Technologie

Studie: Autozulieferer und Ladenetz Einfallstor für Hackerangriffe

Die Elektroautobranche wird vom US-amerikanischen Konzern Tesla und dem chinesischen Autobauer BYD bestimmt. Deutsche Autobauer hinken aus verschiedenen Gründen hinterher - und nun kommt die nächste Hiobsbotschaft für die Branche: Laut einer Studie werden Autos und Autoindustrie zunehmend Ziel von Hackerangriffen. Tesla ist davon aber genauso betroffen.
27.02.2024 16:20
Aktualisiert: 27.02.2024 16:40
Lesezeit: 1 min

Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gehöre zu den besonders gefährdeten Bereichen, so Branchenexperte Stefan Bratzel in seiner Studie: Sie sei durch die "verschiedenen Marktteilnehmer außerordentlich komplex und bietet grundsätzlich viele Angriffspunkte für Cyber-Kriminelle", heißt es in der am Dienstag vom CAM-Institut in Bergisch Gladbach veröffentlichten Studie. Ein weiteres Einfallstor seien Zulieferer: "Die komplexe Lieferkette gilt als große Schwachstelle und bietet zentrale Angriffspunkte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit und oft großem Schadensausmaß ausgenutzt werden."

Mit zunehmender E-Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge sowie der Produktion und Logistik wachse das Risiko. Umfassende Cybersicherheitsstrategien seien dringend notwendig, allerdings auch sehr aufwendig. "Die Unternehmen unterscheiden sich jedoch bezüglich der Qualität von Konzeption und Umsetzung erheblich", sagte Bratzel. Bei vielen Zulieferern und Dienstleistern seien sie noch auf niedrigem Niveau. Kundenwünsche nach Connected Cars und Connected Services erzeugten einen enormen Wettbewerbsdruck, durch den Sicherheitsaspekte mitunter in den Hintergrund gerieten. Mit zunehmender Vernetzung und Automatisierung der Lieferkette wachse die Angriffsfläche.

Die Menge und Qualität der Angriffe sei in den letzten Jahren erheblich gestiegen, heißt es in der Studie, die das CAM-Institut im Auftrag des kalifornischen IT-Konzerns Cisco erstellt hat. So habe Toyota den Betrieb seiner japanischen Fabriken 2022 kurz aussetzen müssen, weil ein Zulieferer von Kunststoffteilen und elektronischen Komponenten von einem mutmaßlichen Cyber-Angriff getroffen wurde. Bei General Motors , Continental und Moovit hätten Cyber-Kriminelle Daten gestohlen. "Im März 2023 wurde von einem Cyber-Angriff auf Tesla berichtet, bei dem sich Hacker aus der Ferne in ein Fahrzeug einwählen und diverse Funktionen ausführen konnten. Dazu zählten etwa die Betätigung der Hupe, das Öffnen des Kofferraumes, das Einschalten des Abblendlichts sowie die Manipulation des Infotainment-Systems." (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Facharzttermine ab 2028: Forderung nach stärkerer Steuerung mit Anreizen
28.08.2026

Patientinnen und Patienten sollen künftig gezielter durch das Gesundheitssystem geführt werden. Aus Sicht der Ärzteschaft braucht es...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sozialreformen verunsichern: 81 Prozent sorgen sich um ihre finanzielle Absicherung
28.08.2026

Die Debatte über mögliche Einschnitte bei Rente, Krankenversicherung und Pflege verunsichert viele Menschen in Deutschland. Eine neue...

DWN
Politik
Politik Atomwaffen: Bundesregierung dementiert Finanzierungspläne
28.08.2026

Die Bundesregierung weist einen Bericht über mögliche deutsche Gelder für britische und französische Atomwaffenprogramme zurück....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Krankschreibung: Kündigung ohne Arztkontakt wirksam
28.08.2026

Eine Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch kann für Arbeitnehmer ernste Folgen haben. Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht darin einen...

DWN
Politik
Politik Thüringen unter Spannung: Höcke scheitert erneut mit Misstrauensantrag gegen Voigt
28.08.2026

AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat Thüringens CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt erneut herausgefordert und ist erneut gescheitert....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt: Mehr als drei Millionen Menschen ohne Job
28.08.2026

Sommerpause und schwache Konjunktur belasten den Arbeitsmarkt in Deutschland weiter. Auch im August lag die Zahl der Arbeitslosen über der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Stellenabbau: Volkswagen könnte 100.000 Stellen abbauen – Gewerkschaften schließen Streik nicht aus
28.08.2026

Volkswagen könnte in den kommenden Jahren mehr als 100.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Wegfall von rund 50.000 Stellen ist bereits...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Förderprogramme: Wo deutsche Firmen jetzt Millionen bekommen können
28.08.2026

Brüssel verteilt 2026 Millionen für Technologien, die Europas Wirtschaft unabhängiger und wettbewerbsfähiger machen sollen. Besonders...