpreise in den USA die US-Notenbank Fed zu baldigen Zinssenkungen animieren.

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Der Dax nimmt weiter Kurs auf die 17.000-Punkte-Marke: In Erwartung bald fallender Zinsen in den USA und im Euroraum trieben Anleger den deutschen Leitindex am Dienstag um 0,3 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 16.837,18 Zählern. Der EuroStoxx50 rückte in der Spitze um 0,5 Prozent vor. Der Dax sei überkauft, aber nicht aufzuhalten, stellte Experte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. Seit November hat der Dax mehr als 13 Prozent zugelegt. Zuletzt knackte er einen Rekord nach dem anderen.

Ob an den Börsen weitere vorweihnachtliche Kursgeschenke auf die Anleger warten, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, wenn die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) über den künftigen Zinspfad entscheiden. "Eine weitere Zinserhöhung ist so gut wie vom Tisch", sagt Experte Christian Henke vom Broker IG mit Blick auf die Fed-Sitzung am Mittwoch. "Vielmehr warten die Marktteilnehmer auf erlösende Hinweise auf eine bevorstehende und baldige Zinswende." Ob dies geschehe, sei jedoch fraglich, da Fed-Chef Jerome Powell in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal den Börsen einen Strich durch die Rechnung gemacht habe. Ähnlich gelagert sind die Erwartungen an die EZB, die am Donnerstag mit ihrem Zinsentscheid folgt.

US-INFLATIONSDATEN IM FOKUS

Erste Hinweise darauf, ob der aktuelle Zins-Optimismus an den Börsen gerechtfertigt ist, könnten die US-Inflationsdaten am frühen Nachmittag liefern. Von Reuters befragte Experten rechnen damit, dass die Teuerungsrate auf 3,1 Prozent fällt. Die zuletzt rückläufigen Verbraucherpreise hatten die Spekulationen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik in den vergangenen Wochen angefacht, Der Dollar-Index verlor im Vorfeld 0,3 Prozent auf 103,78 Punkte. Der Euro rückte um 0,4 Prozent auf 1,0802 Dollar vor.

Einen Schubs nach oben bekam die Gemeinschaftswährung nach der Veröffentlichung des ZEW-Index. Trotz der Haushaltskrise bewerteten Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft überraschend optimistischer. Das Barometer zur Einschätzung der Konjunktur im nächsten halben Jahr stieg um 3,0 Punkte auf plus 12,8 Zähler. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang auf 8,8 Punkte gerechnet. "Mit dem fünften Anstieg in Folge unterstreicht der ZEW-Indikator, dass die deutsche Wirtschaft wohl ihre Talsohle im Winter erreicht hat", urteilte Experte Elmar Völker von der LBBW.

AUSBLICK VON HANNOVER RÜCK ÜBERZEUGT ANLEGER

Unter den Einzelwerten ragte Hannover Rück heraus, die Aktien waren mit einem Plus von 1,3 Prozent größter Dax-Gewinner. Der Konzern verspricht im kommenden Jahr wegen der anhaltend hohen Preise im Rückversicherungsmarkt einen weiteren Gewinnsprung und erwartet auch in den folgenden zwei Jahren steigende Erträge.

Auf der Verliererseite musste MTU Aero Engines Kursverluste hinnehmen. Ein Bericht über schärfere Wartungsvorgaben für bestimmte Triebwerke lastete auf den Papieren. Sie gaben bis zu 6,6 Prozent nach und bildeten das Schlusslicht im Dax.

Im MDax griffen die Investoren bei Carl Zeiss Meditec zu. Nach sinkenden Margen im abgelaufenen Bilanzjahr rechnet der Medizintechnik-Konzern mit einer schrittweisen Erholung. Die Aktien schossen zeitweise um mehr als zehn Prozent nach oben.

Unentschlossen zeigten sich dagegen die Nokia-Aktionäre. Wegen eines verpassten Milliardenauftrags aus den USA hat der Telekom-Ausrüster seine mittelfristigen Geschäftsziele zurückgeschraubt. Das Unternehmen kündigte zudem den Umbau seiner Mobilfunknetz-Sparte an, um bis 2026 bei Erlösen von zehn Milliarden Euro eine zweistellige Umsatzrendite zu erreichen. Die Aktien rutschten nach Handelsbeginn um bis zu 2,6 Prozent ins Minus, notierten am Mittag dann aber 0,8 Prozent fester. (Reuters)


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