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Kredite, Schufa & Co. – Was Sie rund um das Thema Bonität wissen müssen

Lesezeit: 4 min
23.12.2023 10:14  Aktualisiert: 23.12.2023 10:14
Immer wieder geistert das Thema Bonität durchs Leben – dabei geht es oft um Kredite. Doch vielen Menschen ist dieser Bereich, auch aufgrund seiner Intransparenz, ein Rätsel. Deswegen finden Sie hier alles, was Sie rund um Kredite, Schufa, Bonität usw. wissen müssen:
Kredite, Schufa & Co. – Was Sie rund um das Thema Bonität wissen müssen
Alles, was Sie über Bonität wissen müssen. (Foto: dpa)
Foto: Jens Kalaene

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Bonität ist Wort, dass man zuletzt immer wieder aus Werbungen oder Anzeigen hört, die mit der Verbesserung dieser werben. Doch was ist eigentlich Bonität? Was hat das Ganze mit der Vergabe von Krediten zu tun? Und welche Rolle spielt die Schufa dabei? All das erfahren Sie in diesem Artikel:

Das müssen Sie über das Thema Bonität wissen

Grundsätzlich gilt: Wer in Deutschland einen Kredit erhalten möchte, der muss sowohl Sicherheiten als auch eine gewisse Kreditwürdigkeit, besser bekannt als Bonität nachweisen. Letztere beschreibt einfach zusammengefasst die Wahrscheinlichkeit dafür, das geliehene Geld zurückzuzahlen. Zwar gibt es keine einheitliche Methode zur Berechnung dieser Größe, doch im Wesentlichen spielen diese folgenden Faktoren eine Rolle:

  • persönliche Historie mit Krediten
  • Alter und Wohnort
  • Kreditwürdigkeit anderer Personen mit einem ähnlichen Profil

Allerdings ist dies nur ein Teil der Berechnung, denn einige Anbieter von sogenannte Bonitätscorerechnern behaupten sogar mehr als 200 Faktoren in die Berechnung der Kreditwürdigkeit eines jeden Einzelnen einfließen zu lassen. Doch warum ist diese eigentlich so wichtig? Und wie wirkt sie sich auf das alltägliche Leben aus?

Darum ist die Bonität so wichtig

Auch wenn es nicht danach scheint, die Bonität ist ein wichtiger Bestandteil des eigenen Lebens. Das fängt nicht beim Kredit an, sondern beispielsweise bei dem Bezug einer Wohnung. Hier verlangen die meisten Vermieter zuvor einen Nachweis der Kreditwürdigkeit, um sicherzustellen, dass der potenzielle Meter pünktlich zahlt und nicht zum Problemfall wird. Aber auch in anderen Situationen wie etwa vor dem Antritt eines neuen Jobs, der Eröffnung eines Kontos oder der simplen Bezahlung auf Rechnung bei Amazon wird zuvor oft die Bonität eines Menschen überprüft, oft sogar ohne, dass man es selbst mitbekommt. Denn tatsächlich stimmen Sie häufig, ohne es zu wissen, mit den AGBs oder einer zusätzlichen notwendigen zu akzeptierenden Bestimmung, einer Bonitätsprüfung zu.

Angesichts dessen ist die eigene Kreditwürdigkeit also extrem wichtig und das nicht, nur wenn Sie einen Kredit zur Finanzierung des eigenen Hauses, eines Autos oder Sonstigem beantragen wollen. Doch wer bestimmt eigentlich die eigene Kreditwürdigkeit?

Was hat es mit der Schufa auf sich

Die führende Instanz zur Bonitätsbestimmung in Deutschland ist die Schufa. Diese Abkürzung steht für “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” und ist die Bezeichnung eines Unternehmens mit Sitz in Wiesbaden, welches ursprünglich durch einen Händlerzusammenschluss entstanden ist, um die Kreditrisiken durch eine Zusammenlegung zahlreicher Datenpools zu reduzieren. Heutzutage kann man bei der Schufa gegen eine Gebühr und unter gewissen Voraussetzungen Auskünfte über potenzielle Käufer oder auch über sich selbst einholen.

