Politik

USA: Rüstungs-Deal mit Katar kompensiert Russland-Blockade

Lesezeit: 1 min
28.03.2014 00:11
Die USA verbieten den Export von Militär-Ausrüstung, Chemikalien und Sprengstoff nach Russland. So soll Putin für das Krim-Referendum bestraft werden. Die US-Rüstungsindustrie hält sich für das entgangene Geschäft im Nahen Osten schadlos. Die Aufrüstung in Katar bringt den Firmen Milliarden-Aufträge.
USA: Rüstungs-Deal mit Katar kompensiert Russland-Blockade

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die USA blockieren Exporte sogenannter „Dual use“-Technologien nach Russland. Darunter fallen jene Materialien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Das teilt das Bureau of Industry and Security (BIS) mit.

Auf der Internetseite ist zu lesen, dass bis auf Weiteres keine Genehmigungen für Exporte nach Russland oder Wiedereinfuhr in die USA vergeben werden. Die Behörde vergibt Ausfuhr-Lizenzen für Polizei- und Militärausrüstung, Chemikalien, Sprengstoffe und zugehörige Zünder.

Die Aktion des Handelsministeriums betrifft einen wesentlichen Teil der US-Exporte und ist eine weitere der bereits angekündigten US-Sanktionen in Richtung Russland.

Im vergangenen Jahr hat das BIS Russland-Exporte in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar genehmigt, so Bloomberg.

Allerdings kann sich die US-Rüstungsindustrie an anderer Stelle über neue Geschäfte freuen: Für rund 23 Milliarden Dollar erwirbt das Emirat Katar Kampfhubschrauber, Lenkraketen, Tanker und andere Waffen von 20 weltweit agierenden Unternehmen. Dazu zählen auch der europäische Luftfahrtkonzern Airbus und sein US-Konkurrent Boeing sowie Lockheed Martin und Raytheon, wie eine Sprecherin einer Verteidigungskonferenz in Doha am Donnerstag mitteilte. In Frankreich gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass Katar 22 militärische Transporthubschrauber NH90 von einer Airbus-Tochter für rund zwei Milliarden Euro kaufen wolle. Außerdem solle Airbus zwei Betankungsschiffe nach Katar liefern.

Katar, das 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtet, und andere arabische Golfstaaten sind derzeit auf der Suche nach neuem militärischen High-Tech-Gerät, um sich vor dem Iran und anderen Bedrohungen seit dem Arabischen Frühling zu schützen. Zuletzt war das Emirat jedoch wegen der Unterstützung islamistischer Gruppen bei seinen arabischen Verbündeten zunehmend unter Druck geraten. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten vor kurzem ihre Botschafter aus dem Golfstaat abgezogen.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Rohstoffhandel boomt weiter, doch es zeigt sich auch die Schattenseite
21.04.2024

In ihrem zweitbesten Gewinnjahr verbuchten die globalen Rohstoffhandelshäuser 2023 mehr als 100 Milliarden Dollar Profit, allen voran die...

DWN
Technologie
Technologie Rheinland-Pfalz eröffnet größten Solarpark: Meilenstein für Energiewende
21.04.2024

Rheinland-Pfalz startet größtes Solarprojekt: 300 Fußballfelder große Anlage solle grünen Strom für 60.000 Haushalte liefern und...

DWN
Politik
Politik Mehr Souveränität wagen: Wie Deutschland sich auf eine zweite Amtszeit Trumps ́vorbereiten sollte
21.04.2024

In Umfragen liegt Donald Trump deutlich vor dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden. Wie sollte sich Deutschland auf eine zweite Amtszeit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weltraum-Bahnhöfe: Europas ehrgeizige Pläne für die Zukunft der Raumfahrt
21.04.2024

Auch in Deutschland ist die Begeisterung fürs Weltall, und wie man dort hinkommt, weit verbreitet. Wir reden heute nicht von Trekkies,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Comeback von Japan-Aktien: Neue Ära für Investoren?
21.04.2024

Der japanische Aktienmarkt erlebt derzeit ein erstaunliches Comeback. Doch hinter dem jüngsten Rekordhoch des Nikkei von 40.000 Punkten...

DWN
Politik
Politik Drohnen als neue Art der Kriegsführung - die Bundeswehr tut sich schwer damit
21.04.2024

Die Angriffe des Iran und die Verteidigung Israels haben endgültig deutlich gemacht, dass Kriege nicht mehr im Schützengraben geführt...

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: Laut Studie Milliarden-Gewinne für deutsche Unternehmen
21.04.2024

Die Zukunft der deutschen Industrie wird durch Künstliche Intelligenz geformt: Eine Studie enthüllt nun ihre Auswirkungen - wie KI...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft US-Repräsentantenhaus bewilligt Hilfe für Ukraine – Russland kritisiert
21.04.2024

Ein wichtiger Schritt im globalen Konflikt mit weitreichenden Folgen: Das US-Repräsentantenhaus hat ein neues Hilfspaket für die Ukraine...