Finanzen

Goldpreis aktuell: Deutlicher Kursrutsch nach Zoll-Einigung zwischen USA und China – jetzt Gold kaufen?

Der Goldpreis ist am Montagmorgen unter Druck geraten. Der Grund: Im Zollkonflikt zwischen den USA und China stehen die Zeichen auf Entspannung. Die Verunsicherung am Markt wird kleiner, der sichere Hafen Gold ist weniger gefragt. Doch was bedeutet das langfristig für die Goldpreis-Entwicklung und welche Rolle spielt dabei der Goldpreis aktuell?
12.05.2025 11:21
Aktualisiert: 12.05.2025 11:21
Lesezeit: 4 min
Goldpreis aktuell: Deutlicher Kursrutsch nach Zoll-Einigung zwischen USA und China – jetzt Gold kaufen?
Der Goldpreis fällt stark nach Einigung im Zollstreit (Foto: dpa). Foto: Sven Hoppe

Handelsoptimismus belastet den Goldpreis aktuell

Der Goldpreis aktuell befindet sich zu Wochenbeginn auf Talfahrt. Der am Montagmorgen meistgehandelte Gold-Future (Juni-Kontrakt) gab bis 7.45 Uhr (MESZ) um 69,60 Dollar nach und notierte bei 3.274,40 US-Dollar je Feinunze. Im weiteren Verlauf des Montagshandels rutschte der Goldpreis weiter ab und und büßte zeitweise annähernd 3 Prozent ein. Dabei fiel er unter die Marke von 3.220 Dollar. Bereits in der Vorbörse am Wochenende hatte sich ein Rückgang angedeutet – gegenüber Freitag-Abend fiel der Kurs von 3.326 Dollar auf 3.278 Dollar. Die Anleger trennten sich verstärkt von Gold, da nach dem Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China wieder Risikoanlagen bevorzugt werden.

Am internationalen Rohstoffmarkt sorgte die Aussicht auf ein entspannteres geopolitisches Klima für eine massive Umschichtung. Der sinkende Goldpreis aktuell zeigt, wie sensibel das gelbe Edelmetall auf politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert.

"Erhebliche Fortschritte" im US-chinesischen Handelskonflikt

Die Vertreter der USA und Chinas hatten sich am Wochenende in Genf zu intensiven Gesprächen getroffen. Wie aus einer gemeinsamen Erklärung hervorgeht, erzielten beide Seiten eine Einigung im lange schwelenden Zollstreit. Die Maßnahmen sehen vor, dass die USA ihre Zölle auf chinesische Waren von zuvor 145 Prozent auf 30 Prozent reduzieren. Umgekehrt senkt China seine Einfuhrzölle auf US-Waren von 125 Prozent auf 10 Prozent – zunächst befristet auf 90 Tage.

Peking bezeichnete die Gespräche als konstruktiv. Laut dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten He Lifeng wolle man einen dauerhaften Beratungsmechanismus zu Wirtschaftsfragen einrichten. Auch die US-Seite sprach von einem Durchbruch. US-Finanzminister Scott Bessent sowie der Handelsbeauftragte Jamieson Greer nahmen an den Verhandlungen teil. Eine ausführliche Pressekonferenz war für den Montag angekündigt, um weitere Einzelheiten zu erläutern.

Die Finanzmärkte reagierten mit Erleichterung: So stieg beispielsweise der Aktienkurs des dänischen Reedereigiganten Maersk im frühen Handel um rund zehn Prozent. Gleichzeitig verloren sichere Häfen wie Gold an Attraktivität. Das unterstreicht den Goldpreis aktuell, der stark unter Verkaufsdruck geriet.

Weitere Entspannung an geopolitischen Fronten

Nicht nur die Entwicklung im Zollstreit drückte auf den Goldpreis aktuell. Auch andere geopolitische Entspannungen verringerten die Nachfrage nach sicheren Anlageformen wie dem gelben Edelmetall. Zwischen Indien und Pakistan wurde am Wochenende eine Waffenruhe vereinbart. Nach tagelangen gegenseitigen Angriffen signalisierten beide Atommächte erstmals Dialogbereitschaft.

