Immobilien

Zwangsversteigerungen 2024: Zahl stark gestiegen

Deutlich mehr Immobilien zwangsversteigert: Die Wirtschaftskrise und steigende Zinsen hinterlassen Spuren, besonders bei Eigentümern. 2024 wurden deutlich mehr Häuser, Wohnungen und Grundstücke unter den Hammer gebracht als im Vorjahr. Wie sich die Situation regional entwickelt und warum eine Trendwende nicht in Sicht ist, erfahren Sie hier.
15.01.2025 07:22
Lesezeit: 1 min
Zwangsversteigerungen 2024: Zahl stark gestiegen
2024 stiegen Zwangsversteigerungen deutlich an. Ursachen sind die Wirtschaftskrise und Zinsanstieg. (Foto: dpa) Foto: Soeren Stache

Deutlich mehr Immobilien zwangsversteigert – Wirtschaftskrise und Zinsanstieg belasten

Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland ist 2024 spürbar gestiegen. Nach Recherchen des Fachverlags Argetra wurden Gerichtsverfahren für 13.445 Immobilien eröffnet, verglichen mit 12.332 im Vorjahr. Damit hat sich der Anstieg beschleunigt.

Für den Bericht analysierte Argetra die Termine für Zwangsversteigerungen an allen knapp 500 Amtsgerichten in Deutschland. Der Gesamtwert der zwangsversteigerten Immobilien erhöhte sich von rund 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 4,3 Milliarden Euro 2024.

Steigende Belastungen für Eigentümer

Die Autoren des Berichts führen die Entwicklung auf die schwache Wirtschaftslage und die gestiegenen Finanzierungskosten zurück. Während die Zinsen nach ihrem starken Anstieg zuletzt leicht gesunken seien, bleibe ein neuer Immobilienboom aus. Die finanzielle Belastung durch Immobilienkredite sei in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen. Für 2025 erwarten die Autoren einen weiteren Anstieg der Zwangsversteigerungen.

Nur die Hälfte landet vor Gericht

Die Zahl der Zwangsversteigerungen war zuvor jahrelang rückläufig. Gründe dafür waren die stabile Wirtschaft, ein Immobilienboom und niedrige Zinsen, die Kredite erschwinglich machten.

Laut Argetra entfielen 2024 rund zwei Drittel der Zwangsversteigerungen auf Wohnimmobilien, wobei Ein- und Zweifamilienhäuser den größten Anteil stellten, gefolgt von Eigentumswohnungen. Dennoch gelangten nur etwa die Hälfte der eröffneten Verfahren tatsächlich vor Gericht. Die übrigen Immobilien wurden frei auf dem Markt verkauft.

Regionale Unterschiede deutlich

Nordrhein-Westfalen führt seit Jahren die Statistik an: Mit einem Anteil von rund 21 Prozent bleibt das bevölkerungsreichste Bundesland Spitzenreiter bei den Zwangsversteigerungen. Bundesweit waren 2024 durchschnittlich 33 von 100.000 Haushalten betroffen.

Besonders hoch lag die Zahl der Zwangsversteigerungstermine in Thüringen, wo 59 von 100.000 Haushalten betroffen waren – mehr als doppelt so viele wie in Bayern mit nur 25 Fällen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt: Citigroup erklärt die Glorreichen Sieben für tot
23.07.2026

Sie galten jahrelang als unangefochtene Herrscher der Wall Street. Doch nun erklärt Citigroup das Konzept der Glorreichen Sieben für...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Ölpreis erreicht 95 Dollar und Anleger rüsten sich für Tech-Quartalszahlen
22.07.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die Wall Street derzeit in Atem halten und worauf sich Anleger jetzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisoffensive im Handel: Wie Sie jetzt bei Haushaltswaren und Hörbüchern kräftig sparen können
22.07.2026

Sommerzeit ist Angebotszeit: Während Verbraucher ihre Ausgaben genauer planen, überbieten sich Händler mit attraktiven Preisaktionen....

DWN
Politik
Politik NATO-Verteidigungsausgaben: Wer für das neue Fünf-Prozent-Ziel zahlt
22.07.2026

Die NATO rüstet auf wie seit Jahrzehnten nicht mehr, doch zwischen den Mitgliedstaaten liegen Welten. Während Polen und die baltischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lufthansa baut München zum Mega-Drehkreuz aus
22.07.2026

Die Lufthansa plant Größeres in München: Die Nummer zwei der deutschen Flughäfen soll mit einem milliardenteuren Ausbau international...

DWN
Technologie
Technologie Fabrik der Zukunft: Die vollautomatische Produktion ist ein Irrweg
22.07.2026

Die vollständig menschenleere Fabrik galt lange als Ideal der Industrie. Doch ausgerechnet leistungsfähigere KI-Systeme machen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Infrastruktur-Krise: Kommunaler Investitionsstau erreicht Rekordhoch
22.07.2026

Durch die stagnierende Wirtschaft brechen den Kommunen die Steuereinnahmen weg, während gleichzeitig die Ausgaben für Soziales massiv...

DWN
Finanzen
Finanzen Fluggastrechtereform: Das ändert sich für Millionen Reisende
22.07.2026

Wer innerhalb Europas fliegt, muss sich auf neue Regeln einstellen. Die geplante Reform verspricht mehr Transparenz und zusätzliche Rechte...