Politik

Ultimatum für Putin? Trump verliert laut Nato-Partnern Geduld

Könnte es nur noch Wochen dauern, bis sich neue Entwicklungen in den Bemühungen um eine Waffenruhe im Ukraine-Konflikt abzeichnen? Dieser Eindruck entsteht auf einem aktuellen Nato-Treffen in Brüssel.
04.04.2025 15:51
Lesezeit: 1 min

USA verlieren Geduld mit Russland

Im Rahmen der Versuche, eine Waffenruhe in der Ukraine zu erreichen, verlieren die USA nach Informationen aus Nato-Kreisen zunehmend die Geduld mit Russland. Außenminister Marco Rubio erklärte bei einem Bündnistreffen in Brüssel, dass Präsident Donald Trump die derzeitige Verzögerungstaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin vermutlich nicht mehr lange hinnehmen werde. Es gehe dabei eher um „Wochen als um Monate“, fügte er hinzu, basierend auf Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen des Treffens.

Offen blieb jedoch, wie die USA reagieren würden, falls Putin seinen Kurs nicht ändere. Als mögliche Maßnahmen werden neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft sowie weitere Waffenlieferungen an die Ukraine diskutiert.

Trump strebt Waffenruhe an

Seit Wochen versucht Trump, eine Lösung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu finden. Er hat wiederholt betont, dass eine solche Lösung im wirtschaftlichen Eigeninteresse der USA liege. Ein von Trump vorgeschlagener 30-tägiger Waffenstillstand ohne Vorbedingungen wurde von Putin jedoch abgelehnt. Als Minimalkonsens wurde vereinbart, Objekte der Energieversorgung vor Angriffen zu schützen – doch in der Praxis funktioniert dies nicht, wie sich beide Kriegsparteien gegenseitig vorwerfen.

Mehrere europäische Verbündete äußerten am Freitag auf dem Außenministertreffen Verständnis dafür, dass Trump nun vermutlich die Geduld verliert. Russland schulde den USA eine Antwort, erklärte etwa der Franzose Jean-Noël Barrot. Der britische Außenminister David Lammy äußerte sich mit Blick auf Putin: „Er könnte jetzt einer Waffenruhe zustimmen.“ Stattdessen setze er jedoch weiterhin Bombardierungen auf die Ukraine, ihre Zivilbevölkerung und die Energieinfrastruktur fort.

Auch Finnlands Präsident Alexander Stubb berichtete kürzlich nach einer Runde Golf mit Trump von dessen Ungeduld gegenüber Putins Politik. Er nannte jedoch keine Zeitangaben für mögliche Konsequenzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Panorama
Panorama Gastkommentar: Die gefährliche Verlockung politischer Halbwahrheiten
08.11.2026

Manche Ideen klingen so selbstverständlich, dass sie nur selten hinterfragt werden. Deshalb lohnt es sich zu fragen, wer von ihnen am...

DWN
Panorama
Panorama Immer mehr Deutsche ziehen nach Polen: Das steckt hinter dem Trend
07.11.2026

Deutsche kommen längst nicht mehr nur nach Polen, um ihr Auto zu betanken oder deutlich günstiger im Supermarkt einzukaufen. Sie kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen Poker um EZB-Spitze: Wer folgt auf Christine Lagarde?
07.11.2026

Die Eurostaaten suchen nach einem neuen Präsidenten für die Europäische Zentralbank. Schon in wenigen Tagen könnte über die Nachfolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Mittelstand hofft auf Aufschwung – doch beim Personal bleibt die Bremse angezogen
07.11.2026

Deutschlands Mittelstand gewinnt wieder Zuversicht: Das Geschäftsklima hat sich im Oktober zum sechsten Mal hintereinander verbessert....

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
07.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
07.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Finanzen
Finanzen 26 Prozent an einem Tag: Warum Duolingo plötzlich an meinen Chipaktien vorbeizieht
07.11.2026

Für meine Chipaktien war es ein schlechter Börsentag: Nvidia, Micron und Iren gerieten deutlich unter Druck. Ganz anders Duolingo. Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Polestar 5 im Test: Angriff auf Porsche und Audi – mehr Luxus für weniger Geld?
07.11.2026

Mit dem Polestar 5 wollen die Schweden Porsche und Audi im Luxussegment angreifen. Bis zu 884 PS, 678 Kilometer Reichweite und elektrisch...