Unternehmensporträt

Plankenhorn GmbH Maschinenbau: Ein Mittelständler zeigt, wie Digitalisierung den Erfolg antreibt

Kleine und mittelständische Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter zu sichern. Die Plankenhorn GmbH Maschinenbau zeigt, wie Digitalisierung zum Wachstumsmotor werden kann – mit klarer Strategie, technologischem Mut und effizientem Ressourceneinsatz. Doch wie gelingt dieser Wandel konkret? Und welche Hürden müssen überwunden werden, um den digitalen Vorsprung nachhaltig auszubauen?
23.05.2025 16:43
Lesezeit: 5 min
Plankenhorn GmbH Maschinenbau: Ein Mittelständler zeigt, wie Digitalisierung den Erfolg antreibt
Die Plankenhorn GmbH zeigt, wie Digitalisierung und maßgeschneiderte Lösungen KMU erfolgreich machen (Foto: Plankenhorn GmbH).

Die Plankenhorn GmbH Maschinenbau zeigt eindrucksvoll, wie kleine Unternehmen durch Flexibilität und Digitalisierung nicht nur bestehen, sondern erfolgreich wachsen können. Besonders in der digitalen Prozessoptimierung setzt das Unternehmen Maßstäbe – ein Vorbild für andere KMU.

„Das muss doch auch anders gehen!“ Mit dieser Überzeugung hat Markus Wahl, Geschäftsführer der Plankenhorn GmbH Maschinenbau (Plankenhorn), das Unternehmen auf einen Kurs gebracht, bei dem Effizienz und Digitalisierung im Mittelpunkt stehen. In einer Branche, die Präzision und Schnelligkeit erfordert, zeigt er, wie ein Mittelständler die Balance zwischen Tradition und Innovation findet. Ganz nach dem Firmenslogan: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“ (Philip Rosenthal) ist bei Plankenhorn klar, dass Stillstand keine Option ist.

Plankenhorn GmbH Maschinenbau: Ein verlässlicher Partner seit über 40 Jahren

Im beschaulichen Erkenbrechtsweiler in Baden-Württemberg beheimatet, ist die Plankenhorn GmbH seit über 40 Jahren ein zuverlässiger Partner in der maschinellen Bearbeitung und Fertigung von Maschinen- und Maschinenteilen. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen – vom Brennteilzuschnitt bis hin zu komplexen Stanz-, Dreh-, Fräs- und Schleifarbeiten. Geschäftsführer Markus Wahl beschreibt den Betrieb als eine „klassische Lohnfertigung“.

Digitalisierung als Motor: Wo technische Neuerungen den Unterschied machen

Während Großunternehmen längst auf voll digitalisierte Produktionsketten setzen, zeigen aktuelle Studien, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland noch deutlichen Nachholbedarf haben. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2024 gaben 68 Prozent der befragten KMU an, dass sie bei der Digitalisierung ihrer internen Abläufe nur erste Schritte unternommen hätten. Besonders die Vernetzung von Maschinen, die Echtzeitauswertung von Produktionsdaten und die durchgängige Prozessautomatisierung bleiben oft unausgeschöpft.

Gründe dafür sind nicht selten fehlende personelle Ressourcen, hohe Investitionskosten oder Unsicherheit bei der Auswahl geeigneter Technologien. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Unternehmen, die gezielt in Digitalisierung investieren, signifikante Vorteile erzielen – von kürzeren Durchlaufzeiten bis hin zu höherer Kundenzufriedenheit. Die Plankenhorn GmbH ist damit nicht nur ein Einzelfall, sondern ein Beispiel für eine Entwicklung, die Schule machen könnte – vorausgesetzt, andere Unternehmen erkennen das strategische Potenzial digitaler Prozesse rechtzeitig.

Plankenhorn hat in den vergangenen Jahren viel in die Optimierung der internen Abläufe investiert. Besonders die Digitalisierung der Geschäftsprozesse hat sich als entscheidender Erfolgsfaktor erwiesen. Der gezielte Einsatz moderner Technologien führte zu spürbaren Effizienzsteigerungen: Aufgaben, die früher manuell von acht Mitarbeitern erledigt wurden, laufen heute vollständig automatisiert ab.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung ist die Umstellung des Materiallagers

„Früher haben wir unser Material gesucht – heute finden wir es“, beschreibt Wahl den Wandel. Mit Hilfe einer Software werden Materialanforderungen und Bestellungen automatisch abgewickelt. Das System überprüft den Lagerbestand und bestellt nur, was gebraucht wird. Es erkennt auch Materialreste und ordnet sie neuen Aufträgen zu. So entfallen zeitraubende Suchen, der Materialverbrauch wird gesenkt und die Produktion läuft effizienter – ein klarer Vorteil für das Unternehmen und die Umwelt.

