Politik

EU-Partner üben Kritik: Kanzler Scholz rief Putin aus "Position der Schwäche" an

Mit seinem Anruf bei Wladimir Putin sorgt Kanzler Olaf Scholz bei EU-Partnern für Unmut. Der litauische Außenminister Landsbergis sieht die aktuelle Ukraine-Strategie gescheitert.
18.11.2024 14:12
Aktualisiert: 18.11.2024 14:12
Lesezeit: 1 min

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis wirft Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor, das Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aus einer Position der Schwäche geführt zu haben. "Grundsätzlich bin ich nicht gegen irgendwelche Anrufe oder gegen das Händereichen - aber es muss aus einer Position der Stärke kommen, nicht aus einer Position der Schwäche", sagte Landsbergis am Rande eines EU-Außenministertreffens in Brüssel.

Der neuerliche Raketenbeschuss gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine zeige, dass Russland Europas Schwäche ausnutze. "Was hilft uns das also? Warum tun wir das? Das ist für mich sehr schwer zu verstehen", sagte er.

Landsbergis kritisierte Scholz zudem für sein Nein zur Lieferung weitreichender deutscher Marschflugkörper vom Typ Taurus an die Ukraine. Mit Raketenlieferung könne man Russland "rote Linien" aufzeigen, sagte er. Stattdessen zeige Europa Langsamkeit und Schwäche. Landsbergis betonte, alle Einschränkungen für Waffenlieferungen an die Ukraine müssten aufgehoben werden. "Ein Frieden durch Deeskalation ist eine fehlgeschlagene und gescheiterte Strategie. Wir brauchen eine neue."

Landsbergis: Zu viel Angst vor China

Auch den europäischen Umgang mit China bezeichnete der konservative Politiker als schwach. "Wie in vielen anderen Fällen wissen wir nicht, was wir tun sollen, wir haben zu viel Angst vor der Reaktion Chinas", kritisierte Landsbergis.

Die EU müsse dem Weg der Vereinigten Staaten folgen, die mit Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und Einzelpersonen vorangegangen seien. "Wenn wir das nicht tun, trägt es zur Festigung dieser Chaos-Koalition bei, die sich mit Hilfe Russlands bildet. Dazu zähle ich den Iran, Nordkorea, Belarus und China."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Wenn kleine digitale Geschenke mit Miete, Strom und Essen konkurrieren

Die Haushaltskasse leidet nur selten unter diesem Drama. Der Druck baut sich erst langsam auf: durch die Miete, steigende Stromrechnungen,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Externe Manager in Familienunternehmen: Warum sie an Bedeutung gewinnen – und wie Eigentümer Verantwortung abgeben
18.04.2026

Immer mehr Familienunternehmen übertragen die operative Führung an externe Manager. Der Wandel verspricht Professionalität und neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nachhaltige Lieferketten bei Lidl: Warum Lieferanten von strengeren Vorgaben profitieren
18.04.2026

Lidl verschärft die Nachhaltigkeitsanforderungen in der Lieferkette deutlich. Wie profitieren Hersteller dennoch von der Zusammenarbeit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Günstige Drohnen im Krieg: Teure Systeme geraten unter Druck
18.04.2026

Günstige Drohnen und neue Produktionsmodelle stellen die bisherige Logik von Krieg und Verteidigung zunehmend infrage. Entscheidet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das Office-Comeback, das niemand wollte, ergibt keinen Sinn
18.04.2026

Unternehmen drängen zurück ins Büro und investieren Milliarden in neue Arbeitswelten. Doch die Realität der Beschäftigten zeigt eine...

DWN
Technologie
Technologie Rasanter Fortschritt in der Medizin: Wie KI Forschung und Therapie verändert
18.04.2026

Künstliche Intelligenz verändert die medizinische Forschung grundlegend und beschleunigt die Entwicklung neuer Therapien in einem bisher...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Frieden sorgt für Kauflaune – US-Märkte feiern wie in den 90ern
17.04.2026

Eine unerwartete Wende auf der Weltbühne lässt die Börsen aufatmen. Erfahren Sie, warum Anleger jetzt in historische Jubelstürme...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Personalabbau in den USA: Warum Massenentlassungen großer Konzerne zunehmen
17.04.2026

In den USA mehren sich die Anzeichen für Massenentlassungen, die zunehmend auch an den Aktienmärkten positiv aufgenommen werden. Zeichnet...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Neue App gegen KI-Bots: Hilfeforum gutefrage.net setzt auf echte Menschen
17.04.2026

Die KI-Offensive von Google trifft die Plattformökonomie ins Mark – gutefrage.net verliert massiv Reichweite. CEO Nepomuk Seiler kontert...