Finanzen

Strompreise 2025: Wie sich Kosten durch Netzentgelte und Umlagen entwickeln

Strompreise 2025 bleiben ein heißes Thema: Verbraucher erwarten steigende Kosten durch höhere Netzentgelte und CO2-Preise. Doch lohnt sich ein Tarifwechsel? Marktexperten und Verbraucherschützer geben Antworten zu Strom-, Gas- und Heizölpreisen im neuen Jahr.
02.01.2025 13:10
Lesezeit: 2 min
Strompreise 2025: Wie sich Kosten durch Netzentgelte und Umlagen entwickeln
Steigende Strompreise 2025: Netzentgelte und CO2-Kosten belasten Haushalte, doch Experten sehen Optionen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Wie hoch steigen die Strom- und Gaspreise 2025? Und wovon hängen sie ab? Lohnt sich für Verbraucherinnen und Verbraucher ein Tarifwechsel? Was erwartet uns bei Heizöl und Fernwärme? Zum Jahreswechsel hat die Deutsche Presse-Agentur Marktexperten befragt.

Wie werden sich die Strompreise 2025 für Haushalte entwickeln?

Das bleibt ungewiss. Während der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs stiegen Gas- und Strompreise stark an. 2024 sanken sie dann wieder. Viele Anbieter kündigten daraufhin Senkungen für Haushaltskunden an, erläutert Mirko Schlossarczyk von Enervis. "Im Jahresverlauf konnte man dies bereits bei Neukundenverträgen beobachten. Zum Jahreswechsel dann auch bei vielen Bestandskundenverträgen."

Entwicklung der Großhandelspreise

Seit Mitte 2024 sind die Preise stabil. "Wir sehen inzwischen eine Seitwärtsbewegung oder einen leichten Anstieg für die Lieferjahre 2025 und 2026." Laut Schlossarczyk machen Beschaffungskosten nur ein Drittel des Strompreises für Haushalte aus. "Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte übersteigen die eigentlichen Beschaffungskosten spürbar." Steigende Netzentgelte könnten daher verhindern, dass die Strompreise 2025 deutlich sinken. "Von dauerhaft sinkenden Haushaltskundenpreisen deutlich unter das derzeitige Niveau ist nicht auszugehen."

Bedeutung der Netzgebühren

Mit Milliardeninvestitionen ins Stromnetz werden die Netzentgelte ein zentraler Kostenfaktor, erklärt Schlossarczyk. Bereits jetzt machen diese etwa ein Drittel des Strompreises aus. Regional können 2025 höhere Endkundenpreise entstehen, wenn die steigenden Netzentgelte den Rückgang der Beschaffungskosten übertreffen.

Änderungen bei Grundversorgungstarifen

Das Portal Verivox hat die Strom-Grundversorger analysiert. Ergebnis: Der Durchschnittspreis steigt zum Jahresbeginn um 0,3 Prozent. Grundversorger beliefern rund 25 Prozent der Haushalte mit Strom. Ab 2025 zahlen Kunden im Grundversorgungsvertrag durchschnittlich 44 Cent je Kilowattstunde, inklusive Mehrwertsteuer und Grundpreis.

Auch bei überregionalen Stromanbietern stiegen die Preise für Neukunden leicht. Die günstigsten Tarife mit zwölf Monaten Laufzeit kosten bundesweit etwa 29 Cent je Kilowattstunde. Laut Bundesnetzagentur hatten Haushalte 2023 die Wahl zwischen 129 Stromanbietern.

Preissteigerung auf 60 Cent je Kilowattstunde

In der Grundversorgung und bei Sondertarifen steigen die Preise zum Jahreswechsel. Deutschlands größter Stromversorger Eon verlangt ab Januar in einem Ökostromtarif 60 Cent je Kilowattstunde (ohne Grundpreis). Zuvor lag der Preis bei 27 Cent. "Diese Kunden profitierten während der Energiekrise von stabilen Konditionen", so ein Eon-Sprecher. "Wir haben die Preise möglichst lange stabil gehalten, können sie aber nun nicht mehr halten." Es gibt aber auch Preissenkungen bei anderen Tarifen.

Verbraucherschützer raten zu Tarifprüfungen

Ein Tarifwechsel könnte sich lohnen. Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale NRW rät, alternative Anbieter vorab online zu prüfen. "Die Suche nach neuen Gas- und Stromtarifen gelingt am besten über Vergleichsportale", erklärt er. Verbraucher:innen sollten jedoch die Filtereinstellungen individuell anpassen. Eine Checkliste dazu bietet die Verbraucherzentrale NRW online an. Auch telefonisch ist eine Tarifumstellung möglich.

Gaspreise Entwicklung 2025

Die Gaspreise werden steigen, prognostiziert Sebastian Gulbis von Enervis. Zwar bleibt der Anteil der Gasbeschaffungskosten stabil, doch höhere Netzentgelte und der CO2-Preis treiben die Preise. Zum Jahresbeginn steigt der CO2-Preis von 45 auf 55 Euro je Tonne. Zudem wurde die Gasspeicherumlage angehoben. Verivox erwartet jedoch bei Gas-Grundversorgungstarifen einen Rückgang um 0,5 Prozent auf etwa 14 Cent pro Kilowattstunde.

Stabilität bei Heizölpreisen

Fast ein Viertel der Wohnungen in Deutschland wird mit Heizöl beheizt. Oliver Klapschus von Heizoel24 erwartet für 2025 stabile Preise. Ohne geopolitische Krisen wird mit Schwankungen von maximal zehn Cent gerechnet.

Rückgang der Fernwärmepreise

Der Branchenverband AGFW erwartet durch sinkende Gaspreise Entlastung bei Fernwärme. "Wir beobachten eine Normalisierung der Fernwärmepreise", so der Verband. Bundesweit wird mit Rückgängen im einstelligen Prozentbereich gerechnet. Fernwärme bleibt eine wichtige Option für klimaneutrales Heizen, besonders in Großstädten. 2023 wurden rund 15 Prozent der Wohnungen in Deutschland damit beheizt.

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