Das Ziel: Routinearbeiten digital erfassen und optimieren - die digitale Aufwandserfassung

Ein weiteres wichtiges Projekt war die Einführung der digitalen Aufwandserfassung. Früher verbrachte der Vater von Markus Wahl seine Wochenenden damit, die Lohnzettel der Mitarbeiter manuell zu bearbeiten – ein zeitraubender und wiederkehrender Prozess. Heute werden Arbeitszeiten und Materialverbrauch direkt an den Maschinen über Tablets erfasst. Jeder Arbeitsschritt wird in Echtzeit dokumentiert, wodurch der Papierkram entfällt. Die sofortige Auswertung der Daten macht die Nachkalkulation überflüssig und beschleunigt den gesamten Arbeitsablauf.

Doch die digitale Aufwandserfassung kann mehr als nur Zeiten und Material erfassen. Sie bietet die Flexibilität, schnell auf Kundenwünsche und Änderungen in Echtzeit zu reagieren. Kundenaufträge werden sofort in den Produktionsprozess integriert, während eine transparente Kostenstruktur dafür sorgt, dass sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden jederzeit den Überblick über die Auftragskosten behalten.

Leerlaufzeiten vermeiden: Smarte Technik sorgt für Effizienz

Ein weiteres Highlight ist das sogenannte „Jobcenter“: Dieses System erkennt automatisch Leerlaufzeiten der Mitarbeiter und weist ihnen neue Arbeitsaufträge zu. Dabei werden die individuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter berücksichtigt, um eine optimale Aufgabenverteilung zu gewährleisten. Für das Unternehmen bietet diese Lösung einen entscheidenden Vorteil: Leerlaufzeiten werden minimiert und potenzielle Engpässe in der Produktion können vermieden werden. Die bisher beschriebenen Maßnahmen zeigen, wie Digitalisierung im Mittelstand konkret funktionieren kann – doch wie lassen sich solche Ansätze auch in anderen Unternehmen umsetzen?

So profitieren auch andere KMU von Plankenhorns Erfolgsrezept

Die Erfahrungen der Plankenhorn GmbH zeigen eindrucksvoll, dass Digitalisierung kein Privileg großer Konzerne ist, sondern auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) enorme Wirkung entfalten kann – vorausgesetzt, sie wird strategisch geplant und konsequent umgesetzt. Geschäftsführer:innen und IT-Verantwortliche in klassischen Lohnfertigungsbetrieben, aber auch in anderen Branchen mit wiederkehrenden Produktions- und Verwaltungsprozessen, können von diesem Ansatz direkt profitieren. Entscheidend ist dabei weniger die Technologie selbst als vielmehr ihre gezielte Einbettung in bestehende Abläufe. Wer etwa seine Lagerverwaltung automatisieren möchte, sollte zunächst analysieren, wie oft Material manuell gesucht wird – und ob dadurch Arbeitszeit verloren geht.

Im nächsten Schritt kann eine Softwarelösung wie bei Plankenhorn eingeführt werden, die nicht nur den Bestand verwaltet, sondern auch Restmaterial erfasst und intelligent zuteilt. Auch bei der digitalen Zeiterfassung gilt: Beginnen Sie klein – zum Beispiel mit einem einzelnen Produktionsbereich – und erweitern Sie das System schrittweise. Wichtig ist es, die Belegschaft frühzeitig einzubinden und Schulungen einzuplanen, um Akzeptanz und Verständnis zu fördern. Unternehmer, die sich unsicher fühlen, sollten gezielt externe Partner hinzuziehen, die Erfahrung mit vergleichbaren Umstellungen haben. Plankenhorn zeigt, dass es sich lohnt, überholte Prozesse loszulassen – und dass Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein konkreter Weg zu mehr Effizienz, Transparenz und Zukunftssicherheit ist. Die wichtigsten Voraussetzungen: Offenheit, Lernbereitschaft – und der Mut, neue Wege zu gehen.

