Technologie

KI-Hype in Deutschland: Welle von neuen Startups formiert sich

Obwohl die Finanzierung von Jungfirmen allgemein ins Stocken geraten ist, werden in Deutschland gerade unzählige KI-Startups gegründet. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Hype um Künstliche Intelligenz hierzulande aber immer noch überschaubar.
24.04.2024 12:28
Lesezeit: 1 min

Die Euphorie um die Chancen Künstlicher Intelligenz (KI) hat die deutsche Firmengründerszene einer neuen Studie zufolge voll im Griff. Gegen den allgemeinen Trend sei die Zahl der jungen Unternehmen mit KI-Bezug 2023 um zwei Drittel auf 341 gestiegen, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Erhebung des deutschen Startupverbandes und von Hubraum, der Wagniskapital-Tochter der Deutschen Telekom.

Geldgeber setzten ebenfalls verstärkt auf KI-Startups in Deutschland: Zwischen 2021 und 2023 habe sich das Finanzierungsvolumen auf 22,3 Milliarden Euro fast verfünffacht. Insgesamt sei das Volumen der Kapitalspritzen für deutsche Jungfirmen dagegen um 57 Prozent geschrumpft.

Besonders viele Neugründungen setzten auf sogenannte Generative KI die wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google Inhalte auf Grundlage weniger Stichworte erstellen kann. Laut Studie haben die Gründer dieser Startups meist ehrgeizige Ziele: Ein Fünftel der Befragten strebten eine Milliardenbewertung an. Der geschäftliche Erfolg sei aber kein Selbstläufer, warnte Hubraum-Manager Axel Menneking. Dazu müsse die Zusammenarbeit zwischen den Startups und der restlichen Wirtschaft intensiviert und der Zugang zu technologischer Infrastruktur verbessert werden.

Ungeachtet des explosiven Wachstums hinke Deutschland im internationalen Vergleich hinterher, betonten die Autoren der Studie. "Pro Kopf wird in den USA zwölfmal so viel Kapital in GenAI-Startups investiert wie in Deutschland." Daher sähen zwei Drittel der Befragten Gründer die Vereinigten Staaten langfristig als Sieger im Rennen um die Führungsrolle bei dieser Technologie. "Wir müssen dringend mehr Kapital mobilisieren", forderte Nicole Büttner, stellvertretende Vorsitzende des Startupverbandes. Der Wachstumsfonds der Bundesregierung sei ein positiver Schritt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie KI-Arbeitswelt: Wie Algorithmen den Menschen zur Restgröße machen
17.05.2026

Künstliche Intelligenz verspricht Entlastung, Effizienz und neue Chancen. Doch in der KI-Arbeitswelt zeigt sich eine andere Realität:...

DWN
Finanzen
Finanzen Eurokurs schwächelt weiter: Warum Währungsschwankungen für Unternehmen teuer werden
17.05.2026

Der Eurokurs steht seit vielen Monaten unter Druck – und für Unternehmen kann das langsam zum Problem werden. Zwischen geopolitischen...

DWN
Panorama
Panorama Trügerische Sicherheit: Warum Ihr Lieblingspasswort eine Gefahr ist
16.05.2026

Die meisten Internetnutzer wiegen sich in Sicherheit, während sie Hackern die Tür sperrangelweit offen stehen lassen. Obwohl die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesischer Ökonom Zhang mit Hinweis an Europa: Chinas Erfolg wird falsch erklärt
16.05.2026

Chinas wirtschaftlicher Aufstieg gilt vielen als Beleg für die Stärke staatlicher Steuerung. Der Ökonom Prof. Weiying Zhang widerspricht...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Materialrückverfolgbarkeit in der Produktion: Wie Unternehmen MES-Software gezielt einsetzen
16.05.2026

Die Materialrückverfolgbarkeit entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Faktor für Qualität, Effizienz und regulatorische Sicherheit...

DWN
Politik
Politik Iran-Konflikt: 440 Kilo Uran und das iranische Atomprogramm verschärfen den Druck auf Teheran
16.05.2026

440 Kilogramm hoch angereichertes Uran sorgen weltweit für Sorge. Israel, die USA und der Iran ringen um Kontrolle, Sicherheit und...

DWN
Technologie
Technologie Anthropic entfacht den teuersten Machtkampf der KI-Branche
16.05.2026

Fast eine Billion Dollar Bewertung für einen KI-Konzern, der erst vor wenigen Jahren zum Herausforderer wurde. Anthropic will mit frischem...

DWN
Politik
Politik US-Verzicht auf Mittelstreckenwaffen in Deutschland: EU sucht Alternativen
16.05.2026

Der US-Marschflugkörper Tomahawk wird vorerst nicht in Deutschland stationiert. Die Verlegung von US-Mittelstreckenwaffen nach Deutschland...