Politik

EU-Staaten bringen neue Russland-Sanktionen auf den Weg

Die EU-Staaten haben ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Unter anderem ist der Ausschluss weiterer Banken aus Swift, Import- und Exportverbote sowie Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte geplant.
19.02.2025 11:15
Aktualisiert: 19.02.2025 11:15
Lesezeit: 1 min
EU-Staaten bringen neue Russland-Sanktionen auf den Weg
Die EU-Staaten einigten sich auf neue Russland-Sanktionen. (Foto: dpa) Foto: Arne Immanuel Bänsch

Angesichts des anhaltenden Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich die EU-Staaten auf ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Wie die polnische EU-Ratspräsidentschaft nach einer Sitzung des Ausschusses der ständigen Vertreter in Brüssel mitteilte, soll es zum dritten Jahrestag der Invasion am kommenden Montag in Kraft treten.

Laut Diplomatenkreisen beinhaltet das Paket den Ausschluss von 13 weiteren russischen Banken aus dem Finanzkommunikationssystem Swift. Außerdem verlieren acht russische Medienunternehmen ihre Sendelizenzen in der EU. Zusätzlich werden umfangreiche Importverbote für russisches Aluminium und Aluminiumlegierungen sowie Exportbeschränkungen für Geräte verhängt, die zur Steuerung von Kampfdrohnen genutzt werden können – darunter auch Videospielkonsolen-Controller.

Russland-Sanktionen: EU plant schärfere Maßnahmen gegen die Schattenflotte

Die EU plant zudem ein verschärftes Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Die Sanktionsregeln werden so angepasst, dass künftig auch Kapitäne und Schiffseigner mit Strafmaßnahmen belegt werden können.

Diese Flotte besteht aus Schiffen mit unklaren Eigentumsverhältnissen, die oft nicht versichert sind. Sie werden unter anderem genutzt, um den westlichen Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen oder gestohlenes ukrainisches Getreide zu transportieren. Zudem besteht die Sorge, dass sie künftig für Sabotageakte gegen Unterwasserdatenkabel in der Ost- und Nordsee eingesetzt werden könnten.

EU vs. Russland: „Das Ziel ist vor allem Abschreckung“

Sanktionierte Kapitäne und Eigner sollen nicht mehr in die EU einreisen dürfen, zudem würden ihre Vermögenswerte in der EU eingefroren. „Das Ziel ist vor allem Abschreckung“, so die polnische EU-Ratspräsidentschaft. Bislang blieben Kapitäne straffrei, da das Ankern in internationalen Gewässern nicht verboten ist.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die EU rund 80 Schiffen das Anlaufen europäischer Häfen untersagt und Unternehmen die Erbringung von Dienstleistungen für diese Schiffe verboten. Nun sollen mehr als 70 weitere Schiffe hinzukommen. Zudem wird ein Verbot von Transaktionen mit russischen Häfen und Flughäfen erwogen, die an der Umgehung der Ölpreisobergrenze beteiligt sind.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Firmen hinter den Casino-Webseiten: Wie groß ist das Netzwerk wirklich?

Wer ein Online Casino besucht, sieht zunächst eine eigenständige Marke. Eigener Name, eigene Webseite, andere Bonusangebote und teilweise...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Pflege neben dem Job: Warum Angehörigenpflege kein Randthema ist
21.08.2026

Jede vierte Mensch wird bis 2035 in Deutschland 67 Jahre oder älter sein. Damit werden immer mehr Angehörige gleichzeitig Arbeitnehmer...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Walmart zieht Wall Street nach unten
20.08.2026

Unerwartete Turbulenzen an der New Yorker Börse: Was Anleger jetzt wissen müssen

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt steht an einem KI-Scheideweg: Hier liegt das große Risiko
20.08.2026

Die Aktienmärkte hängen immer stärker am KI-Boom. Besonders die Magnificent Seven und ihre Lieferketten haben die Kurse nach oben...

DWN
Politik
Politik Trump scheitert, China gewinnt, Europa zahlt die Rechnung
20.08.2026

Wo stehen wir nach fast einem halben Jahr Krieg in Iran? Was geschieht auf den für Europa entscheidenden Seiten?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Strommangel: Bundesnetzagentur bereitet Zwangsdrosselung der Industrie vor
20.08.2026

Ein Blackout steht nicht unmittelbar bevor. Trotzdem schafft die Bundesnetzagentur Instrumente für eine länger anhaltende Mangellage:...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eli Lilly-Aktie: Neues Supermedikament gegen Adipositas
20.08.2026

Eli Lilly dürfte bald ein neues Supermedikament gegen Adipositas auf den Markt bringen. "Eine solche Gewichtsreduktion hat man noch nie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bankrun in Russland: Warum Bürger ihre Konten leeren
20.08.2026

Ein Bankrun in Russland ist für den Kreml ein Warnsignal. Viele Bürger heben panikartig ihr Bargeld ab. Ökonomen warnen zugleich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...