Unternehmen

Nintendo-Museum eröffnet: Eine Zeitreise mit Super Mario

Die legendären Figuren des japanischen Videospiel-Riesen Nintendo, geprägt durch den visionären Shigeru Miyamoto, sind Teil der globalen Popkultur. Ein neues Museum beleuchtet jetzt Nintendos außergewöhnliche Geschichte. Ein Vorab-Einblick.
05.10.2024 07:27
Lesezeit: 2 min
Nintendo-Museum eröffnet: Eine Zeitreise mit Super Mario
Eine Art Hall of Fame mit berühmten Figuren von Nintendo ist im Eingangsbereich vor der Eröffnung des Nintendo-Museums zu sehen (Foto: dpa). Foto: Lars Nicolaysen

"Super Mario", "Donkey Kong", "The Legend of Zelda" – diese Namen lassen Millionen von Herzen höher schlagen. Zahlreiche Generationen sind mit den Helden von Nintendo aufgewachsen. Diese Kultfiguren gelten als Ikonen der Videospielgeschichte. Seit dem 2. Oktober können Fans im Nintendo-Museum, das in der Nähe von Kyoto liegt, die Geschichte des Unternehmens hautnah erleben. Die Ausstellung kombiniert Nostalgie mit interaktiven Elementen.

Die 135-jährige Erfolgsgeschichte beginnt im ersten Stock des Museums. Hier hängen übergroße Nintendo-Konsolen von der Decke, darunter Klassiker wie der Family Computer (Famicom) von 1983 und der Game Boy bis hin zur modernen Nintendo Switch.

Ein Blick zurück in die Geschichte

Sofort werden Erinnerungen an die eigene Vergangenheit wach. Ziel sei es, einen Ort zu schaffen, an dem mehrere Generationen ihre eigenen Videospiel-Erfahrungen teilen und sich austauschen können, so Shigeru Miyamoto, der kreative Kopf hinter "Super Mario", "Donkey Kong", "The Legend of Zelda" und "Pikmin".

Miyamoto beschreibt das Nintendo-Museum als einen Ort, an dem jeder Besucher eigene Erinnerungen wachrufen kann. Konsolen samt Zubehör und Spiele werden in ihren Originalverpackungen präsentiert, während Bildschirme die dazugehörigen Spiele zeigen. "Es ist erstaunlich, dass all diese Figuren bereits über 20 Jahre alt sind", sagt Miyamoto. Zudem erfahren die Besucher, wie sich die Grafik im Laufe der Zeit entwickelte.

Von Karten zu Konsolen

Die Ausstellung beginnt mit Hanafuda-Spielkarten, mit denen Nintendos Geschichte 1889 begann. Über Spielzeuge aus den 1950er- bis 1970er-Jahren reicht die Reise bis zu den Videospielkonsolen. Ursprünglich sollte das Nintendo-Museum nur die Produkte zeigen, erzählt Miyamoto. Doch dann entschied man, den Besuchern auch einen Einblick hinter die Kulissen zu geben. Prototypen wie das Wii Balance Board verdeutlichen die Entwicklungsphasen von Nintendo-Produkten.

Nintendo-Museum: Interaktiv und spielerisch

Im Erdgeschoss warten acht interaktive Spiele auf die Besucher, die die Vielfalt der Nintendo-Welt repräsentieren. Ein Highlight ist eine moderne Version des Game & Watch, Nintendos erster tragbarer Konsole. Mithilfe der Schatten ihrer Arme können Besucher die Spiele "Ball" und "Manhole" interaktiv steuern.

Eine digitale Version des traditionellen Hanafuda-Kartenspiels lädt die Besucher ein, mit Smartgeräten auf den Boden projizierte Motive zu suchen. Im Bereich Zapper & Scope können Fans auf Marios Gegner schießen, wie in den von Nintendo umgebauten Bowlinghallen der 1970er-Jahre. Besucher messen sich hier auf einer riesigen Leinwand. Zusätzlich bietet der Bereich Nintendo Classics über 80 Spiele für NES, Super NES und Nintendo 64 – von "Mario Kart" bis "Donkey Kong". Die Spielzeit ist jedoch limitiert.

