Politik

Habeck kontert Kritiker: „Energiekrise gemeistert und Strompreise gesenkt“

Nach Kritik an Atomausstieg: Habeck und Lemke bestätigen, die Energieversorgung sei gesichert und nukleare Sicherheit gewährleistet.
26.04.2024 09:31
Aktualisiert: 26.04.2024 09:31
Lesezeit: 1 min
 Habeck kontert Kritiker: „Energiekrise gemeistert und Strompreise gesenkt“
Habeck verteidigt Atomausstieg gegen Vorwürfe: „Wir sind super durch die Krise gekommen“ (Foto: dpa). Foto: Monika Skolimowska

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Kritik an der Entscheidungsfindung zum Atomausstieg zurückgewiesen. Habeck sagte am Freitag vor Beginn einer Sondersitzung des Bundestags-Ausschusses für Klimaschutz und Energie, ein Jahr nach dem Atomausstieg hätten sich alle „Unkenrufe“ nicht bewahrheitet. Die Energieversorgung sei komplett gesichert, die Strompreise am Handel seien heruntergegangen. „Wir sind super durch Krise gekommen.“

Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Olaf in der Beek, hat sich zufrieden gezeigt mit den Erläuterungen von Habeck in einer Sondersitzung zur Entscheidungsfindung vor dem Atomausstieg. Es mache keinen Sinn, „über irgendwelche Rücktritte zu philosophieren“, sagte der Abgeordnete am Freitagmorgen in Berlin nach einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie.

Auslöser der Sondersitzung ist ein Bericht des Magazins „Cicero“. Demnach sollen sowohl im Wirtschafts- als auch im Umweltministerium im Frühjahr 2022 interne Bedenken zum damals noch für den folgenden Jahreswechsel geplanten Atomausstieg unterdrückt worden sein. Wichtige Informationen hätten Habeck nicht erreicht. Habeck sagte, die Annahme, es habe eine Art Geheimwissen gegeben, dass ihn nicht erreicht habe, sei falsch.

Nukleare Sicherheit

Auch Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) wies vor einer Sondersitzung des Umweltausschusses Vorwürfe zurück. „Mir geht es darum, dass wir die nukleare Sicherheit in unserem Land jederzeit gewährleisten können.“

Habeck sagte, entscheidend sei, dass er in den wirklich relevanten Runden immer die richtigen Fragen stellen konnte. Dies seien die Runden mit den Kraftwerksbetreibern gewesen. „Das ist auch dokumentiert und schriftlich vorlegbar, dass diese auch beantwortet wurden.“ Im März 2022 hätten die Betreiber der Atomkraftwerke mitgeteilt, dass die Brennelemente „ausgelutscht“ gewesen seien.

Wirtschafts- und Umweltministerium hatten sich im März 2002 in einem Prüfvermerk gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ausgesprochen. Beide Ministerien hatten geprüft, ob und inwiefern eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken - angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und der aktuell hohen Importabhängigkeit von Russland - zur Energiesicherheit beitragen würde. Später war der Betrieb von drei Atomkraftwerken zur Sicherung der Stromversorgung doch noch bis Mitte April 2023 verlängert worden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Glücksspielregulierung 2026: Wie OASIS und LUGAS den Wirtschaftsstandort prägen

Wer die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarktes über die vergangenen zwei Jahrzehnte verfolgt, erkennt eine Branche im radikalen...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom PKW zum Panzer: Europa braucht keine neuen Fabriken für Rüstung
18.06.2026

In den letzten Monaten gibt es Diskussionen darüber, dass Automobilhersteller einen Teil ihrer ungenutzten Kapazitäten für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Streit um die Arbeitszeit: Scharfe Kritik an Plänen für flexibleren Achtstundentag
18.06.2026

Die Pläne des SPD-geführten Arbeitsministeriums zur Arbeitszeitflexibilisierung stoßen auf harten Widerstand. Wirtschaft und der...

DWN
Politik
Politik Gentechnik ohne Label: EU macht den Weg für neue Züchtungen frei
18.06.2026

Genverändertes Obst und Gemüse landet in der EU bald ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarktregal. Das Europäische Parlament hat den...

DWN
Politik
Politik Verfassungszoff ums neue Heizgesetz: Droht der Koalition eine Klatsche in Karlsruhe?
18.06.2026

Das geplante Heizgesetz der schwarz-roten Koalition wackelt: Ein neues Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags bescheinigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation bleibt hartnäckig: Ifo sieht nur kurze Erholung
18.06.2026

Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten Stagnationsphase seit 1949 fest. Mit dem erhofften Kriegsende im Iran hellen sich die...

DWN
Politik
Politik Nato 3.0: Weniger USA, mehr Europa
18.06.2026

Die USA ziehen sich militärisch weiter aus Europa zurück und erhöhen den Druck auf ihre Verbündeten. Vor dem Nato-Gipfel wachsen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditklemme 2026: Wird Finanzierung zum Problem?
18.06.2026

Nicht der abgelehnte Kredit ist das größte Risiko für Deutschlands Mittelstand – sondern der Antrag, der gar nicht mehr gestellt wird....

DWN
Politik
Politik Ukraine greift Putin an: Drohnen schlagen tief in Moskau ein
18.06.2026

Mitten während eines internationalen Gipfels trifft die Ukraine eine der wichtigsten Ölraffinerien Moskaus und setzt damit ein deutliches...