Unternehmen sollten zusammengefasst folgende Schritte gehen:

  1. Lagerprozesse analysieren: Prüfen Sie, wie häufig Material manuell gesucht wird. Identifizieren Sie Zeitverluste und mögliche Schwachstellen
  2. Automatisierte Lagerverwaltung einführen: Nutzen Sie Softwarelösungen zur Bestandsverwaltung. Integrieren Sie Funktionen zur Restmaterialerkennung und -verwertung.
  3. Digitale Zeiterfassung starten – klein und gezielt: Beginnen Sie mit einem Pilotbereich, z. B. einer Fertigungslinie. Setzen Sie auf intuitive Erfassungsgeräte wie Tablets an Maschinen.
  4. Belegschaft frühzeitig einbinden: Kommunizieren Sie Ziele und Vorteile offen. Planen Sie gezielte Schulungen zur Bedienung der Systeme.
  5. Externe Expertise einholen: Suchen Sie sich erfahrene Partner für Planung und Umsetzung. Achten Sie auf Branchenkenntnis und individuelle Beratung.
  6. Prozesse gezielt verzahnen statt nur zu digitalisieren: Hinterfragen Sie vorhandene Abläufe vor der Technikeinführung. Vermeiden Sie parallele Systeme durch Integration aller Bereiche.
  7. Strategisch wachsen und Schritt für Schritt digitalisieren: Setzen Sie auf einen modularen Ausbau statt Komplettumstellung. Nutzen Sie frühe Erfolge, um intern Vertrauen aufzubauen.

Neue Technologien effizient einführen: Ein Rat für andere Unternehmen

Bei der Einführung neuer Technologien setzt Plankenhorn auf Komplettlösungen aus einer Hand. Das Unternehmen arbeitet mit einem zentralen Ansprechpartner, um sicherzustellen, dass alle Prozesse reibungslos ineinandergreifen. Dr. Sven Bachthaler, Geschäftsführer von Bachthaler IT, der das Unternehmen begleitet, betont: „Es ist sinnvoll, traditionelle Arbeitsweisen über Bord zu werfen und offen für neue Abläufe zu sein.“

Auch Markus Wahl rät Unternehmern, ihre Prozesse genau zu hinterfragen: „Wir haben in der Vergangenheit viele Aufgaben doppelt erledigt, beispielsweise durch die Trennung von Buchhaltung und operativem Geschäft. Heute führen wir keine zwei Systeme mehr, sondern alle Bereiche greifen ineinander und übermitteln die nötigen Informationen automatisch, was letztlich eine enorme Erleichterung für die gesamte Belegschaft darstellt.“

Digitalisierung als Schlüssel für den Erfolg für den Mittelstand

Die Plankenhorn GmbH zeigt, dass Digitalisierung nicht kompliziert sein muss. Mit maßgeschneiderten Lösungen lassen sich Routineaufgaben automatisieren und manuelle Prozesse verschlanken. Das spart wertvolle Zeit für strategische, wertschöpfende Tätigkeiten, steigert die Effizienz und führt zu zufriedeneren Mitarbeitenden und Kunden. Unternehmen, die jetzt den Schritt in Richtung digitale Transformation wagen, sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Was sollten Sie jetzt tun?

  1. Hinterfragen Sie Ihre Abläufe: Gibt es Prozesse, die doppelt oder ineffizient ablaufen? Durch die Integration digitaler Systeme können Sie diese vereinfachen.
  2. Setzen Sie auf maßgeschneiderte Lösungen: Nicht jede Technologie passt zu jedem Unternehmen. Wählen Sie Systeme, die sich nahtlos in Ihre Abläufe einfügen und wirklich zu Ihren Anforderungen passen.
  3. Machen Sie kleine Schritte: Sie müssen nicht alles auf einmal digitalisieren. Fangen Sie mit einem Bereich an, der schnell Wirkung zeigt, wie die digitale Aufwandserfassung oder die Automatisierung von Lagerprozessen.
  4. Nutzen Sie externe Expertise: Suchen Sie sich Partner, die Sie bei der Umsetzung begleiten und maßgeschneiderte Lösungen anbieten – so wie Plankenhorn mit Bachthaler IT zusammenarbeitet.

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Freie Wirtschaftsjournalistin, Autorin, Bankkauffrau, Verwaltungswirtin, Dozentin für Recht. Anika Völger verbindet juristisches und wirtschaftliches Fachwissen mit journalistischer Klarheit. Die Hannoveranerin ordnet wirtschaftliche und politische Entwicklungen ein, analysiert rechtliche Zusammenhänge und erklärt Wirtschafts-, Finanz-, Technologie- und Kryptothemen für ein breites Publikum. Sie schreibt u. a. für die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, für Kanzleien sowie für Finanz- und Technologieunternehmen.
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