Finanzen

US-Notenbank Fed: Leitzinsen unverändert - Aktienkurse an der Wall Street nur kurz belastet

Die Währungshüter der US-Notenbank Fed haben den Leitzins nicht angetastet - und damit die Kurse an den New Yorker Börsen nur kurzzeitig belastet.
29.01.2025 23:09
Aktualisiert: 29.01.2025 23:09
Lesezeit: 2 min
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Aktienkurse nach Leitzinsentscheid nur mit kurzem Dämpfer

Nachdem die Währungshüter der US-Notenbank Fed Leitzinsen wie weithin erwartet unverändert gelassen hatten, sackte der Leitindex Dow Jones Industrial zunächst auf ein Tagestief. Mit Beginn der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell erholte er sich aber wieder rasch. Zum Schluss verlor er noch 0,31 Prozent auf 44.713,52 Punkte, womit er nur etwas tiefer stand als unmittelbar vor dem Zinsentscheid.



Ähnlich sah das Bild bei den anderen Indizes aus. Der marktbreite S&P 500 sank letztlich um 0,47 Prozent auf 6.039,31 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,24 Prozent auf 21.411,46 Punkte nach unten. Am Dienstag hatten sich der S&P 500 und mehr noch der Nasdaq 100 deutlich von den Verlusten vom Wochenstart erholt, als eine Debatte über das chinesische KI-Start-up DeepSeek Sorgen wegen der hohen Bewertungen der US-Techbranche geschürt hatte.

US-Notenbank Fed rührt Leitzinsen nicht an

Die amerikanischen Währungshüter beließen den Leitzins in ihrer ersten Sitzung seit Donald Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus unverändert. Er liegt damit weiterhin auf einem hohen Niveau in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent. Der Schritt war erwartet worden - er könnte die Notenbank auf einen Kollisionskurs mit Trump führen. Sie arbeitet zwar unabhängig von der US-Regierung. Aber Trump ist klarer Verfechter einer Niedrigzinspolitik.



Aussagen von Powell zur Inflation und zum Arbeitsmarkt deuteten auf eine mehrmonatige Zinspause nach drei Senkungen in Folge hin, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Mit dem Statement steige derweil die Wahrscheinlichkeit, eines offenen Konflikts zwischen Donald Trump und Jerome Powell. "Interessant ist zudem, dass der heutige Beschluss einstimmig gefasst wurde", betonte Altmann. "Das unterstreicht die Einigkeit der Notenbanker gegenüber dem neuen US-Präsidenten."

Tesla-Aktie unter Druck nach Zahlenflut

Eine Reihe von Unternehmenszahlen hatte dem Markt zuvor keine klaren Impulse gegeben. Diese sind eher von den erst nachbörslich veröffentlichten Ergebnissen der Tech-Riesen Microsoft, Meta und Tesla zu erwarten. Damit berichten gleich drei der als "Glorreiche Sieben" bezeichneten US-Tech-Schwergewichte über ihre Geschäftsentwicklung.



Mit dem chinesischen Amazon-Konkurrenten Alibaba versuchte zur Wochenmitte ein weiteres Tech-Unternehmen auf den KI-Zug aufzuspringen. Alibaba teilte mit, ein eigenes KI-Modell erziele bessere Leistungen als das zuletzt viel zitierte DeepSeek-Modell V3 sowie das Meta-Modell Llama. Mit plus 0,7 Prozent hielt sich die Kursreaktion bei den in New York gelisteten Alibaba-Hinterlegungsscheinen (ADR) zwar einigermaßen in Grenzen. Diese hatten allerdings schon die vergangenen Handelstage eine Rally hingelegt.

KI-Aktien nach DeepSeek-Schock

Die Aktien des KI-Vorzeigeunternehmen Nvidia weiteten am Mittwoch ihren Tagesverlust auf letztlich 4 Prozent aus. Kreisen zufolge prüfen Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump weitere Beschränkungen für den Export von Computerchips des KI-Vorzeigeunternehmens nach China. Die Gespräche befänden sich aber noch in einem frühen Stadium, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein Sprecher des Weißen Hauses war für eine Stellungnahme zu dem Bericht laut Bloomberg zunächst nicht zu erreichen. Von einem Nvidia-Sprecher habe es geheißen, das Unternehmen sei zur Kooperation mit der US-Regierung bereit.



Am Dienstag hatte sich Nvidia noch deutlich vom vorangegangenen Absturz erholt. Insgesamt sah die Kursentwicklung bei KI-affinen Nicht-Halbleitertiteln wie Microsoft und Amazon sowie in der Chipbranche ähnlich durchwachsen wie am Dienstag aus.



Ansonsten stach T-Mobile US mit einem Kurssprung von 6,3 Prozent heraus. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom rechnet für das neue Jahr mit einem unerwartet starken Zustrom neuer Kunden sowie mehr Geldzuflüssen. Experten messen dem Free Cashflow hohe Bedeutung bei, weil er über die Fähigkeit zur Ausschüttung von Dividenden und zum Rückkauf von Aktien Aufschluss geben kann.



Bei der Kaffeehauskette Starbucks sorgte die überraschend gute Umsatzentwicklung im vergangenen Quartal für einen Kursanstieg von 8,1 Prozent und den Spitzenplatz im Nasdaq 100.



Die Titel von General Dynamics büßten hingegen nach der Zahlenvorlage des Rüstungsunternehmens 4,2 Prozent ein. Der Mischkonzern Danaher enttäuschte mit seinem Geschäftsausblick, was die zuletzt gut gelaufenen Aktien um 9,7 Prozent absacken ließ.

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