Finanzen

Bitcoin-Kurs trotzt dem Wahnsinn: Warum selbst Trump und Musk den Aufstieg nicht stoppen können

Trump pöbelt, Musk tobt – doch der Bitcoin-Kurs lässt sich nicht stoppen. Trotz politischer Chaosspiele und Marktverwerfungen marschiert die Kryptowährung weiter Richtung Allzeithoch. Ist das erst der Anfang eines historischen Höhenflugs?
10.06.2025 14:11
Lesezeit: 3 min

Bitcoin-Kurs trotzt Chaos: Kursrally trotz Trump-Musk-Zoff

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen Donald Trump und Elon Musk hat vergangene Woche eine Verkaufswelle an den Kryptomärkten ausgelöst. Doch die Märkte konnten sich rasch erholen. Das berichtet Verslo žinios. Der Bitcoin (BTC) hielt sich in der vergangenen Woche oberhalb der symbolträchtigen Marke von 100.000 US-Dollar. Der Tiefststand wurde laut „CoinMarketCap“ am Donnerstag mit 100.811,71 US-Dollar erreicht.

Am Freitag sank die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen infolge der politischen Turbulenzen um 2,30 Prozent auf 3,21 Billionen US-Dollar, wie „Cointelegraph“ berichtete. Auslöser war ein öffentlicher Streit zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Trump und Tesla-Chef Musk. Auch andere Kryptowährungen wie Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Solana (SOL) wurden in Mitleidenschaft gezogen: ETH fiel um 4 Prozent auf 2.384 US-Dollar, XRP und SOL verloren jeweils 4 bzw. 5,2 Prozent.

Der Konflikt eskalierte, nachdem Musk seinen Rückzug aus der politischen Öffentlichkeit erklärte. Er hatte zuvor nominell ein inoffizielles „Effizienzministerium“ innerhalb der US-Regierung geleitet. Am Freitag beschimpften sich beide Seiten öffentlich. Trump nannte Musk „verrückt“, woraufhin der Milliardär zurückschlug und eine Amtsenthebung des Präsidenten forderte – wegen wirtschaftlicher Sabotage und ruinöser Zollpolitik.

Trotz allem: BTC auf Erholungskurs

Am Sonntag wurde BTC bei 105.550 US-Dollar gehandelt – ein Plus von 5 Prozent im Wochenvergleich. Damit liegt BTC jedoch noch 5,75 Prozent unter dem bisherigen Jahreshoch. Der jüngste Kursrückgang wird auch auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt. Im Mai hatte BTC mit 111.970,17 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht – über 50 Prozent mehr als der Tiefpunkt im April. Das bisherige Hoch lag bei 109.114,88 US-Dollar und wurde am Tag von Trumps Amtseinführung am 20. Januar erzielt.

Auch der Abfluss von Mitteln aus Bitcoin-ETFs sorgte für Volatilität. Laut „SoSoValue“ verzeichneten diese Produkte in der vergangenen Woche Nettoabflüsse in Höhe von 128 Millionen US-Dollar – nach 157 Millionen US-Dollar in der Vorwoche. Es war das erste Mal seit April, dass zwei Wochen in Folge ein Mittelabzug stattfand. Inzwischen erholt sich der Markt jedoch. Am Montag lag der BTC-Kurs bei 105.542,06 US-Dollar, ETH wurde mit 2.489,05 US-Dollar gehandelt.

Zwei zentrale Kurstreiber für den Bitcoin-Kurs

Das Portal „Crypto.news“ nennt zwei zentrale Faktoren, die den BTC-Kurs in den kommenden Wochen stützen könnten: Erstens ist das Bitcoin-Angebot auf den Börsen zuletzt stark gesunken – auf aktuell rund 1,18 Millionen Coins gegenüber 1,35 Millionen zu Monatsbeginn. Zum Vergleich: 2020 lag das Börsenangebot noch bei über 3,5 Millionen. Zweitens intensivieren große Unternehmen ihre BTC-Käufe. Darunter befinden sich neben dem US-Technologiekonzern Strategy auch Trumps eigenes Medienunternehmen „Trump Media“ sowie weitere Akteure.

Hinzu kommen starke technische Indikatoren. Laut „Crypto.news“ ist ein erneuter Anstieg wahrscheinlich. Zunächst könnte der Kurs auf 109.477 US-Dollar steigen – überschreitet er dann das Allzeithoch von 111.900,17 US-Dollar, sei sogar ein Sprung auf 150.000 US-Dollar möglich.

Micheal Saylor: BTC schlägt alles

Auch Micheal Saylor, CEO von Strategy und langjähriger BTC-Befürworter, äußerte sich optimistisch. Im Gespräch mit dem US-Sender CNBC erklärte er, dass der zunehmende Einstieg institutioneller Anleger zu einem Angebots-Schock führen werde – mit entsprechender Kursexplosion.

„Die Zahl der Unternehmen mit BTC in der Bilanz wächst rasant. Es gibt über 100 börsennotierte Firmen mit Bitcoin-Beständen – jede Woche kommen neue hinzu“, so Saylor. Der Fokus liege nicht mehr auf Halvings, sondern auf dem schrumpfenden täglichen Angebot. Aktuell seien es lediglich 450 Coins pro Tag – das entspricht etwa 45 bis 50 Millionen US-Dollar. Diese Menge werde inzwischen vollständig von Unternehmenskäufen absorbiert.

Auch die Bitcoin-ETFs würden zunehmend an Einfluss gewinnen. „Ich bin extrem optimistisch“, betonte Saylor. Er erhöhte zudem leicht seine BTC-Langfristprognose. Bereits im Juli 2024 hatte er in Nashville prognostiziert, dass BTC in den kommenden 21 Jahren im Schnitt um 29 Prozent pro Jahr zulegen werde – was einem Kurs von rund 13 Millionen US-Dollar im Jahr 2045 entspräche. „Ich glaube mehr denn je an diese Prognose. Und ich gehe davon aus, dass BTC in den nächsten 20 Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 30 Prozent erzielen wird.“

BTC habe in den letzten viereinhalb Jahren um 57 Prozent zugelegt – doppelt so viel wie die Aktien der „Glorreichen Sieben“, viermal mehr als der S&P 500 und achtmal mehr als Immobilien. „BTC schlägt alles“, so der Bitcoin-Enthusiast.

Strategy als größter BTC-Halter der Welt

Strategy gilt derzeit als größter institutioneller Halter von Bitcoin weltweit. Das Unternehmen besitzt laut „Bitcoin Treasuries“ exakt 580.955 BTC – mit einem aktuellen Marktwert von über 61,3 Milliarden US-Dollar.

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