Politik

AfD-Wahlparty und Abschiebe-Lied - Proteste in Potsdam

Mit Applaus und lauten Abschiebe-Forderungen feierten AfD-Anhänger das Wahlergebnis der Landtagswahl in Brandenburg. Auf der AfD-Wahlparty, die in einem Gasthof im Potsdamer Ortsteil Marquardt stattfand, waren neben Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt auch die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke anwesend.
22.09.2024 20:32
Aktualisiert: 22.09.2024 20:32
Lesezeit: 1 min
AfD-Wahlparty und Abschiebe-Lied - Proteste in Potsdam
Wahlparty der Brandenburger AfD (von links nach rechts): Tino Chrupalla, AfD-Bundessprecher, Hans-Christoph Berndt, stellvertretender Vorsitzender der AfD Brandenburg und Spitzenkandidat, und Alice Weidel, AfD-Bundessprecherin. (Foto: dpa) Foto: Christoph Soeder

Junge AfD-Anhänger stimmten auf der AfD-Wahlparty lautstark und enthusiastisch ein provokatives Abschiebe-Lied an. In Anlehnung an den Song "Das geht ab. Wir feiern die ganze Nacht" der Band Die Atzen sangen sie: "Hey, das geht ab, wir schieben sie alle ab, sie alle ab". Begleitet wurde der Gesang von einem Schild mit dem Slogan "Millionenfach abschieben".

Später tanzten Teilnehmer der AfD-Wahlparty auf der Straße vor dem Gasthof zu einem Lied eines Sängers, dessen Text lautete: "Ost, Ost, Ostdeutschland". Der Song enthält unter anderem die Zeilen: "Im Osten heißt Familie Mutter, Vater, Kind, dem Westen ist das egal, weil die so offen sind. Hier passt man auf, im Westen spielt der Ali mit den Bullen Katz und Maus. Im Osten hat man Kühe und einen Hühnerstall, im Westen LGBTQ und einen Knall." LGBTQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle und trans Menschen.

Protest gegen AfD: "Kein Raum der AfD"

Neben den AfD-Politikern Kristin Brinker und dem ehemaligen CDU-Finanzsenator Peter Kurth nahmen weitere bekannte Persönlichkeiten an der AfD-Wahlparty teil. Private Sicherheitskräfte kontrollierten die Anwesenden, darunter auch Journalisten. Zusätzlich sicherte ein großes Polizeiaufgebot die Veranstaltung im kleinen Marquardt ab.

In einer Entfernung von etwa hundert Metern protestierten Hunderte gegen die AfD-Wahlparty. Ihre Plakate und Transparente trugen Aufschriften wie "Potsdam Nazifrei", "Rechtsfreie Räume schaffen" und "Kein Raum der AfD". Die Demonstration verlief friedlich. Im Verlauf des Abends erreichten einige Gegendemonstranten den unmittelbaren Bereich vor der AfD-Wahlparty. Die Polizei trennte beide Gruppen, woraufhin die linken Demonstranten wieder zurückweichen mussten. Dies wurde von den AfD-Anhängern mit Applaus und dem erneuten Anstimmen des Abschiebe-Liedes begleitet.

Spitzenkandidat Berndt als rechtsextrem eingestuft

Der Brandenburger Verfassungsschutz beobachtet den AfD-Landesverband als rechtsextremen Verdachtsfall. Dies bedeutet, dass es "tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen" gibt. Sechs der AfD-Landtagsabgeordneten, darunter auch Spitzenkandidat Berndt, werden sogar als rechtsextrem eingestuft.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031: Damit sollen neue Gaskraftwerke finanziert werden
03.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende...