Technologie

Wasserstoff: Verband fordert schnelleren Bau von Pipelines und Terminals

Ein Großteil des künftigen Wasserstoffbedarfs soll aus dem Ausland kommen. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer Importstrategie. Der Energieverband BDEW fordert nun einen schnelleren Aufbau der dafür nötigen Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland.
29.05.2024 11:48
Lesezeit: 1 min
Wasserstoff: Verband fordert schnelleren Bau von Pipelines und Terminals
Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur erfordert teure Investitionen in Pipelines und Terminals (Bild: dpa). Foto: Jens Büttner

Die Energiewirtschaft dringt auf einen schnellen Aufbau von Einrichtungen für Wasserstoff-Import und -Transport. „Umstellung und Neubau von Pipelines und Importterminals sowie der Anschluss an die jeweiligen Infrastrukturen sollten schnellstmöglich und zeitgleich angegangen werden“, heißt es in einem Positionspapier des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zur geplanten Wasserstoff-Importstrategie der Bundesregierung. Das Papier lag der dpa vorab vor.

Wichtigste Voraussetzung sind laut Verband das H2-Kernnetz mit seinen Importpunkten, aber auch die Hafeninfrastruktur mit Anlandeterminals, Flächen für Tanklager, oberirdischen Speichern sowie Ammoniak-Crackern. In solchen Anlagen wird der in Ammoniak gebundene Wasserstoff wieder freigesetzt, um dann weiterverarbeitet werden zu können. Nötig seien auch langfristig absehbare Liefermengen, um den Bau und die Auslastung der Importinfrastrukturen zu realisieren, so der BDEW.

„Der zügige und verzögerungsfreie Aufbau eines deutschlandweiten leistungsfähigen Wasserstoffnetzes ist für den Hochlauf des Wasserstoffmarktes und eine resiliente, klimaneutrale Energieversorgung grundlegend“, stellt der Verband fest. Die Entscheidung für ein H2-Kernnetz in Deutschland sei ein wichtiger Schritt gewesen, ein solches Wasserstoffnetz zu beginnen. Um eine Verteilung und Versorgung in der Fläche zu ermöglichen, müssten sowohl das Verteilnetz als auch Wasserstoffspeicher angeschlossen sein.

Klimaneutral hergestellter Wasserstoff spielt im Energiesystem der Zukunft eine tragende Rolle. Er soll etwa in Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. In der Industrie soll er Kohlenstoff ersetzen, etwa bei der Stahlerzeugung. Die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung geht davon aus, dass im Jahr 2030 50 bis 70 Prozent des dann benötigten Wasserstoffs importiert werden müssen. Einzelheiten will die Bundesregierung in einer Importstrategie festlegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Technologie
Technologie Branchenmesse Innotrans: KI soll Bahnreisen effizienter machen
23.09.2026

Künstliche Intelligenz wird auch im Zugverkehr eine große Rolle spielen, sind sich Fachleute sicher. Einen Eindruck davon bekommt man auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz Bargeldliebe: Deutschland holt beim Digitalzahlen auf
23.09.2026

Bargeld spielt in Deutschland traditionell eine große Rolle, doch Verbraucher zahlen immer öfter elektronisch oder per Karte, zeigt eine...

DWN
Politik
Politik Deutschland in der Nato: General Breuer wird Vorsitzender des Nato-Militärausschusses
23.09.2026

Deutschland trägt erheblich zur Steigerung der Verteidigungsfähigkeit Europas bei. Nun wird der ranghöchste Soldat der Bundeswehr...

DWN
Technologie
Technologie Deutscher KI-Markt verdoppelt Ausgaben für generative KI
23.09.2026

KI-Software bleibt Wachstumstreiber: Deutsche Unternehmen investieren 2026 deutlich mehr, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
23.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...