Politik

Fed setzt mit US-Zinsentscheid deutliches Zeichen: Aktien-Kurse ziehen an

Die US-Notenbank hat eine neue Phase in ihrer Geldpolitik eingeläutet. Fed-Chef Jerome Powell senkte den Leitzins um gleich einen halben Prozentpunkt - ein mehr als deutliches Zeichen. Klassischerweise sind Zinsschritte von einem Viertel Prozentpunkt üblich. Das ändert die Stimmung an den Börsen.
18.09.2024 21:14
Aktualisiert: 18.09.2024 21:14
Lesezeit: 1 min

Nach dem mit Spannung erwarteten US-Zinsentscheid haben die Kurse an den davor lethargischen New Yorker Börsen am Mittwoch etwas angezogen. Der Leitindex Dow Jones Industrial markierte den dritten Tag in Folge einen Rekord, stieg zuletzt aber nur noch um 0,33 Prozent auf 41.742,31 Punkte. Der marktbreite S&P 500 erreichte ebenfalls eine neue Bestmarke und behauptete ein Plus von 0,42 Prozent auf 5.658,12 Punkte. Beide Indizes hatten am Vortag nach Rekorden unter Gewinnmitnahmen gelitten und kaum verändert geschlossen. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann am Mittwoch 0,58 Prozent auf 19.544,72 Punkte.

Seit dem Jahr 2020 die erste Zinssenkung der US-Notenbank

Die US-Notenbank Fed senkte ihren Leitzins um 0,50 Prozentpunkte auf nun 4,75 bis 5,00 Prozent. Davor hatte sie ihn 14-mal in Folge nicht angetastet. Bankvolkswirte hatten überwiegend lediglich eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte erwartet. An den Finanzmärkten war zuletzt allerdings die Erwartung gestiegen, dass es auch zu einer großen Senkung um 0,50 Prozentpunkte kommen könnte. Zudem wurde bekannt, dass eine knappe Mehrheit der stimmberechtigten Fed-Mitglieder für 2024 eine weitere große Zinssenkung erwartet.

Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, sprach von einem "kraftvollen Auftakt der US-Zinswende, der für die Wirtschaft eine willkommene Entlastung bei den Krediten für kürzerfristige Kredite bedeutet". Bis zum Jahresende rechnet er nun mit zwei weiteren, aber kleineren Zinssenkungen der Fed.

Unter den US-Einzelwerten ragten am Mittwoch die Aktien von Intuitive Machines mit einem Kurssprung von mehr als 40 Prozent heraus. Das Raumfahrtunternehmen erhielt einen Großauftrag von der US-Weltraumagentur Nasa. Dabei geht es um Kommunikations- und Navigationsdienste für Missionen in der nahen Weltraumregion.



Für die Papiere von US Steel ging es um 3,6 Prozent nach oben. Das CFIUS, ein Sicherheitsgremium der US-Regierung, habe dem Wettbewerber Nippon Steel die Erlaubnis erteilt, seine Pläne zum Kauf von US Steel erneut einzureichen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Damit dürfte eine Entscheidung über die politisch umstrittene Übernahme nach den US-Wahlen im November fallen.



Derweil schafften die Anteilsscheine von General Mills nach Zahlen nur einen Kursanstieg von 0,2 Prozent. Der Lebensmittelhersteller berichtete für das erste Geschäftsquartal 2024/25 eine rückläufige Umsatz- und Ergebnisentwicklung - der bestätigte Ausblick half den Aktien nicht.

T-Mobile verliert, obwohl sie Milliarden an Dividenden ausschütten will

Beim Mobilfunkunternehmen T-Mobile US folgten offenbar etliche Anleger der bekannten Börsendevise "sell on good news". Nachdem die Deutsche-Teleko -Tochter auf ihrem Kapitalmarkttag angekündigt hatte, in den kommenden Jahren Milliarden in Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe zu stecken, kratzten die Aktien zunächst am Rekordhoch vom Wochenauftakt, um anschließend um 2,4 Prozent abzusacken.

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