Dabei ist eine zentrale Grundlage der Bewertung eines jeden der Schufa Kreditscore, der ein Scoring-Modell, von 0% (keine Bonität) bis 100% (exzellente Bonität), beschreibt. Laut dem Institut nehmen dabei folgende Faktoren Einfluss auf die Bewertung:

  • Mobil-Leasing / Mietkauf
  • Anfrage zu Girokonto, Anfrage zu Kreditkarte, Anfrage Bürgschaft
  • Anfrage zum Kredit, Anfrage zum Mobil-Leasing / Mietkauf
  • Vertrags- und Kreditlaufzeiten

Wie allerdings genau sich dieser Score berechnet, ist nicht öffentlich, weswegen Verbraucherschützer auch regelmäßig Kritik an der Institution üben. Auch IT-Fehler, Verwechslungen oder fehlerhafte Einträge waren dabei Teile der Argumentation und berichteter Vorfälle. Darüber hinaus spielt das Thema Datenschutz im Zusammenhang mit der Schufa stets eine große Rolle.

Übrigens: Wenn Sie mehr über ihren Schufa-Score erfahren wollen, dann können Sie diesen entweder kostenpflichtig via einem der vielfältigen Produkte des Unternehmens einsehen oder eine ​​kostenlose Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO) anfordern. Diese enthält allerdings lange nicht so viele Informationen wie die Bezahlprodukte.

Doch was, wenn Ihr Schufa-Score nicht den Anforderungen einer Bank oder eines Vermieters entspricht? Wie hoch muss dieser eigentlich sein? Und wie kann man diesen verbessern?

Das müssen Sie über den Schufa-Score wissen

Grundsätzlich gelten beim Schufa-Score (mit leichten Abweichungen) folgende Klassen der Ausfallwahrscheinlichkeit und damit der Qualität der eigenen Kreditwürdigkeit:

Über 97,5% – Sehr gut – Sehr geringes Risiko

95% bis 97,5% – Gut – Geringes bis überschaubares Risiko

90% bis 95% – Befriedigend – Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko

80% bis 90% – Ausreichend – Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko

50% bis 80% – Mangelhaft – Sehr hohes Risiko

Unter 50% – Ungenügend – Sehr kritisches Risiko

Dementsprechend kann es schnell passieren, dass bei einem Schufa-Score von 80% bis 90% oder in manchen Fällen sogar bis 95% der geplante Kreditantrag nicht genehmigt wird. Allerdings müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn dieser Score ist nicht in Stein gemeißelt und wird regelmäßig aktualisiert. Dementsprechend besteht auch das Potenzial, die eigene Bonität zu verbessern, zum Beispiel mit diesen Maßnahmen:

  • Rechnungen immer pünktlich zahlen
  • Alle Kredite wie Konsumschulden, Kreditkarten & Co. vollständig abzahlen
  • Immer auf ausreichende Deckung auf dem Konto bei Lastschriften achten
  • Nicht genutzte Kredite wie Dispo & Co. kündigen
  • Regelmäßige Ausgaben mit einer Kreditkarte machen und diese vollständig und zu 100% tilgen
  • Niemals gewährte Kreditlimits ausreizen
  • keinen Zahlungsverzug bei Strom, Wasser, Gas und Miete zulassen
  • möglichst die Zahl der eigenen Verträge, Konten etc. reduzieren
  • Schufa-Daten einsehen und nicht mehr aktuelle Einträge löschen lassen

Fazit:

Alles rund um das Thema Bonität sowie Kreditwürdigkeit spielt in Deutschland also eine große Rolle und begegnet uns auch regelmäßig im Alltag. Darum lohnt es sich einen Blick auf die eigene Kreditwürdigkeit zu haben und diese im Laufe der Zeit zu verbessern oder konstant zu halten. Denn ein hoher Schufa-Score kann nicht nur zur Bewilligung von Krediten, Verträgen etc. führen, sondern auch zur Folge haben, dass man diese zu wesentlich günstigeren Konditionen bekommt, weil Gläubiger den Risikoaufschlag reduzieren.


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