Block-Aktie verliert zweistellig nach enttäuschenden Zahlen
Am Donnerstagabend präsentierte das Fintech-Unternehmen Block seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025 – und enttäuschte auf ganzer Linie. Der Umsatz erreichte lediglich 5,77 Milliarden US-Dollar, was deutlich unter den Analystenerwartungen von 6,21 Milliarden Dollar lag. Noch gravierender fiel jedoch die Reaktion des Marktes auf die reduzierten Prognosen aus: Die Block-Aktie rauschte nachbörslich um über 18 Prozent nach unten und notierte zeitweise bei nur noch 47,70 US-Dollar. Damit droht ein Abrutschen unter das bisherige Jahrestief von 46,42 Dollar. Im Frankfurter Börsenhandel am Freitag sieht es nicht besser aus: Im frühen Börsenhandel brach die Block-Aktie um mehr als 22 Prozent ein und rutschte unter die wichtige Marke von 40 Euro. Bei 39,04 Euro markierte die Block-Aktie gar ein Jahrestief.
Auch der bereinigte Gewinn je Aktie verfehlte mit 0,56 Dollar die Prognosen, die bei 0,98 Dollar lagen. Die Anleger zeigten sich schockiert – nicht zuletzt, weil bereits im Vorjahr höhere Erwartungen kommuniziert worden waren. Der Block-Aktienkurs spiegelte diese Enttäuschung unmittelbar wider.
Cash App bremst das Wachstum
Insbesondere das Segment der Cash App, das als zentraler Wachstumstreiber gilt, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Zwar stieg der Bruttogewinn der App im Jahresvergleich um rund 10 Prozent, doch damit blieb das Wachstum deutlich hinter den 25 Prozent aus dem Vorjahr zurück. Das Management räumte in einem Aktionärsschreiben ein: "Unser Wachstum in der ersten Jahreshälfte erfüllt nicht unseren Anspruch."
Block, ehemals Square, hat strategisch auf die Cash App gesetzt. Doch die verlangsamte Entwicklung zeigt, dass selbst die stärksten Wachstumsmotoren unter dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld leiden.
Block-Aktie: Konsumflaute und Bitcoin-Verluste drücken auf die Stimmung
Die Block-Aktie leidet auch unter externen Faktoren. So musste das Unternehmen im Bitcoin-Geschäft einen Neubewertungsverlust von mehr als 93 Millionen US-Dollar hinnehmen, während im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von über 233 Millionen Dollar verzeichnet wurde. Der Umsatz aus dem Bitcoin-Handel sank um fast 16 Prozent auf 2,30 Milliarden Dollar. In einem Brief an die Aktionäre räumte das Management ein: "Veränderungen im Konsumverhalten" hätten das Geschäft zusätzlich belastet.
Die Konsumflaute, kombiniert mit der Unsicherheit durch geopolitische Spannungen und mögliche Handelszölle, hat Block schwer getroffen. CEO Jack Dorsey erklärte dazu: "Wir verstehen die Gründe für das verlangsamte Wachstum." Entsprechend vorsichtig zeigt sich das Unternehmen auch bei seiner weiteren Planung.
Prognose gesenkt: Bruttogewinn bleibt hinter Erwartungen
Block hat seine Erwartungen für das laufende zweite Quartal und das Gesamtjahr gesenkt. Für das laufende Quartal wird nun ein Bruttogewinn von 2,45 Milliarden US-Dollar erwartet – Analysten waren bislang von 2,54 Milliarden Dollar ausgegangen. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Bruttogewinn von 9,96 Milliarden US-Dollar – deutlich unter der ursprünglichen Prognose von 10,2 Milliarden Dollar.
Auch für das Geschäftsjahr 2025 wurde die Prognose für das Bruttogewinnwachstum nach unten korrigiert: von ursprünglich 15 auf nur noch 12 Prozent. Das zeigt, dass Block die Unsicherheiten am Markt sehr ernst nimmt und seine Erwartungen entsprechend anpasst.