Besucher haben nur zehn digitale Münzen, um die Spiele zu spielen. Nachladen ist nicht möglich. Wer mehr spielen möchte, muss eine neue Eintrittskarte erwerben. Tickets werden ausschließlich über ein Losverfahren auf der Website des Nintendo-Museums vergeben. Täglich werden 1.500 bis 2.000 Besucher eingelassen.

Historische Stätte des Nintendo-Museums

Das Nintendo-Museum liegt nur wenige Minuten von der Bahnstation Ogura entfernt. Das Gebäude, einst eine Produktionsstätte für Spielkarten, wurde 1969 errichtet und später als Lager genutzt, bevor man beschloss, dort ein Museum zu errichten. Der Vorplatz ist mit 8-Bit-Motiven aus "Super Mario" gepflastert.

Miyamoto betont, dass Nintendo in erster Linie ein Unterhaltungsunternehmen sei. Jedes Jahr würden zwischen 100 und 200 neue Mitarbeiter eingestellt, denen Miyamoto in einem Vortrag erklärt, was Nintendo ausmacht. "Nachdem ich das 20 Jahre lang gemacht habe, war es an der Zeit, diese Aufgabe dem Museum zu überlassen", erklärt er mit einem Lachen.

Der Inhalt des Museums wird sich kontinuierlich weiterentwickeln, so Miyamoto. Ähnlich wie bei der Entwicklung von Videospielen werden auch im Museum Änderungen und Anpassungen vorgenommen. So sollen neue Spiele und Hardware von Nintendo in die Ausstellung integriert werden. Jedoch betont Miyamoto, dass das Nintendo-Museum in Kyoto einzigartig bleibt. Weitere Standorte sind nicht geplant.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kalter Krieg um Energie: Risiko für die deutsche Wirtschaft – was Unternehmen jetzt ändern müssen
25.03.2026

Energie ist längst keine bloße Betriebskostenfrage mehr, sondern ein geopolitischer Machtfaktor. Wer jetzt nicht umdenkt, riskiert mehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückenwind für die Ryanair-Aktie: Konkurrenz unter massivem Kostendruck
25.03.2026

Die Ryanair-Aktie profitiert von einem klaren Kostenvorsprung und einer nahezu schuldenfreien Bilanz im europäischen Billigflugmarkt. Doch...

DWN
Politik
Politik Reformstau unter Merz: Wackelt Schwarz-Rot nach der SPD-Wahlschlappe?
25.03.2026

Nach bitteren Wahlniederlagen und bei trüber Wirtschaftslage wächst der Druck auf die Regierung in Berlin. Während Kanzler Friedrich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sterbender Einzelhandel: Tausende Geschäfte verschwinden aus deutschen Innenstädten
25.03.2026

Seit der Corona-Lockdowns verschärft sich die Krise des deutschen Einzelhandels weiter. Die Anzahl der Geschäfte soll 2026 sogar auf ein...

DWN
Politik
Politik Friedensplan im Iran-Konflikt: Trump unter Druck – Teheran reagiert auf US-Vorstoß
25.03.2026

Angesichts explodierender Spritpreise und weltweit gravierender Wirtschaftsfolgen wächst der Druck auf US-Präsident Trump. Die USA haben...

DWN
Panorama
Panorama Radioaktive Fracht auf der Autobahn: Start der größten Atommüll-Transportwelle durch NRW
25.03.2026

In Nordrhein-Westfalen hat eine logistische Operation der Superlative begonnen, die das Land über Monate in Atem halten wird: Über 150...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wie erfolgreich ist der TikTok-Shop?
25.03.2026

Seit März 2025 ist TikTok nicht mehr nur ein soziales Netzwerk. Nutzer in Deutschland können in der Video-App seitdem auch einkaufen....

DWN
Finanzen
Finanzen Gewerbesteuereinnahmen brechen weg: Kommunen am finanziellen Limit
25.03.2026

Sinkende Gewerbesteuereinnahmen, gestiegene Sozialausgaben: Die Finanzlage der Kommunen ist dramatisch. Deutsche Städtetag fordert jetzt...