Wirtschaft

Schnupfen und Husten im Sommer: WHO geht von Corona-Welle aus

Corona-Welle in Europa: Ungewöhnlich viel Schnupfen und Husten in diesem Sommer. Derzeit sind rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland an Atemwegsinfektionen erkrankt. WHO warnt vor ansteigenden Corona-Zahlen weltweit.
09.08.2024 09:09
Aktualisiert: 09.08.2024 09:09
Lesezeit: 2 min
Schnupfen und Husten im Sommer: WHO geht  von Corona-Welle aus
Atemwegserkrankungen aufgrund von Corona? Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge zieht gerade eine Corona-Sommerwelle durch Europa. (Foto: dpa) Foto: Michael Matthey

In Millionen von Haushalten schniefen und husten die Menschen gerade – und das trotz des Sommers. Die Zahl akuter Atemwegserkrankungen lag Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge in den vergangenen Wochen in Deutschland so hoch wie nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Das bezieht sich auf den Zeitraum seit Beginn des Webportals GrippeWeb im Jahr 2011. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge zieht gerade eine Corona-Sommerwelle durch Europa.

Bei GrippeWeb können Bürgerinnen und Bürger direkt melden, ob sie in der Vorwoche eine Atemwegserkrankung hatten. Welcher Krankheitserreger die Erkältung oder Grippe auslöst, muss dabei nicht erfasst werden. Laut RKI wurde für die Woche vom 29. Juli bis 4. August eine Gesamtzahl von etwa 3,3 Millionen akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland errechnet.

Kein großer Rückgang wie sonst im Sommer

Die Zahl der geschätzten Neuinfektionen ist zwar seit der Vorwoche leicht gesunken. Doch insgesamt zeigt sich seit dem Winter laut GrippeWeb nur ein verhältnismäßig geringer Rückgang der Atemwegsinfekte.

In den Vorjahren hingegen war das anders: Da hatten in den warmen Monaten normalerweise viel weniger Menschen Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber.

Darüber, welche Viren die Beschwerden auslösen, hat das RKI nur wenige Daten. In den Proben wurden vor allem Rhinoviren und Coronaviren gefunden. Influenza- und RS-Viren spielen demnach derzeit keine Rolle.

Sommerwelle von Covid-19

Der WHO hingegen liegen Daten aus ganz Europa vor – was sie von einer „Sommerwelle von Covid-19“ sprechen lässt. In den vergangenen zwei Monaten seien immer mehr Menschen mit Corona in Praxen oder Apotheken gegangen: Der prozentuale Anteil der Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen, die Corona haben, habe sich in dem Zeitraum verfünffacht.

„Zwar ist die absolute Zahl der Fälle niedriger als während der Winterwelle“, schreibt die WHO, dennoch würden Menschen weiterhin wegen Corona in Krankenhäuser eingewiesen. In Deutschland liegt die Zahl schwerer akuter Atemwegsinfektionen liegt auf einem niedrigen Niveau.

Weitere Coronawellen erwartet

Woran aber liegt es, dass so viele Menschen an Corona erkranken? Das könnte an Massenveranstaltungen wie großen Sportturnieren und Musikfestivals liegen, meint die WHO. Auch gebe es gerade weniger Konkurrenz durch andere Erkrankungen, wie etwa die Grippe. Denn Covid-19 zirkuliere das ganze Jahr über – deswegen sei mit weiteren Wellen in Zukunft zu rechnen.

„Die Auffrischung des COVID-19-Impfstoffs ist nach wie vor ein äußerst wirksames Mittel, um die Zahl der Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei Risikopatienten zu verringern“, erinnert die WHO. Dazu gehörten ältere und immungeschwächte Menschen, Personen mit mehreren Vorerkrankungen, Schwangere und medizinisches Personal.

Die Sommerferien können nach Angaben des RKI einen Einfluss sowohl auf die Infektionen als auch die Überwachungssysteme haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...

DWN
Finanzen
Finanzen Berkshire Hathaway-Aktie: Greg Abel investiert in Bending Spoons – Berkshires 930-Millionen-Dollar-Wette
15.10.2026

Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel richtet Berkshire Hathaway stärker auf digitale Geschäftsmodelle aus. Die Holding investiert weitere...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Darf der Arbeitgeber einen Nebenjob verbieten? Das müssen Arbeitnehmer wissen
15.10.2026

Ein Nebenjob kann eine gute Möglichkeit sein, das Einkommen aufzubessern. Doch darf der Arbeitgeber des Hauptjobs einen Nebenjob...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ökostromanbieter grüüün gibt auf: Was der Lieferstopp für rund 200.000 Kunden bedeutet
15.10.2026

Der Stromversorger grüüün beendet zum 31. Oktober 2026 die bundesweite Belieferung von Privatkunden. Das junge Unternehmen macht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
15.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Technologie
Technologie BMW 7er im Test: Hightech ohne Herz? Der Verbrenner schlägt zurück
15.10.2026

Der neue BMW 7er ist ein rollender Hightech-Palast: gigantische Bildschirme, künstliche Intelligenz und ein Elektroantrieb mit brachialer...

DWN
Finanzen
Finanzen TSMC-Aktie: Chipgigant kassiert Milliarden mit KI
15.10.2026

Die TSMC-Aktie profitiert von einem Chipgiganten auf Rekordkurs: Binnen drei Monaten verdient der taiwanische Auftragsfertiger rund 21...