Wirtschaft

Private Krankenversicherung: 2025 sollen die Beiträge um durchschnittlich 18 Prozent steigen

Das Krankenversichern wird teuer. Nicht nur die gesetzlichen Krankenkassen haben schon wieder Beitragserhöhungen angekündigt, auch bei den privaten Krankenkassen soll es im kommenden Jahr massive Erhöhungen um durchschnittlich 18 Prozent geben.
03.10.2024 13:40
Lesezeit: 2 min
Private Krankenversicherung: 2025 sollen die Beiträge um durchschnittlich 18 Prozent steigen
Die meisten privat Versicherten in Deutschland müssten ab dem nächsten Jahr mit Beitragssteigerungen von fast 20 Prozent rechnen. (Foto: iStock.com, Victor Golmer) Foto: Victor Golmer

Wie die Süddeutsche Zeitung letzte Woche berichtete, müssen die meisten privat Krankenversicherten in Deutschland ab dem kommenden Jahr mit Beitragserhöhungen um fast ein Fünftel des bisherigen Beitrags rechnen. Davon sind dann rund zwei Drittel der hier Versicherten betroffen. In manchen Fällen seinen sogar 30 Prozent Beitragserhöhung zu verkraften.

Wie bereits berichtet, haben auch viele gesetzliche Krankenkassen schon zum zweiten Mal die Zusatzbeiträge dieses Jahr erhöht, die Steigerung bei den Privatversicherungen wirkt sich allerdings noch deutlich stärker aus.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung hat dies auf Anfrage der Tagesschau bestätigt.

Die Überprüfung der Beiträge findet nach Aussagen des Verbands zu verschiedenen Terminen im Jahr statt und geplante Erhöhungen werden somit immer stichtagsbezogen ermittelt. Eine Anpassung der Beiträge findet dann normalerweise zu Beginn des kommenden Jahres statt.

Krankenhausausgaben sind massiv gestiegen

Bei den Ursachen für die geplanten Beitragserhöhungen führt der Verband vor allen Dingen die deutlich gestiegenen Krankenhauskosten an. Diese waren nach Verbandsangaben bereits 2023 um 13,5 höher als im Vorjahr, 2024 setzt sich das wohl fort. Auch die Kosten für ambulante Behandlungen und Arzneimittel seinen deutlich gestiegen.

Als Gründe gab der Verband an, dass insbesondere während der Corona-Pandemie bestimmte Operationen nicht durchgeführt wurden und diese dann in den folgenden Jahren nachgeholt wurden.

Außerdem seien auch die Preise für die Krankenhausaufenthalte und in der Pflege gestiegen. Der durchschnittliche Pflegetag hat sich dabei zwischen 2021 und 2023 um 37,5 Prozent in den Kosten erhöht. Kostentreiber seinen zum einen die gesetzlich angestiegenen Anforderungen an das Pflegepersonal sowie auch die zwischenzeitlich kräftig gestiegenen Tarifgehälter.

Wen treffen die Beitragserhöhungen?

Betroffen von den anstehenden Beitragserhöhungen sind insbesondere Beamte, Angestellte mit hohem Einkommen und Selbstständige. Diese werden im kommenden Jahr durchschnittlich 623 Euro pro Monat an Beitrag bezahlen müssen.

Für die privaten Krankenkassen ist es in den vergangenen Jahren eigentlich recht gut gelaufen. Sie durften im Jahr 2023 48.000 Wechsler von der gesetzlichen Krankenversicherung in ihre privaten Systeme verzeichnen. Im Jahr 2023 waren damit insgesamt rund 8,71 Millionen Krankenversicherte vollständig privat versichert.

Maßnahmen für privat Versicherte – was sie tun können

Wer als privat Versicherter von den geplanten Beitragserhöhungen betroffen ist, sollte sich zunächst einmal mit den verschiedenen Tarifen seines Krankenversicherers beschäftigen. Es gibt immer wieder neue Tarife, die preiswerter als der alte Tarif sein können.

Ein Wechsel der Versicherung ist in den meisten Fällen ungünstiger, so Expertenmeinungen, da dabei auch die bereits erworbenen Altersrückstellungen nicht berücksichtigt werden.

Wann ist ein Wechsel von einer privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche möglich?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, von einer aktuell privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, sollte wissen, dass dies nur in bestimmten Situationen möglich ist. Realisierbar ist dies z. B. beim Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung, beim Einstieg ins Berufsleben oder wenn man aus einer Selbstständigkeit heraus wieder in ein Angestelltenverhältnis wechselt.

Möglich ist es zusätzlich in dem Fall, wenn sie als Angestellter durch ein nun niedrigeres Gehalt wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fallen. In diesen Fällen haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht bei ihrer privaten Krankenversicherung.

Wenn ein privat Versicherter allerdings schon 55 Jahre oder älter ist und in den vergangenen 5 Jahren nicht gesetzlich versichert war und entweder versicherungsfrei war oder aber als Selbstständiger hauptberuflich gearbeitet hat, ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nicht möglich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: SanDisk und Micron führen Erholung der Chipaktien an, während Großbanken nachgeben
19.10.2026

Verfolgen Sie die entscheidenden Entwicklungen an der Wall Street und entdecken Sie, welche Sektoren die Märkte am Montag bewegten.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
19.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Steuerzinsen 2027: Nachzahlungen sollen doppelt verzinst werden
19.10.2026

100.000 Euro Steuernachzahlung, zwei volle Zinsjahre: Heute können daraus 3.600 Euro Zinsen werden. Unter dem geplanten neuen Satz wären...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW ID. Buzz im Test: Übernachten im Elektroauto wird zum Geduldsspiel
19.10.2026

Im Elektroauto schlafen, morgens Kaffee kochen und dabei unabhängig vom Campingplatz bleiben. Der neue Campingmodus des VW ID. Buzz soll...

DWN
Finanzen
Finanzen Was wäre, wenn ich statt des S&P 500 einfach seine Mutter kaufen würde?
19.10.2026

Ohne das Unternehmen S&P Global könnten die Finanzmärkte nur schwer funktionieren. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr jedoch auf ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
19.10.2026

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Anthropic: Milliardenverluste, Millionengehälter und ein gigantischer Börsenplan
19.10.2026

18 Millionen Dollar Vergütung für den Chef, fast 42 Milliarden Dollar Verlust für das Unternehmen: Beim KI-Entwickler Anthropic liegen...