Wirtschaft

Start-up-Programm bringt frischen Wind für deutsche Spieleentwickler

Die Beliebtheit von Computerspielen, ob Strategie oder Jump ’n’ Run, wächst besonders bei Jugendlichen. Um deutschen Entwicklern eine stärkere Position in der globalen Branche zu verschaffen, startet der Bund ein neues Stipendienprogramm. Bis zu 130 Gründer erhalten monatlich über 2750 Euro für 18 Monate. Zudem stehen Workshops im Wert von acht Millionen Euro bereit. Bewerbungen sind bis Mitte November möglich.
16.10.2024 11:57
Aktualisiert: 16.10.2024 11:57
Lesezeit: 2 min

Ob Strategieaufgaben oder Jump ’n’ Run: Computerspiele sind besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Dennoch spielen deutsche Entwickler nur eine untergeordnete Rolle in der globalen Wachstumsbranche.

Der Bund unterstützt Deutschlands Spieleentwickler jetzt erstmals mit einem neuen Start-up-Programm. Wie Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), der Branchenverband Game und die Stiftung Digitale Spielekultur bekanntgaben, sollen bald bis zu 130 Gründerinnen und Gründer Stipendien erhalten können. Diese betragen über 2750 Euro pro Monat und laufen über 18 Monate. In dieser Zeit sollen die Entwickler ihrer Kreativität nachgehen und nicht von finanziellen Sorgen eingeschränkt werden.

Im Programm „Press Start: Gründungsstipendium Games“ sind außerdem Workshops im Gesamtwert von rund acht Millionen Euro enthalten. Die Bewerbungsfrist endet Mitte November, danach wird eine Jury die Auswahl treffen.

Die Branche für Computerspiele und Videospiele ist im digitalen Zeitalter stark im Aufschwung, auch aufgrund der stetig verbesserten visuellen Möglichkeiten. Allerdings wird der heimische Games-Markt von internationalen Unternehmen dominiert, deutsche Entwicklungen nehmen nur eine Nebenrolle ein. Einer älteren Erhebung zufolge fließen weniger als fünf Prozent der Gelder, die in Deutschland für Games ausgegeben werden, in inländische Produkte.

Mangelhafte Förderung für die Games-Branche

Um die nationale Branche zu stärken, stellt der Bund seit 2020 Fördergelder zur Verfügung. Allerdings ist das Budget längst nicht ausreichend, um die Nachfrage zu decken – seit Mai 2023 nimmt das Bundeswirtschaftsministerium keine neuen Anträge mehr an, das Budget wird nur für Zahlungen älterer Anträge verwendet, die über die Jahre schrittweise ausgezahlt werden. Für 2024 stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Das bereitgestellte Geld stammt aus einem anderen Fördertopf, konkret aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Roth. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte im November 2023 überraschend entschieden, dass Roths Ressort 2024 rund 33 Millionen Euro für die Computerspiele-Förderung erhält und diese Summe auch für 2025 und 2026 in Aussicht stellte. Lange war unklar, nach welchen Regeln das Geld vergeben wird und an wen genau.

In der Games-Branche wurden Bedenken laut, dass ein Teil des Fördergeldes verfallen könnte, wenn nicht noch in diesem Jahr gehandelt wird. Doch mit dem Stipendienprogramm gibt es nun Bewegung. Ein weiterer Teil des diesjährigen Förderbudgets von Kulturstaatsministerin Roth soll ins kommende Jahr übertragen werden und nach den Vergaberegeln des Wirtschaftsministeriums verteilt werden.

Rückgang bei den Firmengründungen

Staatsministerin Roth erklärt, dass das Gründungsstipendium den Games-Standort Deutschland nachhaltig stärken wird. Das Stipendienprogramm soll einen wichtigen Impuls für den deutschen Games-Markt geben, meint der Geschäftsführer des Game-Verbandes, Felix Falk. In Deutschland ist die Anzahl der Firmen, die Computer- und Videospiele entwickeln, seit 2020 laut Verbandsangaben um mehr als die Hälfte auf 948 angestiegen. Dennoch ist die Zahl der Neugründungen gesunken: 2020 lag sie noch bei 93, während es 2023 nur noch 33 waren. Dank des Stipendienprogramms könnte die Anzahl der Neugründungen in Zukunft jedoch steigen.

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