Anleger reagieren verunsichert auf den Kurssturz der Block-Aktie
Der massive Rückgang des Block-Aktienkurses ist eine direkte Folge der Kombination aus verfehlten Erwartungen, gesenkten Prognosen und anhaltendem wirtschaftlichen Gegenwind. Für Anleger stellt sich nun die Frage: Halten, verkaufen oder nachkaufen?
Die Block-Aktie hat im Jahresverlauf 2024 einen positiven Trend gezeigt, doch dieser wurde durch die jüngsten Entwicklungen jäh unterbrochen. Mit dem erneuten Abrutschen auf 47,70 Dollar sehen sich viele Investoren gezwungen, ihre Positionen zu überdenken. Sollten die Block-Anteilsscheine unter das Jahrestief fallen, könnte weiterer Verkaufsdruck entstehen.
Block-Aktie: Was nun? Chancen und Risiken für Anleger
Trotz aller Rückschläge hat Block auch Fortschritte gemacht. Das Kreditangebot der Cash App wurde erweitert, und die Square-Plattform bietet neue Funktionen für Händler. Im zweiten Halbjahr soll das Wachstum wieder an Fahrt gewinnen. "Wir erkennen an, dass wir uns in einem dynamischeren makroökonomischen Umfeld bewegen, und haben daher eine vorsichtigere Haltung in unseren Ausblick für den Rest des Jahres aufgenommen", heißt es im Quartalsbericht.
Für langfristig orientierte Anleger könnten die aktuellen Kurse eine Einstiegsmöglichkeit darstellen – vorausgesetzt, sie sind von der grundsätzlichen Stärke des Geschäftsmodells überzeugt. Denn die Block-Aktie bleibt ein Fintech-Wert mit Wachstumspotenzial, trotz der aktuellen Herausforderungen. Kurzfristig sind allerdings kaum Impulse in Sicht, die den Block-Aktienkurs stabilisieren könnten. Anleger sollten daher genau abwägen, ob sie bereit sind, weitere Volatilität in Kauf zu nehmen. Besonders wichtig ist es, die Entwicklung der Konsumausgaben und des Bitcoin-Geschäfts im Auge zu behalten – beide könnten sich im Jahresverlauf noch als entscheidend für die Kursentwicklung der Block-Aktie erweisen.
Auch die Analysten wurden von den schlechten Zahlen überrascht. Nur wenige Stunden vor Vorlage der Bilanz bekräftigte Deutsche Bank Securities seine Kaufempfehlung und bewertete die Block-Aktie positiv mit einem Kauf-Rating. Der Zielpreis wurde allerdings von 125 US-Dollar auf 75 US-Dollar gesenkt. Mitte April bewertete BofA Securities die Aktie ebenfalls positiv mit einem Kauf-Rating. Den Zielpreis senkte Bofa am 18. April aber ebenfalls, und zwar von 94 auf 80 US-Dollar.
Block-Aktie zwischen Enttäuschung und Perspektive
Die Block-Aktie hat in den vergangenen Tagen massiv an Wert verloren – eine Reaktion auf enttäuschende Quartalszahlen, gesenkte Prognosen und ein schwieriges Marktumfeld. Sowohl der Rückgang beim Bruttogewinn als auch die schwächelnde Cash App drücken auf das Sentiment. Hinzu kommen Bitcoin-Verluste und die Konsumflaute, die das operative Geschäft spürbar belasten.
Ob sich ein Einstieg bei der Block-Aktie lohnt, hängt stark vom individuellen Risikoprofil ab. Wer kurzfristige Schwankungen aushalten kann und auf eine Erholung im zweiten Halbjahr hofft, könnte die aktuelle Schwächephase als Kaufchance sehen. Doch Vorsicht: Sollte sich das makroökonomische Umfeld weiter verschlechtern, drohen weitere Rückschläge. Die Entwicklung der Block-Aktien bleibt in jedem Fall ein spannendes Thema an der Börse – und Anleger sollten genau hinsehen.