Zudem kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj überraschend an, noch in dieser Woche ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in der Türkei anzustreben. Zwar blieb eine direkte Reaktion Moskaus zunächst aus, doch allein die Initiative ließ Hoffnungen auf Deeskalation aufkommen – ein weiterer Faktor, der den Goldpreis aktuell belastet.

Der Dollar gewinnt – Gold verliert

Parallel zur geopolitischen Entspannung verzeichnete der US-Dollar deutliche Kursgewinne. Das belastet den Gold-Preis zusätzlich, da das Edelmetall weltweit in Dollar gehandelt wird. Für Käufer außerhalb der USA verteuert sich damit der Erwerb von Gold, was die Nachfrage bremst. Diese negative Korrelation zeigte sich auch im Kursverlauf der letzten Tage: Je stärker der Dollar, desto schwächer die Goldpreisentwicklung.

Wie tief kann der Goldpreis noch fallen?

Am Montagmorgen fiel die Notierung für eine Feinunze Gold auf rund 3.233 US-Dollar – ein Rückgang um 91 Dollar gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. In Euro gerechnet verlor der Goldpreis aktuell rund 52 Euro und sank auf 2.904 Euro je Unze. Analysten rechnen jedoch nicht mit einem langfristigen Abwärtstrend.

Rohstoffexperte Robert Rennie von der australischen Westpac Banking Corporation erklärte, dass bei Kursen um die 3.200 Dollar pro Unze wieder verstärkt Kaufinteresse einsetzen dürfte. Anleger könnten dies als Gelegenheit sehen, günstiger Gold zu kaufen, insbesondere wenn das Marktumfeld erneut unsicherer wird. Laut Rennie sei ein neuer Anstieg des Gold-Preises in Richtung des Rekordhochs bei 3.498,93 US-Dollar keinesfalls ausgeschlossen.

Goldpreis-Entwicklung: Rückblick und Ausblick

Noch Mitte April notierte der Goldpreis aktuell auf einem Allzeithoch bei 3.500 Dollar. Auslöser waren damals die Sorgen vor den Auswirkungen der US-Zollpolitik und eine weltweit gestiegene Risikoaversion. Das gelbe Edelmetall diente Anlegern als Fluchtwährung. Nun jedoch hat sich das Bild kurzfristig gewendet: Das Vertrauen in wirtschaftliche Stabilität nimmt zu, Risikobereitschaft kehrt zurück – zulasten der Goldpreisentwicklung.

Dennoch bleibt Gold ein langfristig interessanter Rohstoff. In Zeiten von Inflation, politischen Krisen oder schwächelnden Aktienmärkten erleben Edelmetalle regelmäßig neue Höhenflüge. Die jüngste Kurskorrektur könnte daher eher als Atempause denn als Trendwende betrachtet werden.

Goldpreis: Was Anleger jetzt tun sollten

Für Anleger stellt sich nun die Frage: Gold kaufen oder abwarten? Experten raten zur Gelassenheit. Die Gold-Preisentwicklung ist zwar kurzfristig volatil, langfristig aber von hoher Stabilität geprägt. Wer bereits Gold im Depot hat, sollte nicht überstürzt verkaufen. Neueinsteiger könnten die aktuellen Rücksetzer nutzen, um schrittweise Positionen aufzubauen – insbesondere, wenn der Preis sich der Marke von 3.200 Dollar nähert.

Denn die politischen Rahmenbedingungen können sich rasch ändern. Sollte es in einem der zahlreichen geopolitischen Spannungsfelder – etwa im Nahen Osten, in Osteuropa oder Ostasien – erneut zu Eskalationen kommen, könnte der Goldpreis aktuell wieder stark steigen. Das gelbe Edelmetall bleibt daher ein strategischer Baustein in jedem gut diversifizierten Portfolio.

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